<rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>vatican.va</title><link>https://www.vatican.va</link><description>vatican.va</description><language>de</language><item><title><![CDATA[Generalaudienz, 9. September 2026. Das Zweite Vatikanische Konzil im Licht seiner Dokumente. Pastorale Konstitution „Gaudium et spes“ (GS 12–22)  2.]]></title><pubDate>Wed, 09 Sep 2026 10:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/audiences/2026/documents/20260909-udienza-generale.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/audiences/2026/documents/20260909-udienza-generale.html</guid><description><![CDATA[<!-- Wed, 09 Sep 2026 11:34:25 +0200 --> <p><b>Speaker:</b></p>
<p>Liebe Brüder und Schwestern, die Konzilskonstitution <i><a href="https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html">Gaudium et spes</a></i> geht gleich zu Beginn auf die Würde des Menschen und ihren göttlichen Ursprung ein. Aufgrund seiner Gottebenbildlichkeit vermag der Mensch seinen Schöpfer zu erkennen und zu lieben. Im Lichte Christi erkennt er auch sich selbst und „seine höchste Berufung“ (<a href="https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html">GS</a> 22), seine wesentliche Bezogenheit auf Gott, seine Mitmenschen und die gesamte Schöpfung. Der Heilige Geist gibt uns das Leben in Christus, er macht uns frei und versichert uns unserer Würde als Kinder des himmlischen Vaters, die als Brüder und Schwestern Christi gerufen sind, stets die Würde jedes Menschen zu fördern und zu verteidigen.</p>
<p><b>Santo Padre:</b></p>
<p>Cari fratelli e sorelle, rivolgo un cordiale saluto ai pellegrini di lingua tedesca, in particolare ai numerosi partecipanti al pellegrinaggio dei cori della Diocesi di Würzburg, accompagnati dal loro Vescovo. Ricordiamoci che rendere lode e gloria a Dio è la nostra vocazione più alta. La sua lode sia sempre sulla vostra bocca (cfr. Sal 34,2)!</p>
<p><b>Speaker:</b></p>
<p>Liebe Brüder und Schwestern, einen herzlichen Gruß richte ich an die Pilger deutscher Sprache, besonders an die zahlreichen Teilnehmer der Wallfahrt der Kirchenchöre aus dem Bistum Würzburg in Begleitung ihres Bischofs. Erinnern wir uns daran, dass Gott zu loben und zu preisen unsere höchste Berufung ist. Sein Lob sei immer in eurem Mund (vgl. <i>Ps </i>34,29)!</p>
]]></description></item><item><title><![CDATA[Heilige Messe im Heiligtum der Muttergottes vom Guten Rat (Genazzano) (7. September 2026)]]></title><pubDate>Mon, 07 Sep 2026 18:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260907-messa-genazzano.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260907-messa-genazzano.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sat, 12 Sep 2026 12:22:23 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,</i></p> 
<p>wie ihr euch erinnert, habe ich bereits &raquo;in den ersten Tagen meines Pontifikats die Pflicht und einen tiefen Wunsch versp&uuml;rt, nach Genazzano zu kommen, zum Heiligtum der Mutter vom Guten Rat, die mich w&auml;hrend meines ganzen Lebens mit ihrer m&uuml;tterlichen Gegenwart, mit ihrer Weisheit und mit dem Beispiel ihrer Liebe zu ihrem Sohn begleitet hat, der immer das Zentrum meines Glaubens ist&laquo; (<i>Eintrag im G&auml;stebuch des Heiligtums</i>, 10. Mai 2025). Mit Freude bin ich wieder hier, um mit euch die Vigilfeier der Geburt Mariens zu begehen und dem Kind Maria das anzuvertrauen, was in dieser armen und zugleich gro&szlig;artigen Menschheit noch immer entsteht: zerbrechlich wie ein junger Spross und doch ein Zeichen der Treue Gottes. Ja, Maria ist die Morgenr&ouml;te eines anderen Tages, unserer Welt, die endlich vom B&ouml;sen befreit ist. Und wir sind hier bei ihr, um den Altar versammelt, von dem aus das Heil zu uns kommt und uns verwandelt, uns zu S&ouml;hnen im Sohn werden l&auml;sst. Bitten wir sie um ihren Guten Rat, damit wir das Gotteswort aufnehmen, es in uns bewahren und es durch mutige und weise Entscheidungen, durch Entscheidungen zu echter Bekehrung, ans Licht bringen.</p> 
<p>Liebe Schwestern und Br&uuml;der, an diesem Ort mit seiner alten augustinischen Tradition m&ouml;chte ich die eben verk&uuml;ndeten biblischen Texte&nbsp; betrachten, mit Hilfe des heiligen Thomas von Villanova, eines Augustinerbruders und Bischofs, der sein Leben dem Dienst an den Armen widmete und tief in die Wahrheit des Glaubens eindrang. Er verstand das Paradox der Kleinheit und, so k&ouml;nnte man sagen, der marginalen Stellung Marias, die doch im Heilsplan Gottes ins Zentrum gestellt wurde. Fragen wir uns: Was konnte zur Zeit Joachims und Annas die Geburt eines M&auml;dchens bedeuten? Der heilige Thomas von Villanova geht dieser Frage auf den Grund. Er schreibt: &raquo;Oft habe ich dar&uuml;ber nachgedacht und mich gefragt, warum die Evangelisten, die so ausf&uuml;hrlich &uuml;ber den heiligen Johannes den T&auml;ufer und die Apostel berichtet haben, uns die Geschichte der Jungfrau Maria, die alle anderen mit ihrer Lebensgeschichte und ihrer pers&ouml;nlichen Gr&ouml;&szlig;e &uuml;berragt, so knapp erz&auml;hlen. Warum, so frage ich mich, wird uns nicht geschildert, wie sie empfangen wurde, wie sie geboren und erzogen wurde, welche Gewohnheiten sie hatte, welche Tugenden sie schm&uuml;ckten, welche menschliche Beziehung sie zu ihrem Sohn pflegte, wie sie mit ihm umging, wie sie nach seiner Himmelfahrt mit den Aposteln lebte? All dies war wichtig, und die Gl&auml;ubigen h&auml;tten es mit besonderer Hingabe gelesen; auch das einfache Volk h&auml;tte daran Gefallen gefunden. O ihr Evangelisten, ich wende mich an euch! Warum habt ihr uns durch euer Schweigen einer so gro&szlig;en Freude beraubt? Warum habt ihr so freudige, so erwartete, so angenehme Einzelheiten ausgelassen?&laquo; (<i>Gesammelte Werke</i>&nbsp; VII, 266,8).</p> 
