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APOSTOLISCHE REISE VON PAPST LEO XIV.
NACH URUGUAY, ARGENTINIEN UND PERU

6.-17. November 2026

BEGEGNUNG MIT DEN AUTORITÄTEN, DER ZIVILGESELLSCHAFT UND DEM DIPLOMATISCHEN KORPS

ANSPRACHE VON PAPST LEO XIV.

“Plaza Independencia” (Montevideo)
Freitag, 6. November 2026

[Multimedia]

___________________________________

Herr Präsident,
verehrte Autoritäten und Mitglieder des diplomatischen Korps,
sehr geehrte Damen und Herren
,

mit großer Freude habe ich die freundliche Einladung angenommen, dieses Land Uruguay zu besuchen. Ich danke Ihnen, Herr Präsident, für die Worte, die Sie eben gesprochen haben, und für die Aufmerksamkeit, mit der Sie mich empfangen haben. Mein Gruß gilt gleichermaßen denjenigen, die hier die Institutionen der Republik vertreten, sowie den Nationen, die bei diesem Land akkreditiert sind.

Anlässlich dieser ersten Begegnung möchte ich allen Uruguayern, wo auch immer sie sich befinden, meinen Gruß übermitteln. In den kommenden Tagen werde ich die Freude haben, einige Orte dieses Landes zu bereisen, mich mit seiner Geschichte vertraut zu machen und Männer und Frauen zu treffen, die unter sehr unterschiedlichen Lebensumständen Teil des Lebens dieses Landes sind. Unter diesen Orten nimmt Florida einen besonderen Platz ein, wo Nuestra Señora de los Treinta y Tres, die Schutzpatronin Uruguays, verehrt wird. Zu Beginn meines Besuchs möchte ich alle, denen ich auf meinem Weg begegnen werde, unter ihren Schutz stellen. Sie prägt ein entscheidendes Kapitel der Geschichte dieses Landes und vereint auch heute noch ganz verschiedene Generationen von Uruguayern.

Diese Geschichte birgt noch eine weitere Episode, an die ich hier erinnern möchte. Ich denke an den Exodo del Pubelo Oriental von 1811, auch bekannt als La Redota. Wir müssen diesen Ort nicht verlassen, um daran zu erinnern, da das Artigas-Denkmal, das in der Mitte dieses Platzes steht, auf seinem Sockel über einen Bronzefries verfügt, auf dem Angelo Zanelli Szenen dieses Zuges dargestellt hat. Ich möchte auf einige Details dieser Darstellungen eingehen, da sie einen konkreten Ausgangspunkt bieten, um auch das heutige Uruguay zu betrachten.

Oben auf dem Denkmal erscheint Artigas allein zu Pferd. Weiter unten, im vorderen Relief, taucht er wiederum inmitten seiner Männer auf und ist Teil jener Menschenmenge. Dieses Detail ruft einige Worte in Erinnerung, die er kurz darauf vor den Vertretern des Ostens äußerte, die sich beim Kongress vom April 1813 versammelt hatten: »Meine Autorität«, sagte er, »geht von Ihnen aus und erlischt durch Ihre souveräne Anwesenheit« (Antrittsrede: Archivo Artigas, Bd. XI, Dok. 82). In einem Satz verband er den Ursprung der Autorität mit der Verantwortung desjenigen, der sie ausübt: sie von einer konkreten Gemeinschaft zu empfangen und ihr gegenüber Rechenschaft abzulegen.

Im Jahr 2025 konnte Uruguay auf vierzig Jahre ununterbrochener Demokratie zurückblicken, in denen sich auf Beschluss der Bürger verschiedene Regierungen abgewechselt haben. Die öffentliche Autorität findet ihre Daseinsberechtigung im Dienst am Gemeinwohl und muss im Rahmen der Rechtsordnung unter Achtung der Freiheit und der Verantwortung der Bürger ausgeübt zu werden (vgl. Gaudium et spes, 74). Daher ist es von großem Wert, dass es Wege gibt, die die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen, die Zuständigkeiten der Institutionen klar abgrenzen und die Wahl derjenigen ermöglichen, die den Auftrag zur Regierungsführung übernehmen (vgl. ebd., 75).