<p>In diesen Worten finden wir einen wichtigen Hinweis f&uuml;r unseren Glauben: die Heilige Schrift und ihre Verfasser zu befragen, mit dem Text gleichsam ins Gespr&auml;ch zu treten und mit den Zeugen der Offenbarung wie mit Freunden zu sprechen. Denn wir sind &raquo;Mitb&uuml;rger der Heiligen und Hausgenossen Gottes&laquo; (<i>Eph</i> 2,19). Und von Maria selbst lernen wir jene Klugheit, die mit Gott ins Gespr&auml;ch tritt, Fragen stellt (vgl. <i>Lk</i>&nbsp; 1,34) und die Ereignisse deutet, indem sie sie in ihrem Herzen bewahrt und miteinander in Verbindung bringt (vgl. <i>Lk</i>&nbsp; 2,19.51). Das Matth&auml;usevangelium scheint jedoch durch sein Schweigen dem heiligen Thomas von Villanova Recht zu geben. Wir haben es geh&ouml;rt: Es berichtet von Marias Anwesenheit, aber nicht von einem einzigen Wort von ihr. Und doch bewegt das blo&szlig;e Dasein Marias – und des Sohnes in ihr – die gesamte Geschichte: die von Josef und seinem ganzen Haus. Marias Anwesenheit bewirkt so etwas wie einen Sprung im Stammbaum Jesu, wie eine unerwartete Neuheit, die nicht nur die Erwartungen, sondern auch das vorhersehbare Verhalten eines Menschen ver&auml;ndern kann. Was Josef h&ouml;rt, was er beschlie&szlig;t und was er tut, ist in der Tat eine Antwort auf Gott und auf Marias Anwesenheit, auf ihre absolute Andersartigkeit, die jede m&ouml;gliche Rede und Erz&auml;hlung &uuml;bersteigt. In Maria findet das Heil ein Zuhause: Gott mit uns!</p> 
<p>Unser heiliger Thomas von Villanova schreibt weiter: &raquo;Nun, was diese &Uuml;berlegungen betrifft, von denen ich gesprochen habe, n&auml;mlich warum kein Buch &uuml;ber die Taten der Jungfrau geschrieben wurde, wie es etwa &uuml;ber die Taten des Paulus geschehen ist, […] f&auml;llt mir nur ein, dass es so war, weil es dem Heiligen Geist so gefiel. Und die Evangelisten haben unter seinem Antrieb &uuml;ber sie geschwiegen, aus dem einfachen Grund, weil die Herrlichkeit der Jungfrau, wie wir im Psalm lesen, ganz in ihrem Inneren war (vgl. <i>Ps</i>&nbsp; 44,14 Vulg.), und eher erahnt als beschrieben werden konnte. Als Zusammenfassung ihrer ganzen Geschichte gen&uuml;gt daher, was in diesem einen Satz zum Ausdruck kommt: Von ihr wurde Jesus geboren. Was willst du noch wissen? Was suchst du noch in der Jungfrau? Es gen&uuml;gt dir zu wissen, dass sie die Mutter Gottes ist&laquo; (<i>ebd</i>.).</p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern, angesichts dieses Geheimnisses erfasst uns gleichsam ein Schwindel: Es ist unm&ouml;glich, sich daran zu gew&ouml;hnen! Wir feiern die Geburt eines M&auml;d-chens, das dazu bestimmt ist, die Mutter seines Sch&ouml;pfers zu werden, die Mutter des Gottes, der rettet. Und doch wird einfach ein M&auml;dchen geboren – wie die T&ouml;chter und Enkelinnen, die wir in unseren Armen halten. Heute geben wir ihr edle und erhabene Titel, nennen sie Herrin und K&ouml;nigin. Doch der Weg Gottes war und bleibt einfacher und stiller – und ist dennoch nicht weniger kraftvoll und verwandelnd. Es ist der Weg Jesu selbst, des &raquo;Erstgeborenen unter vielen Br&uuml;dern&laquo; (<i>R&ouml;m</i> 8,29). Wie Maria sind auch wir &raquo;im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben&laquo; (<i>ebd</i>.): gewiss aus Gnade, aber indem wir uns nach seinem Weg sehnen und seinen Weg, seine Entscheidungen und seinen Lebensweg anderen Wegen vorziehen. In Jesus Christus hat Gott die bescheidensten geschichtlichen Verh&auml;ltnisse und das dem&uuml;tigste seiner Gesch&ouml;pfe erw&auml;hlt, um die Eigenart seines Reiches zu offenbaren. In diesem Reich hat &Uuml;berheblichkeit keinen Platz, und Allmacht bedeutet Sch&ouml;pfung, Dienst und Sorge um das Leben.</p> 
<p>Der heilige Thomas von Villanova f&uuml;gt hinzu: &raquo;Lass deiner Vorstellungskraft freien Lauf, weite die Grenzen deines Verstehens und male tief in deiner Seele das Bild eines ganz reinen, klugen, wundersch&ouml;nen, tief frommen, &uuml;beraus dem&uuml;tigen, sanftm&uuml;tigen jungen M&auml;dchens, erf&uuml;llt von aller Gnade, reich an Heiligkeit, geschm&uuml;ckt mit allen Tugenden, ausgestattet mit allen Charismen und ganz und gar Gott wohlgef&auml;llig. Vergr&ouml;&szlig;ere dieses Bild, soweit du kannst; stelle dir vor, so viel du vermagst&laquo; (<i>ebd</i>.). Thomas von Villanova l&auml;dt uns also zu dieser wunderbaren &Uuml;bung der Vorstellungskraft ein. Und er merkt an: &raquo;Der Heilige Geist hat sie nicht schriftlich beschrieben, sondern darauf gewartet, dass du sie dir innerlich ausmalst&laquo; (<i>ebd</i>., VII, 266,9). Liebe Br&uuml;der und Schwestern, genauso ist es: Im betrachtenden Gebet nimmt Gestalt an, wovon die Welt uns nichts erz&auml;hlt, was aber bereits existiert; was noch unsichtbar ist und doch in sich eine neue Art von Kraft tr&auml;gt. Es geht nicht um Fantasie, sondern um Prophetie. Wir brauchen sie in Zeiten der Zerst&ouml;rung und der Ungewissheit, um das Wirken Gottes zu erkennen und ihm zu dienen.</p> 
<p>Der Prophet Micha hat im winzigen Betlehem das Kommen eines Friedensk&ouml;nigs erkannt, durch den die Menschen endlich in Sicherheit im Land wohnen k&ouml;nnen (vgl. <i>Mi</i> 5,1-4). Und heute haben wir im Tagesgebet, als wir uns der kleinen Maria zuwandten, darum gebetet, dass &raquo;das Fest ihrer Geburt in uns den Frieden wachsen lasse&laquo;. Ja, liebe Schwestern und Br&uuml;der, wir wollen uns den Frieden vorstellen – die Grenzen unseres Verstehens weiten und ihn uns in unserer Seele ausmalen –, um zu erkennen, dass er schon da ist, um ihn aufzunehmen und ihm zu dienen. Er ist das Geschenk Gottes, der Hauch des Auferstandenen, das Wirken des Heiligen Geistes. Lassen wir den Frieden in uns wachsen. Er wird in der Welt aufbl&uuml;hen. Und die Mutter vom Guten Rat wird uns bei dieser Sendung begleiten.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Angelus, 6. September 2026]]></title><pubDate>Sun, 06 Sep 2026 13:41:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260906-angelus.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260906-angelus.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sun, 06 Sep 2026 14:24:02 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern, einen sch&ouml;nen Sonntag!</i></p> 
<p>Das Wort Gottes, das in der heutigen Sonntagsliturgie verk&uuml;ndet wird, bietet uns einige grundlegende Leitlinien f&uuml;r unser Denken und Handeln. Wir lesen im Brief an die R&ouml;mer: Alle Gebote &raquo;sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen N&auml;chsten lieben wie dich selbst&laquo; (<i>R&ouml;m</i> 13,9). Der heilige Paulus unterstreicht diesen Punkt mit einem sehr eindringlichen Bild, das auch im „Vaterunser“ vorkommt. Er schreibt n&auml;mlich: &raquo;Niemandem bleibt etwas schuldig, au&szlig;er der gegenseitigen Liebe!&laquo; (V. 8).</p> 
<p>Jesus hat uns gelehrt, um die Vergebung der Schuld zu bitten und sie zu leben. Es gibt jedoch ein Gut, das wir einander schulden, ohne darin gefangen zu bleiben: Das ist das Geschuldetsein der gegenseitigen Liebe. All die Aufmerksamkeit, die F&uuml;rsorge und das Gute, das wir empfangen haben, machen uns freier und f&auml;higer, Verantwortung zu &uuml;bernehmen.</p> 
<p>Im heutigen Sonntagsevangelium gibt Jesus jeder christlichen Gemeinschaft mindestens zwei Wege vor, die gegenseitige Liebe zu leben. Der erste besteht darin, f&auml;hig zu werden, die br&uuml;derliche Zurechtweisung auszu&uuml;ben. Das ist eine feinsinnige und allzu oft vergessene Kunst, die Offenheit und behutsames Vorgehen erfordert. Offen miteinander zu sprechen – zun&auml;chst unter vier Augen, dann, falls n&ouml;tig, unter zwei oder drei Personen, und schlie&szlig;lich, wenn notwendig, mit der gesamten Gemeinschaft – bedeutet, sich der Wirklichkeit zu stellen und Probleme und Konflikte in Prozesse zum Wachstum zu verwandeln. Klagen und L&auml;stereien sind einfacher, erzielen aber nichts und l&auml;hmen viele Situationen. Das Evangelium hingegen leitet uns zur Freiheit in der Liebe an.</p> 
<p>Es gibt noch eine zweite Art, einander geschwisterlich zu lieben, die f&uuml;r Jesus sogar das Gebet verwandelt: sich einig werden. Nicht nur, wenn es einen Konflikt gibt, sondern auch, um Gott um eine Gabe zu bitten. Der Herr sagt: &raquo;Was auch immer zwei von euch auf Erden einm&uuml;tig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten&laquo; (<i>Mt</i> 18,19). Diese Verhei&szlig;ung setzt voraus, dass wir gemeinsame W&uuml;nsche, gemeinsame Leiden und gemeinsame Hoffnungen haben k&ouml;nnen und durch das Gebet in der Einheit wachsen k&ouml;nnen. Ohne Glauben k&ouml;nnte sich jeder allein f&uuml;hlen und den anderen misstrauen, sie als Fremde und Feinde betrachten. Durch die Gnade sind wir hingegen Br&uuml;der und Schwestern, die sich einigen k&ouml;nnen, indem wir uns begegnen, vergeben und im Herrn einander zuh&ouml;ren.</p> 
<p>Bitten wir Maria, die nach der Verk&uuml;ndigung des Engels zu ihrer Cousine Elisabeth geeilt ist, um die Freude und die M&uuml;hen der Schwangerschaft mit ihr zu teilen, uns ebenfalls die freudige Pflicht der geschwisterlichen Liebe zu lehren.</p> 
<p>_________________________</p> 
<p><b>Nach dem Angelusgebet</b></p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,</p> 
<p>mit Betr&uuml;bnis habe ich die Nachrichten &uuml;ber die gewaltt&auml;tigen Angriffe verfolgt, die vor kurzem verschiedene St&auml;dte und zivile Infrastrukturen in der Ukraine getroffen und den Tod unschuldiger Menschen verursacht haben. Im Herzen nehme ich am Leid der Bev&ouml;lkerung teil, die seit Jahren in Angst und Schrecken lebt.</p> 
<p>Ich rufe erneut dazu auf, der Gewalt ein Ende zu setzen, die Zerst&ouml;rung zu stoppen und die Herzen f&uuml;r den Dialog und den Frieden zu &ouml;ffnen! Ich hoffe, dass die in diesen Tagen unternommenen Bem&uuml;hungen zur Wiederaufnahme der Verhandlungen konkrete Fr&uuml;chte tragen und Raum f&uuml;r die Diplomatie schaffen.</p> 
<p>Erheben wir unser Gebet zum Herrn, damit in allen Konflikten der Welt Eintracht herrsche.</p> 
<p>Ich hei&szlig;e euch alle herzlich willkommen, die R&ouml;mer und die Pilger aus verschiedenen L&auml;ndern. Danke, dass ihr hier seid!</p> 
<p>Besonders gr&uuml;&szlig;e ich die Gemeinschaft des interdi&ouml;zesanen Priesterseminars „<i>Studienhaus Sankt Lambert</i>“ aus Lantershofen (Deutschland).</p> 
<p>Mit Freude begr&uuml;&szlig;e ich die Pilgergruppe der Pfarrei Sant’Ulderico Vescovo aus Musestre (Treviso) sowie den Di&ouml;zesanchor des Bistums Oppido Mamertina-Palmi in Begleitung des Bischofs.</p> 
<p>W&auml;hrend wir nach der Sommerpause allm&auml;hlich wieder zu unseren gewohnten Alltagsaktivit&auml;ten zur&uuml;ckkehren, bitten wir den Herrn, uns zu begleiten und uns mit seinem Licht zu st&auml;rken.</p> 
<p>Ich w&uuml;nsche euch allen einen sch&ouml;nen Sonntag!</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[An die Seminaristen des Päpstlichen Seminars der Region Apulien »Pio XI« aus Molfetta und des bischöflichen Seminars aus Aversa (3. September 2026)]]></title><pubDate>Thu, 03 Sep 2026 12:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/september/documents/20260903-seminaristi-molfetta-aversa.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/september/documents/20260903-seminaristi-molfetta-aversa.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sat, 12 Sep 2026 12:33:37 +0200 --> <p><i>Liebe bisch&ouml;fliche Mitbr&uuml;der,<br /> liebe Priester, Seminaristen und Familienangeh&ouml;rige!</i></p> 
<p>Zun&auml;chst m&ouml;chte ich euch von Herzen f&uuml;r eure Anwesenheit hier und heute danken.</p> 