Zum Gemeinwohl gehört auch die Verantwortung, die Güter, über die wir heute verfügen, an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.  Wie mein Vorgänger, Papst Franziskus, in Erinnerung rief: »Der Begriff des Gemeinwohls bezieht auch die zukünftigen Generationen mit ein« (Laudato si’, 159). Diese Verantwortung spiegelt sich in den Entscheidungen wider, die die Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Energiequellen betreffen. In den letzten Jahrzehnten hat Uruguay die Struktur seiner Stromerzeugung tiefgreifend umgestaltet, die heute fast ausschließlich auf erneuerbaren Energiequellen beruht. Dies ist ein bemerkenswertes Ergebnis, das über Jahre hinweg konsequente Entscheidungen und die Mitwirkung verschiedener Bereiche des Landes erforderte. Dieser Schritt bringt nun neue Herausforderungen in den Bereichen Verkehr, Produktion und verantwortungsvoller Umgang mit Boden, Wasser und Energie mit sich. Langfristig zu denken bedeutet gerade, diese Güter so zu verwalten, dass zukünftige Möglichkeiten nicht beeinträchtigt werden.

Der Blick in die Zukunft gilt auch denjenigen, die dieses Land bewohnen werden: den Bedingungen, unter denen sie geboren werden und aufwachsen können, sowie den Chancen, die sich ihnen im Laufe ihres Lebens bieten werden. Die demografische Entwicklung Uruguays macht diese Sorge besonders konkret. Auf einem der Reliefs des Denkmals ist eine Frau dargestellt, die einen Säugling in den Armen hält. Sie hält ihn fest umschlungen, während um sie herum der Zug weitergeht.

Diese Geste des Schutzes lässt uns an das beginnende Leben denken, auch an das, das im Mutterleib heranwächst. Wer noch nicht geboren ist, gehört bereits zur Menschheitsfamilie und zur Zukunft seines Volkes. Seine absolute Abhängigkeit von der Mutter mindert weder die ihm zustehende Würde noch den Schutz, den er verdient. Jesus selbst wollte mit seiner Menschwerdung diesen Zustand annehmen. Ein neues Leben anzunehmen erfordert, dass sich der Vater gemeinsam mit der Mutter dafür einsetzt, dass es von der Familie getragen wird und dass gesellschaftliche Rahmenbedingungen bestehen, die es beiden ermöglichen, ihre Kinder zu erziehen und zu versorgen. Der Schutz des Ungeborenen und die Unterstützung derer, die es annehmen, sind untrennbar miteinander verbunden. Die Familie ist nach wie vor das erste Lebensumfeld, in das jeder Mensch aufgenommen wird und wo er lernt, mit anderen zusammenzuleben. Der heilige Johannes Paul II., der ebenfalls die Freude hatte, dieses Land zu besuchen, brachte dies mit einem Satz zum Ausdruck, der nichts von seiner Kraft verloren hat: »Die Zukunft der Menschheit geht über die Familie!« (Familiaris consortio, 86).

An einer anderen Stelle des Reliefs sehen wir mehrere Kinder, die neben den Erwachsenen hergehen. Sie sind Teil des Volkes, noch bevor sie an dessen Entscheidungen mitwirken oder durch ihre Arbeit einen Beitrag leisten können. Diejenigen, die damals neben den Erwachsenen hergingen, würden später ihrerseits Verantwortung für die Fortführung des gemeinsamen Lebens übernehmen. Deshalb umfasst die Fürsorge für die Kleinsten zwangsläufig auch, ihnen eine angemessene Bildung zu gewährleisten. Das Zuhause, in dem ein Kind aufwächst, die Ernährung, die es erhält, und die Anwesenheit von Erwachsenen, die es begleiten, sichern seine ersten Lebensjahre; die Erziehung setzt diese Aufgabe fort, bringt seine Fähigkeiten zur Entfaltung, schult sein Urteilsvermögen und bereitet es darauf vor, frei und verantwortungsbewusst am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen (vgl. Gravissimum educationis, 1).