<p>Ihr seid auf zwei unterschiedlichen Wegen und aus zwei unterschiedlichen Regionen gekommen, aber in diesem Jahr haben eure beiden H&auml;user ein Jubil&auml;um zu feiern: In Molfetta gedenkt ihr des 100-j&auml;hrigen Bestehens des neuen Standorts, gew&uuml;nscht von Papst Pius XI., dessen Namen euer Seminar tr&auml;gt, w&auml;hrend ihr in Aversa den 300. Jahrestag der Er&ouml;ffnung des aktuellen Standorts begeht.</p> 
<p>Bei dieser Begegnung ist es mir ein Anliegen, einen Aspekt eures Ausbildungswegs zu unterstreichen: die Beziehung zu dem, der euch berufen hat. Studium, Disziplin, die einzelnen Etappen des Weges sind zu beachtende, wichtige Elemente, aber sie n&uuml;tzen nur, wenn sie auf die Beziehung zu Gott gegr&uuml;ndet sind.</p> 
<p>Der heilige Markus erz&auml;hlt in seinem Evangelium: &raquo;Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er selbst wollte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zw&ouml;lf ein&laquo;, die er Apostel nannte, &raquo;damit sie mit ihm seien und damit er sie aussende, zu verk&uuml;nden&laquo; (<i>Mk</i>&nbsp; 3,13-14).</p> 
<p>Diese Worte sagen bereits alles. Bei eingehenderer Betrachtung dieser kurzen Perikope k&ouml;nnen wir eine wunderbare Zusammen-fassung der Erfahrung erkennen, die f&uuml;r jeden Berufenen gilt, f&uuml;r all jene, die die Wahrheit der eigenen Berufung vertiefen m&ouml;chten. Da gibt es einen zu besteigenden Berg, wo man Christus erreicht und wo man vor allem mit ihm zusammen ist. Die Herzmitte der Erfahrung im Seminar dreht sich allein darum: lernen, bei Jesus, dem Herrn und Meister, zu sein.</p> 
<p>Der Evangelist berichtet, dass der Herr &raquo;die zu sich rief, die er selbst wollte&laquo; und unterstreicht damit unmittelbar die Freiheit Gottes, in dem jede Berufung ihren Ursprung hat. Es gibt keine Ausschreibung, keine Rangliste, und es steht auch nicht geschrieben, dass er die Besten ausw&auml;hlte: er w&auml;hlte, die er selbst wollte. In einer Welt, die sich so sehr abm&uuml;ht, Selbstverwirklichung zu zelebrieren, ist es wirklich wichtig zu betonen, dass keiner von euch und keiner von uns hier ist, weil er es sich verdient h&auml;tte, sondern wir sind hier allein aufgrund einer freien Erw&auml;hlung von Seiten Gottvaters, Zeichen und Unterpfand einer bedingungslosen Liebe, die uns immer vorausgeht und nie entt&auml;uscht.</p> 
<p>Liebe Seminaristen, eure Pr&auml;senz im Priesterseminar&nbsp; ist bereits ein Zeichen der Hoffnung f&uuml;r die ganze Kirche, und zwar nicht Zeichen eines vagen Optimismus, sondern der Gewissheit, dass der Herr immer beruft, in jeder Epoche der Geschichte und an jedem Ort. Wenn ich auf einen jeden von euch blicke, betrachte ich das Wunder Gottes, der nie m&uuml;de wird, im Herzen der jungen Menschen mit leiser Stimme davon zu sprechen, wie sch&ouml;n es ist, das Leben f&uuml;r ihn und f&uuml;r die Kirche hinzugeben.</p> 
<p>Jede Berufung entsteht aus einem vertrauten Dialog in der Stille und im Gebet, der oft &raquo;trotz des manchmal ohrenbet&auml;ubenden L&auml;rms der Welt&laquo; stattfindet (Leo XIV., <i>Botschaft zum 63. Weltgebetstag f&uuml;r Berufungen</i>, 16. M&auml;rz 2026). Dort entscheidet sich alles, und damit dieser Dialog stattfindet, muss man lernen, bei ihm zu sein.</p> 
<p>Ihr habt viele Beispiele daf&uuml;r, aber ich glaube, dass der ehrw&uuml;rdige Diener Gottes Bischof Don Tonino Bello euch allen besonders deutlich vor Augen f&uuml;hrt, was es bedeutet, Priester und Bischof zu sein – nicht in Worten, sondern in jeder Geste und jeder Entscheidung – und dies bis ins Letzte zu bezeugen.</p> 
<p>Aus diesem Grund bleibt die Zeit im Seminar notwendig, heute nicht weniger als fr&uuml;her. In einer Welt, die immer in Eile ist und jedes l&auml;ngere Innehalten mit Argwohn betrachtet, k&ouml;nnte man meinen, dies sei ein Luxus oder eine &uuml;berholte Institution, doch dem ist nicht so. Gerade weil unsere Zeit schnelllebig und laut ist, sind ein Ort und eine Lebensphase notwendig, wo man lernt, zu verweilen, zu unterscheiden und sich ohne abk&uuml;rzende Wege formen zu lassen. Das Seminar ist kein Aufschub der Sendung, sondern deren Voraussetzung. Das sollte man nicht unterbewerten.</p> 
<p>Denn nachdem man die Stimme des Herrn geh&ouml;rt hat, ist es notwendig, zu ihm zu gehen und auf den Berg zu steigen, und dies kann zuweilen m&uuml;hsam sein, weil man zu Fu&szlig; gehen muss, manchmal etwas atemlos, ohne schon den Gipfel zu sehen.</p> 
<p>Die M&uuml;he des geistlichen Lebens wird jedoch unterst&uuml;tzt durch die Sch&ouml;nheit der Br&uuml;derlichkeit und der gemeinsam geteilten Sendung. Denn auf dem Berg beruft Jesus nicht nur Einen, sondern er beruft Zw&ouml;lf, mit unterschiedlichsten und aus unserer Sicht manchmal zweifelhaften Pers&ouml;nlichkeiten. Der Herr versammelt sie, stellt sie Seite an Seite, damit sie lernen, dass Kirche gemeinsam gelebt wird: Sie geh&ouml;rt keinem von uns, und wir alle sind aufgerufen, sie zu lieben und ihr als ein einziger Leib zu dienen. Ihr, die ihr aus Molfetta kommt, erlebt dies auf besondere Weise, denn im Regionalseminar ist die Gemeinschaft zwischen den Kirchen Apuliens kein Ideal, sondern konkrete Freundschaft, die in diesen Jahren entsteht und euch als Priester ein Leben lang begleiten wird.</p> 
<p>Denn so wie &raquo;kein Hirte allein existiert&laquo; (vgl. Leo XIV., Apostolisches Schreiben <i>Eine Treue, die Zukunft schafft</i>, 8. Dezember 2025, 15), so kann auch kein Seminarist an einen privaten Weg mit dem Herrn denken: Er muss immer die Sch&ouml;nheit der vermittelnden Kirche sp&uuml;ren und erleben. Das Priesterseminar sollte nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung sein, sondern zuallererst &raquo;eine ›Schule der Affektivit&auml;t‹&laquo; (<i>ebd</i>., 12). Und euch, liebe Ausbilder, bitte ich, die ersten Lehrmeister jener F&uuml;rsorge und Geschwisterlichkeit zu sein, die in von N&auml;chstenliebe und Wahrheit gepr&auml;gten, authentischen – pers&ouml;nlichen und gemeinschaftlichen – Beziehungen zum Ausdruck kommen. Ausbilder wird man nicht einfach so: Euer Dienst ist &auml;u&szlig;erst delikat und man muss sich mit Weisheit, Geduld und Liebe darauf vorbereiten.</p> 
<p>Es bleibt der letzte Schritt: der Schritt, mit dem man vom Berg herabsteigt, denn der Berg ist kein R&uuml;ckzugsort. Jesus f&uuml;hrt die Zw&ouml;lf nicht hinauf, um sie in Sicherheit zu bringen, sondern damit sie – nachdem sie Gott erfahren haben – ausgesandt werden k&ouml;nnen, um der Welt dieses neue Leben mitzuteilen.</p> 
<p>Ihr werdet also gerufen sein, vom Berg hinabzusteigen, um zu den Menschen in eurer Heimat gesandt zu werden: zu den Familien, die m&uuml;hsam ihr Auskommen suchen; zu den jungen Menschen, die mit zwanzig Jahren ihre Koffer packen, um Arbeit zu suchen; zu den einsamen alten Menschen; zu den Ausgegrenzten; zu denen, die keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen. Der Priester ist zu allen gesandt, damit er allen die Sch&ouml;nheit des Glaubens an Jesus Christus verk&uuml;ndet, die frohe Botschaft von unserem Heil. Es ist das Heil, das uns durch Maria geschenkt wurde. Vertraut euch ihr an, als derjenigen, die als Erste das getan hat, was heute von euch gefordert wird. Bittet Maria um die Gnade, jeden Tag euer &raquo;Ja&laquo; zu Jesus, dem Herrn, zu sagen.</p> 
<p>Liebe Seminaristen, bevor wir einander kurz pers&ouml;nlich begegnen, m&ouml;chte ich euch danken. Ich m&ouml;chte euch danken im Namen der Kirche f&uuml;r das &raquo;Ja&laquo;, das ihr gesagt habt und das ihr jeden Tag neu sagt: Es ist weder leicht noch in der heutigen Welt selbstverst&auml;ndlich, und die Kirche wei&szlig; das sehr gut.</p> 
<p>Und ein besonderes Wort des Dankes m&ouml;chte ich an alle hier anwesenden Familien richten. Eine Berufung entsteht nie ohne einen geeigneten Kontext und braucht meist ein Zuhause, Eltern, die beten und loszulassen wissen. Euch, liebe Familien, gilt mein Dank und der Dank der ganzen Kirche.</p> 
<p>Ich begr&uuml;&szlig;e und segne die Diakone, die in wenigen Tagen zum Priester geweiht werden: Ich trage euch in meinem pers&ouml;nlichen Gebet, damit ihr stets treue, freudige und mutige J&uuml;nger des Herrn sein m&ouml;gt. Wir werden f&uuml;r euch alle beten.</p> 
<p>Von Herzen segne ich euch und eure Bisch&ouml;fe, eure Ausbilder, eure Familien und die Gemeinden, die euch bereits erwarten und f&uuml;r euch beten. Danke.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[An die Mitglieder der Konferenz der Lateinischen Bischöfe der Arabischen Regionen (CELRA) (3. September 2026)]]></title><pubDate>Thu, 03 Sep 2026 11:30:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/september/documents/20260903-celra.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/september/documents/20260903-celra.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sat, 12 Sep 2026 12:30:22 +0200 --> <p><i>Eure Seligkeit,<br /> verehrte Mitbr&uuml;der im Bischofsamt,<br /> liebe Anwesende!</i></p> 
<p>Mit gro&szlig;er Freude empfange ich euch, die Hirten der Konferenz der Lateinischen Bisch&ouml;fe der Arabischen Regionen. Durch euch m&ouml;chte ich meinen Gru&szlig; an die Priester, die Gottgeweihten und alle Gl&auml;ubigen eurer Gemeinschaften richten. Mit den Worten des Apostels Paulus w&uuml;nsche ich allen: &raquo;Gnade sei mit euch und Friede von Gott&laquo; (<i>R&ouml;m</i> 1,7).</p> 
<p>Eure Konferenz vereint Ortskirchen, die in einem gro&szlig;r&auml;umigen und vielschichtigen Umfeld pr&auml;sent sind und oft in einem von politischen, sozialen und religi&ouml;sen Spannungen gepr&auml;gten Kontext wirken.</p> 
<p>Eure Kirchen haben das Zeugnis des Martyriums erlebt: Denken wir an Sr. Leonella Sgorbati, Consolata-Missionsschwester, die Missionarinnen der N&auml;chstenliebe, die im Jemen get&ouml;tet wurden, w&auml;hrend sie den Schw&auml;chsten dienten, und an die vielen Priester, Ordensleute und Gl&auml;ubigen, die im Irak, in Syrien und in anderen von Gewalt gezeichneten L&auml;ndern ihr Leben hingegeben haben. Vielleicht kennt die Welt ihre Namen nicht, aber Gott kennt sie sehr gut. Ihre Treue zum Evangelium bleibt ein helles Licht f&uuml;r eure Gemeinschaften und eine Aufforderung, weder Angst noch Resignation nachzugeben.<br /> <br /> Wenn die Gemeinschaften schw&auml;cher werden und viele Familien zur Emigration gezwungen sind, wird euer Dienst umso notwendiger. Seid als Hirten immer eurem Volk nahe mit der F&auml;higkeit seine Wunden zu teilen, zuzuh&ouml;ren, zu unterst&uuml;tzen und zu tr&ouml;sten, damit durch eure Gegenwart die N&auml;he Gottes sichtbar werden kann.</p> 
<p>Habt keine Angst davor, klein zu sein. Die Fruchtbarkeit der Kirche wird nicht an Zahlen, Strukturen oder Ressourcen gemessen, sondern an der Treue zum Evangelium. Eine kleine Gemeinschaft kann, wenn sie in Christus verwurzelt ist, eine wertvolle Pr&auml;senz sein: nicht, weil sie nach Macht strebt, sondern weil sie dient; nicht, weil sie sich behauptet, sondern weil sie Zeugnis gibt; nicht, weil sie mit noch mehr Gewalt auf Gewalt antwortet, sondern weil sie der Gewalt die N&auml;chstenliebe entgegenstellt.</p> 
<p>Im Herzen der von Konflikten und Spaltungen gezeichneten Gesellschaften sollen eure Gemeinschaften zeigen, dass es m&ouml;glich ist, gemeinsam zu leben, zu dienen und zu hoffen. Durch Pfarreien, Schulen, Krankenh&auml;user und Werke der N&auml;chstenliebe setzt ihr das Evangelium in konkrete Praxis um, indem ihr die Bed&uuml;rftigen aufnehmt, anh&ouml;rt und unterst&uuml;tzt. Ihr unterst&uuml;tzt insbesondere die Ordensgemeinschaften, die gro&szlig;herzig an der Seite der Armen und Schwachen bleiben.</p> 