Die erhaltene Ausbildung muss zudem konkrete Möglichkeiten eröffnen, sich in das Arbeitsleben zu integrieren, das Gelernte in die Praxis umzusetzen und durch eigene Anstrengung Selbstständigkeit zu erlangen. Die Arbeit wird so zu einem der Wege, die es jedem Menschen ermöglichen, seine Fähigkeiten zu entfalten und zum Wohl anderer beizutragen. Es sei daran erinnert, dass »die Arbeit „im Dienste des Menschen“ steht und nicht der Mensch „im Dienste der Arbeit“« (Hl. Johannes Paul II., Laborem exercens, 6). Dieses Kriterium behält angesichts der rasanten Veränderungen in Technologie und Künstlicher Intelligenz seine volle Aktualität. Die Entwicklung dieser Technologien soll die menschlichen Fähigkeiten erweitern, Aufgaben erleichtern und neue Möglichkeiten schaffen, wobei darauf geachtet werden muss, dass der arbeitende Mensch nicht auf ein bloßes, entbehrliches Rädchen im Produktionsprozess reduziert wird.

Unter den Figuren des Denkmals befindet sich auch eine gebeugte alte Frau, die sich mühsam auf einen Stock stützend vorwärtsbewegt. Rund um einen der Karren stehen mehrere Menschen beieinander und reichen einander die Hand; manche scheinen mehr daran interessiert zu sein, sich gegenseitig zu helfen, als schnell voranzukommen. Auch diejenigen, die Unterstützung brauchen, um weiterzukommen, gehörten zu diesem Volk. Ihre Zugehörigkeit hängt nicht von Kraft, Selbstständigkeit oder der Fähigkeit ab, einen Beitrag zu leisten. Auch heute lässt sich der Wert eines Menschen nicht daran messen, was er hervorbringt, an seiner Arbeit oder an seiner Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen. »Die grundlegende Würde jedes Menschen kann daher weder erworben noch verdient werden und muss auch nicht erst bewiesen werden« (Magnifica humanitas, 53).

Die Bronzeskulpturen halten ihre Gesichter und Gesten fest, aber sie verraten uns nichts über das, was in ihnen vorging, während sie zwischen den anderen dahinschritten. Auch heute kann es geschehen, dass wir von Menschen umgeben sind, mit ihnen die Arbeit, die Straße oder sogar unser eigenes Zuhause teilen – und doch keine Ahnung haben, welche Last sie mit sich herumtragen. Einsamkeit, Angst und Hoffnungslosigkeit können so tiefsitzen, dass ein Mensch keine Gründe mehr sieht, weiterzuleben. Angesichts der schmerzhaften Realität des Selbstmords erscheinen Gesundheitsversorgung, familiäre Bindungen und die Nähe der Gemeinschaft als untrennbar miteinander verbunden. Niemand sollte sich unter den Seinen fremd fühlen oder denken, dass seine Abwesenheit weniger zählt als seine Anwesenheit.

Andere Formen des Leidens zeigen sich am Körper oder in den Lebensumständen. Krankheit, Behinderung, körperliche Schmerzen, Verlust der Selbstständigkeit, Armut, Arbeitslosigkeit oder Ausgrenzung können die Hilfe anderer besonders notwendig machen. Vor kurzem habe ich die Einschränkungen, die eine Krankheit mit sich bringt, am eigenen Leib erfahren und Pflege erhalten, für die ich zutiefst dankbar bin. Diese Erfahrung lässt mich an die vielen Männer und Frauen denken, denen die Mittel fehlen, um eine rechtzeitige Diagnose oder Behandlungen zu erhalten, die sie benötigen. Dafür zu sorgen, dass die Gesundheitsversorgung jedem Menschen unabhängig von seinen finanziellen Mitteln zugänglich ist, ist eine Verantwortung, der sich jede Gesellschaft zu stellen hat. Wer sich in einer dieser Situationen befindet, hört dadurch nicht auf, ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein, und verliert nichts vom Wert seines Lebens. Unter diesen Umständen ist es aufgrund seiner Schwachheit umso dringlicher, dass er die Unterstützung, die Ressourcen und die Begleitung erhält, die er benötigt.