<p>Inmitten all der Notsituationen sollt ihr das Wesentliche der Sendung der Kirche nicht aus den Augen verlieren: die Verk&uuml;ndigung des Evangeliums, das Gebet, die Sakramente, christliche Bildung und Formung. Eine Kirche die zum Dienen f&auml;hig ist muss vor allem eine Kirche sein, die betet, die das Wort Gottes h&ouml;rt und aus den Sakramenten lebt.</p> 
<p>Nehmt euch besonders der Sorge f&uuml;r die Familien und die jungen Menschen an. M&ouml;gen die Familien, auch wenn sie mit Schwierigkeiten und Unsicherheiten zu k&auml;mpfen haben, mit der Unterst&uuml;tzung der Gemeinschaft weiterhin der erste Ort bleiben, an dem der Glaube empfangen und weitergegeben wird. Die Jugendlichen, die oft zwischen gro&szlig;en Hoffnungen und einer ungewissen Zukunft hin- und hergerissen sind, m&ouml;gen in der Kirche ein Zuhause finden, das sie aufnimmt, ihnen zuh&ouml;rt und ihnen hilft, den Wert ihres Lebens zu erkennen. Die Katechese m&ouml;ge Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu einer lebendigen Begegnung mit Christus f&uuml;hren, damit der Glaube gekannt, gelebt und von Generation zu Generation weitergegeben wird.</p> 
<p>K&uuml;mmert euch auch um Migranten, die vor allem in den Golfstaaten sehr zahlreich sind. Viele von ihnen leben fern von ihren Angeh&ouml;rigen und erleben Einsamkeit und Unsicherheit. M&ouml;gen eure Gemeinschaften ein Zuhause sein, in dem sich niemand fremd f&uuml;hlt. Verteidigt die W&uuml;rde jedes Menschen und erkennt in jedem Migranten einen Bruder und eine Schwester: So wird die N&auml;chstenliebe zum Zeugnis des Evangeliums und zur Schule der Geschwisterlichkeit.</p> 
<p>Bewahrt und st&auml;rkt die Gemeinschaft zwischen den Kirchen und den verschiedenen Riten. Die Vielfalt der christlichen Traditionen ist ein Reichtum, den es in Einheit zu leben gilt. Aus dieser Gemeinschaft m&ouml;ge ein aufrichtiger Dialog mit den anderen christlichen Gemeinschaften, mit den Muslimen und mit den verschiedenen religi&ouml;sen Traditionen entstehen. Dialog bedeutet nicht, die eigene Identit&auml;t aufzugeben, sondern sie ohne Angst vor Begegnung zu leben. Dort, wo der Krieg Misstrauen ges&auml;t hat, kann jede Geste der Wertsch&auml;tzung, der Zusammenarbeit und des Respekts ein Schritt zu Vers&ouml;hnung und Frieden sein.</p> 
<p>Eure Aufgabe besteht nicht einfach darin, eine christliche Pr&auml;senz aufrechtzuerhalten, sondern Christus zu vergegenw&auml;rtigen, das hei&szlig;t ihn im Wort zu verk&uuml;nden, ihn in den Sakramenten zu feiern, ihm im Gebet zu begegnen und ihn in den Armen, den Leidenden, den Migranten und in jedem Menschen zu erkennen, der eurer Sorge anvertraut ist.</p> 
<p>Ihr seid nicht dazu berufen, alle Probleme eurer L&auml;nder zu l&ouml;sen, sondern dem Evangelium und dem euch anvertrauten Volk treu zu bleiben. Strebt nicht in erster Linie nach Erfolg oder Anerkennung: Strebt nach Treue. Seid eine Stimme der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens: M&auml;nner des Gebets, Hirten, die ihrem Volk nahe sind, Baumeister der Vers&ouml;hnung und Zeugen der Barmherzigkeit.<br /> <br /> Habt keine Angst davor, zu s&auml;en, ohne sofort die Fr&uuml;chte zu sehen. Das S&auml;en liegt in eurer Hand; das Wachsen liegt in Gottes Hand. Keine im Namen Christi vollbrachte Tat ist vergeblich: ein Gebet, ein Wort des Trostes, eine begleitete Familie, ein an den Glauben herangef&uuml;hrtes Kind, ein aufgenommener Armer: all das sind Samen einer neuen Zukunft.</p> 
<p>Liebe Br&uuml;der, setzt euren Weg voller Zuversicht fort. Ihr seid nicht allein. Die Weltkirche blickt mit Zuneigung auf eure Gemeinschaften und erkennt in ihrer Beharrlichkeit, im auch in der Pr&uuml;fung gelebten Glauben und im Mut zum Dienst ein wertvolles Zeugnis f&uuml;r die gesamte Kirche.</p> 
<p>Ich vertraue euch, eure Ortskirchen und alle V&ouml;lker eurer L&auml;nder dem Schutz der Jungfrau Maria, Mutter der Kirche und K&ouml;nigin des Friedens, an. M&ouml;ge sie die Familien, die Jugendlichen, die Migranten, die Kranken und die Armen begleiten. M&ouml;ge sie alle Leidenden st&auml;rken und all jene erleuchten, die politische und gesellschaftliche Verantwortung tragen, damit sie das Gemeinwohl anzustreben wissen und Wege der Vers&ouml;hnung ebnen k&ouml;nnen.</p> 
<p>Auf euch und auf alle Gl&auml;ubigen, die euch anvertraut sind, rufe ich von ganzem Herzen die F&uuml;lle des Segens des Herrn herab. Er bewahre euch im Glauben, mache euch standhaft in der Hoffnung und gro&szlig;herzig in der Liebe und gew&auml;hre euren Gemeinschaften und allen V&ouml;lkern eurer L&auml;nder das kostbare Geschenk des Friedens.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Generalaudienz, 2. September 2026]]></title><pubDate>Wed, 02 Sep 2026 10:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/audiences/2026/documents/20260902-udienza-generale.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/audiences/2026/documents/20260902-udienza-generale.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sat, 12 Sep 2026 12:26:51 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,<br /> guten Tag und herzlich willkommen!</i></p> 
<p>Mit der heutigen Begegnung beginnen wir, &uuml;ber die Pastorale Konstitution <i>Gaudium et spes</i>&nbsp; nachzudenken, mit der das Zweite Vatikanische Konzil ein grundlegendes Thema vertiefen wollte: die Beziehung der Kirche zur Welt von heute. Der heilige Johannes XXIII. hat bereits in der Er&ouml;ffnungsansprache vom 11. Oktober 1962 gesagt, dass er v&ouml;llig anderer Meinung sei als die &raquo;Ungl&uuml;ckspropheten&laquo;, die &raquo;die zwar von religi&ouml;sem Eifer brennen, aber […] unabl&auml;ssig davon [reden], dass unsere Zeit im Vergleich zur Vergangenheit dauernd zum Schlechteren abgeglitten sei. Sie benehmen sich so, als h&auml;tten sie nichts aus der Geschichte gelernt&laquo; (Ansprache <i>Gaudet Mater Ecclesia</i>, 11. Oktober 1962, 4.2). Daher die den Konzilsv&auml;tern anvertraute Aufgabe: &raquo;In der gegenw&auml;rtigen Entwicklung der menschlichen Ereignisse, durch welche die Menschheit in eine neue Ordnung einzutreten scheint, muss man viel eher einen verborgenen Plan der g&ouml;ttlichen Vorsehung anerkennen. Dieser verfolgt mit dem Ablauf der Zeiten, durch die Werke der Menschen und meist &uuml;ber ihre Erwartungen hinaus sein eigenes Ziel, und alles, auch die entgegengesetzten menschlichen Interessen, lenkt er weise zum Heil der Kirche&laquo; (<i>ebd.</i>&nbsp; 4,4).<br /> <br /> Drei Jahre sp&auml;ter erkannte die Ver&ouml;ffentlichung von <i>Gaudium et spes</i> in diesen &Uuml;berlegungen ein grundlegendes Element des Wesens der Kirche an und beschrieb es als ihren pastoralen Charakter: daher die Bezeichnung &raquo;Pastorale Konstitution&laquo;. Es geht nicht um einen naiven Optimismus, sondern um eine erneuerte Treue zum Geheimnis Christi, der, indem er Mensch wird, unser Leben mit uns teilen will: Er musste &raquo;in allem seinen Br&uuml;dern gleich sein&laquo; (<i>Hebr</i> 2,17; vgl. 4,15), und er hat die Folgen der S&uuml;nde auf sich genommen, indem er sich &raquo;als L&ouml;segeld hingegeben hat f&uuml;r alle&laquo; (<i>1 Tim</i> 2,6). Dieses Teilen mit der Menschheit ist der Weg, den Christus von der Kirche verlangt; daher wird die Konzilskonstitution <i>Gaudium et spes</i> mit den Worten er&ouml;ffnet, dass die Kirche &raquo;Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedr&auml;ngten aller Art&laquo; als ihre eigenen versp&uuml;rt (<i>GS</i>&nbsp; 1).</p> 
<p>Dieses Miteinander-Teilen ruft uns auf, aus jeglicher Passivit&auml;t und Gleichg&uuml;ltigkeit gegen&uuml;ber den Ereignissen, die geschehen, gegen&uuml;ber der Geschichte und dem Leben der Menschen, vor allem gegen&uuml;ber dem raschen und tiefgreifenden Wandel, den wir heute erleben, herauszukommen. Es ist nicht m&ouml;glich, gleichg&uuml;ltige Zuschauer zu bleiben, sondern man muss vielmehr mit dem Herzen h&ouml;ren, sich hinterfragen lassen, sich einbeziehen lassen. Mit Christus und getragen von der Kraft seines Geistes sind die Gl&auml;ubigen aufgerufen, sich die Schwierigkeiten der Geschwister zu eigen zu machen – vor allem jener, die von Unrecht, von Diskriminierung, von Gewalt erdr&uuml;ckt sind. Denn nur im Miteinander-Teilen und im Einsatz ist es m&ouml;glich, zu angemessenen Antworten zu gelangen, stets getragen von der Gewissheit, dass &raquo;die Leiden der gegenw&auml;rtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll&laquo; (<i>R&ouml;m</i> 8,18).</p> 
<p>In diesem Sinne macht die N&auml;he zur Menschheit uns offen f&uuml;r ein tieferes Verst&auml;ndnis der Ereignisse und auch der Offenbarung selbst, und in derselben Perspektive, so <i>Gaudium et spes</i> , &raquo;obliegt der Kirche allzeit die Pflicht, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten&laquo; (<i>GS</i> , 4). Diese Konzilskonstitution hat also die Kirche zu einem st&auml;ndigen Streben nach Umkehr aufgerufen, um zu bezeugen, dass &raquo;kein irdischer Machtwille&laquo; sie bestimmt, sondern &raquo;nur dies eine: unter F&uuml;hrung des Geistes, des Tr&ouml;sters, das Werk Christi selbst weiterzuf&uuml;hren, der in die Welt kam, um der Wahrheit Zeugnis zu geben; zu retten, nicht zu richten; zu dienen, nicht sich bedienen zu lassen&laquo; (<i>GS</i>&nbsp; 3).</p> 
<p>Tats&auml;chlich handelt es sich nicht einfach um eine moralische Anordnung. Papst Franziskus hat uns in Erinnerung gerufen: &raquo;F&uuml;r die Kirche ist die Option f&uuml;r die Armen in erster Linie eine theologische Kategorie und erst an zweiter Stelle eine kulturelle, soziologische, politische oder philosophische Frage. […] Wir sind aufgerufen, Christus in ihnen zu entdecken, uns zu Wortf&uuml;hrern ihrer Interessen zu machen, aber auch ihre Freunde zu sein, sie anzuh&ouml;ren, sie zu verstehen und die geheimnisvolle Weisheit anzunehmen, die Gott uns durch sie mitteilen will&laquo; (Apostolisches Schreiben <i>Evangelii gaudium</i>, 198).<br /> <br /> Das christliche Miteinander-Teilen verpflichtet dazu, sich der Wirklichkeit anzunehmen und auch die Widerspr&uuml;che zu entlarven, die das pers&ouml;nliche und gesellschaftliche Leben der heutigen Welt kennzeichnen: zum Beispiel ein wissenschaftlicher und technologischer Fortschritt, der immer neue M&ouml;glichkeiten bietet, aber nur f&uuml;r einige, und den der Mensch nicht immer so nutzen kann, dass er &raquo;ihm wirklich dient&laquo;; oder eine klarere Kenntnis der &raquo;Gesetze des gesellschaftlichen Lebens&laquo;, jedoch begleitet von Unsicherheiten, &raquo;welche Ausrichtung er ihm geben soll&laquo;; oder auch eine gr&ouml;&szlig;ere Verf&uuml;gbarkeit von &raquo;Reichtum, M&ouml;glichkeiten und wirtschaftlicher Macht&laquo;, und doch leidet heute ebenso wie zur Zeit des Konzils &raquo;noch ein ungeheurer Teil der Bewohner unserer Erde Hunger und Not&laquo; (<i>GS</i>&nbsp; 4); oder ein gemeinsames Bewusstsein, dass die Zukunft des Planeten auf dem Spiel steht, und gleichzeitig die Unf&auml;higkeit, auf egoistischen Konsum zu verzichten sowie auf die Illusion, dass der Krieg ein nachhaltiger Weg ist, um den Frieden aufzubauen.</p> 