Die Fürsorge für die Leidenden ist eine Verpflichtung für die gesamte Menschheitsfamilie. Für die Kirche hat diese Pflicht einen besonderen Grund im Auftrag Jesu Christi, ihn in den Schwächsten zu erkennen und ihnen zu dienen (vgl. Mt 25,40). Benedikt XVI. sagte: »Das Maß der Humanität bestimmt sich ganz wesentlich im Verhältnis zum Leid und zum Leidenden« (Spe salvi, 38). Daher ist es an allen, dafür zu sorgen, dass jeder Mensch in Würde leben, die notwendige Pflege erhalten und bis zum natürlichen Lebensende begleitet werden kann.

Durch ihre Bistümer und Gemeinden sowie die vielen Menschen, die sich dem Dienst an anderen verschrieben haben, möchte die Kirche mit all jenen zusammenarbeiten, die sich dafür einsetzen, Leiden nach Möglichkeit zu lindern und, wenn dies nicht möglich ist, den Menschen beizustehen. Zu dieser gemeinsamen Aufgabe trägt sie das bei, was ihr eigen ist: eine Hoffnung, die nicht erlischt, wenn die menschlichen Mittel an ihre Grenzen stoßen, und die diejenigen, die die Prüfung durchleben, daran erinnert, dass ihr Leben stets einen Sinn und einen Wert behält, dass sie nicht allein sind und dass sie auch in dunklen Stunden stets von Gott geliebt sind.

Die Menschenmenge, die an der Seite von Artigas einherschritt, vereinte Menschen unterschiedlichster Herkunft. Auf dem Relief folgt eine Frau in vornehmer Kleidung zu Fuß einem Karren, während andere die Tiere führen oder ihre Habseligkeiten transportieren. Auch diese Unterschiede sind Teil der Geschichte Uruguays, wo Generationen von Männern und Frauen unterschiedlicher Herkunft und sozialer Verhältnisse dieses Land zu einer gemeinsamen Heimat gemacht haben.

Diejenigen, die Teil ein und desselben Volkes sind, kommen womöglich aus sehr unterschiedlichen Umständen und verfügen über ungleiche Ressourcen. Deshalb hat die Art und Weise, wie die Wirtschaft organisiert und ausgerichtet wird, unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Menschen und auf ihre Möglichkeiten, ihre eigene Zukunft zu gestalten. Die Schaffung von Wohlstand, Investitionen und wirtschaftliche Initiativen – im öffentlichen wie im privaten Bereich – sind für die Entwicklung eines Landes notwendig, doch ihre Früchte müssen sich auch in Gütern und Chancen niederschlagen, die tatsächlich alle erreichen, denn »es sind die konkreten Menschen, die zählen, jeder Einzelne von ihnen und ihre Familien« (Magnifica humanitas, 58).

Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Traditionen ist ebenfalls Teil der Geschichte Uruguays. Diese Vielfalt drückt sich heute in den Glaubensvorstellungen und Überzeugungen seiner Bürger aus. Der säkulare Charakter des Staates hat den Zweck, einen Raum zu gewährleisten, in dem Gläubige und Nichtgläubige in Freiheit und Respekt zusammenleben können, zumal es Werte gibt, die universal sind. Diese Neutralität verlangt nicht, dass die religiöse Dimension auf den privaten Bereich beschränkt bleibt. Wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt, darf niemand gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln, noch daran gehindert werden, im Einklang mit ihm zu handeln, im Privaten wie in der Öffentlichkeit, allein oder gemeinsam mit anderen, innerhalb der gebotenen Grenzen (vgl. Dignitatis humanae, 2–3). Aus dieser Freiheit heraus können Einzelpersonen und religiöse Gemeinschaften zum Gemeinwohl beitragen und dabei die Autonomie der zivilen Institutionen achten.

Der Respekt und das Zusammenleben, die innerhalb einer Nation angestrebt werden, müssen auch ihre Beziehungen zu anderen Völkern leiten. Die uruguayische Verfassung selbst sieht vor, dass die Republik in internationalen Verträgen darauf hinwirkt, dass Streitigkeiten durch Schlichtung oder andere friedliche Mittel beigelegt werden, und dass sie die soziale und wirtschaftliche Integration der lateinamerikanischen Staaten fördert (vgl. Art. 6). Dass Montevideo zudem Sitz des Mercosur-Sekretariats ist, verleiht dieser Berufung, Räume der Verständigung und Zusammenarbeit in der Region zu fördern, besondere Konkretheit. In Zeiten, in denen Unterschiede leicht zu Gründen für Konflikte werden können, stellt das beharrliche Festhalten an der Achtung des Rechts, an Verhandlungen und an der geduldigen Suche nach Einigungen einen Dienst dar, den Uruguay seinen Nachbarn weiterhin erweisen kann.

Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich noch einmal auf jenen Zug zurückkommen, der in der Mitte dieses Platzes dargestellt ist. Die Redota nimmt einen besonderen Platz im Gedächtnis Uruguays ein: Sie erinnert an ein Volk, das auf die Probe gestellt wurde, das vieles von dem zurücklassen musste, was es besaß, und das inmitten der Ungewissheit zusammenzuhalten versuchte.

Die Reliefs dieses Denkmals erstrecken sich über alle vier Seiten des Sockels. Von einem einzigen Standort aus können wir bloß einen Teil jener Menschenmenge erblicken. Um die anderen zu entdecken, muss man nähertreten, den Sockel umrunden und den Blick auf die dargestellten Figuren richten. Das Volk zeigt sich gerade in der Gesamtheit. In jener Menschenmenge können wir etwas erkennen, das im Leben Uruguays fortbesteht: die gegenseitige Verantwortung, die es Menschen verschiedener Generationen und Lebensumstände ermöglicht, weiterhin eine gemeinsame Geschichte zu gestalten.

In dieses Uruguay bin ich als Nachfolger Petri und als Hirte gekommen, mit dem Wunsch, der pilgernden Kirche in diesem Land zu begegnen und mich mit Zuneigung ihrem ganzen Volk zu nähern. Die Verbindungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Uruguay reichen bis in die ersten Jahre seiner Unabhängigkeit zurück. In diesem Zusammenhang bestätigte mein Vorgänger, Papst Gregor XVI., die Befugnisse von Pater Dámaso Antonio Larrañaga und ernannte ihn durch ein Apostolisches Breve vom 14. August 1832 zum Apostolischen Vikar der Republik. Dieser Akt kirchlicher Natur wurde auch als stillschweigende Anerkennung der Unabhängigkeit des neuen Staates im Osten interpretiert, der damals bestrebt war, seine Stellung unter den Nationen zu festigen.

Mit einer von Glauben und Dienst geprägten Geschichte, die Jahrhunderte zurückreicht, möchte die Kirche dem uruguayischen Volk weiterhin das anbieten, was sie selbst empfangen hat – Jesus Christus und die Hoffnung seines Evangeliums – und im Rahmen ihres eigenen Auftrags mit all jenen zusammenarbeiten, die sich für das Gemeinwohl und die Würde eines jeden Menschen einsetzen.

Mögen es uns diese Tage ermöglichen, das zu stärken, was uns verbindet, und das Vertrauen zu erneuern, mit dem wir Schwierigkeiten begegnen und uns auf das vorbereiten, was vor uns liegt. Gott segne Uruguay, und die allerseligste Gottesmutter Maria, der sich dieses Volk in den Stunden seiner Entstehung anvertraut hat, möge es weiterhin auf seinem Weg durch die Geschichte begleiten. Vielen Dank.