<p>In einer Zeit, die von tiefgreifenden Ver&auml;nderungen gepr&auml;gt ist, von denen ein besorgniserregendes Ungleichgewicht ausgeht, ist die Kirche aufgerufen, dem Menschen zu dienen, indem sie den tiefsten Fragen seines Herzens und den Sehns&uuml;chten, die ihm innewohnen, Geh&ouml;r schenkt und in Christus auf den &raquo;Schl&uuml;ssel, den Mittelpunkt und das Ziel der ganzen Menschheitsgeschichte&laquo; verweist (<i>GS</i>&nbsp; 10). Daher muss in der Kirche auf jeder Ebene, in jeder Epoche die barmherzige &raquo;Kenosis&laquo; Christi umgesetzt werden, denn er &raquo;hielt nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er ent&auml;u&szlig;erte sich und wurde wie ein Sklave […] und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz&laquo; (<i>Phil</i>&nbsp; 2,6-8).</p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern, die Freude und die Hoffnung – <i>gaudium et spes –</i>&nbsp; m&ouml;gen die Kennzeichen einer Kirche sein, die das Evangelium verk&uuml;ndet und bezeugt, indem sie sich den Frauen und M&auml;nnern unserer Zeit zur N&auml;chsten macht.</p> 
<p style="text-align: center;"><b>* * *</b></p> 
<p>Herzlich gr&uuml;&szlig;e ich die Pilger deutscher Sprache. Nehmen wir mit Freude und Hoffnung am Evangelisierungswerk der Kirche teil, damit das Licht Christi in den Herzen aller Menschen erstrahlen m&ouml;ge.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Heilige Messe für die Bewahrung der Schöpfung (Borgo Laudato si’, Gärten der Päpstlichen Villen von Castel Gandolfo, 1. September 2026)]]></title><pubDate>Tue, 01 Sep 2026 18:30:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260901-messa-custodia-creazione.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260901-messa-custodia-creazione.html</guid><description><![CDATA[<!-- Tue, 01 Sep 2026 19:18:50 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern</i>,</p> 
<p>in den Lesungen, die f&uuml;r die heutige Liturgie, den Weltgebetstag f&uuml;r die Bewahrung der Sch&ouml;pfung, ausgew&auml;hlt worden sind, werden wir zweimal eingeladen, &uuml;ber die Werke des Herrn nachzudenken – etwas, das uns inmitten dieser wundersch&ouml;nen G&auml;rten sicherlich nicht schwerf&auml;llt.</p> 
<p>Das Buch der Weisheit fordert uns dazu auf, die Sch&ouml;nheit und die Gewaltigkeit der Sch&ouml;pfung zu betrachten, um ihren Sch&ouml;pfer w&uuml;rdigen zu k&ouml;nnen (vgl. <i>Weish</i> 13,1-9). Es ist oberfl&auml;chlich, sich mit der Betrachtung des Feuers, des Windes, des st&uuml;rmischen Wassers oder der Sterne am Himmel zu begn&uuml;gen, ohne dabei zum Sch&ouml;pfer all dieser Wunder zur&uuml;ckzugehen.</p> 
<p>Der <i>Psalm</i> 18 spornt uns dazu an, den Blick zu erheben, um den Himmel zu betrachten, der von der Herrlichkeit Gottes erz&auml;hlt, und das Firmament, das das Werk seiner H&auml;nde verk&uuml;ndet. Die ganze Sch&ouml;pfung spricht zu uns von der Erhabenheit des Sch&ouml;pfers, sofern unser Blick und unser Herz f&uuml;r dieses gro&szlig;e Geheimnis offen sind.</p> 
<p>Auch der Text des Matth&auml;usevangeliums (vgl. <i>Mt</i> 6,24-34) l&auml;dt uns zur Betrachtung der Sch&ouml;pfung ein und unterstreicht dabei die besondere Liebe des Herrn zum Menschen. Wenn wir voller Staunen die V&ouml;gel des Himmels und die Lilien auf dem Feld bewundern, die in den Augen des Sch&ouml;pfers so wertvoll sind, dann verstehen wir, wie gro&szlig; die Liebe Gottes zu uns ist. Wenn es der Herr n&auml;mlich nicht vers&auml;umt, Pflanzen und Tieren &uuml;ppige Sch&ouml;nheit zu verleihen und f&uuml;r alles N&ouml;tige zu sorgen, um wie viel mehr wird er dann auf die Bed&uuml;rfnisse seiner geliebten S&ouml;hne und T&ouml;chter achten!</p> 
<p>W&auml;hrend wir heute Abend der Einladung folgen, innezuhalten und vor den Werken Gottes nachzudenken, beginnen wir die „Sch&ouml;pfungszeit“, einen f&uuml;nfw&ouml;chigen Zeitraum, der dem Gebet und dem Engagement f&uuml;r die Bewahrung unseres „gemeinsamen Hauses“ gewidmet ist. Lasst uns daher heute und an den kommenden Tagen ein paar Minuten Pause vom Trubel des Alltags einlegen, um die gro&szlig;e Harmonie zu genie&szlig;en, deren Teil wir sind. Stellen wir f&uuml;r all die Ger&auml;usche menschlicher Werke die „Stummschaltung“ ein, um der wohlklingenden Stimme der Sch&ouml;pfung zu lauschen, durch die Gott, der Sch&ouml;pfer aller Dinge, zu uns spricht.</p> 
<p>Diese kontemplative &Uuml;bung, die die Begegnung mit dem Herrn beg&uuml;nstigt, ist ein erster Schritt hin zu &raquo;einer echten &ouml;kologischen Umkehr, wo die Auswirkungen unserer Begegnung mit Jesus Christus in unserer Beziehung zur uns umgebenden Welt deutlich sichtbar werden&laquo; (<i><a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/en/messages/creation/documents/20260815-messaggio-giornata-curacreato.html">Botschaft zum 11. Weltgebetstag f&uuml;r die Bewahrung der Sch&ouml;pfung</a></i>).</p> 
<p>Aus der Betrachtung der Sch&ouml;pfung und aus der Begegnung mit dem Sch&ouml;pfer entsteht das Bewusstsein f&uuml;r unseren besonderen Platz innerhalb des wunderbaren Plans Gottes und f&uuml;r unsere pers&ouml;nliche und gemeinschaftliche Verantwortung f&uuml;r die Bewahrung der urspr&uuml;nglichen Harmonie. So entsteht aus dem Bewusstsein unserer Unzul&auml;nglichkeiten und Fehler ein neues Engagement, um die Beziehungen unter den Gesch&ouml;pfen nach dem Willen ihres Sch&ouml;pfers wiederherzustellen.</p> 
<p>Deshalb wiederholt die Botschaft zum heutigen Tag &raquo;de[n] prophetische[n] Aufruf, „Schwerter zu Pflugscharen umzuschmieden“ (<i>Jes</i> 2,4), […], Leid in Leben zu verwandeln&laquo;. Es ist noch nicht zu sp&auml;t, und die Sch&ouml;pfungszeit ruft uns zu einer tiefgreifenden Umkehr auf: &raquo;Was zur Zerst&ouml;rung genutzt wurde, kann nun f&uuml;r das Leben eingesetzt werden, zur Sorge f&uuml;r die Armen, zur Ern&auml;hrung der Hungernden und zur Bewahrung der Sch&ouml;pfung&laquo; (<i><a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/en/messages/creation/documents/20260815-messaggio-giornata-curacreato.html">Botschaft zum 11. Weltgebetstag f&uuml;r die Bewahrung der Sch&ouml;pfung</a></i>).</p> 
<p>Der Zeitraum, den wir heute er&ouml;ffnen, endet am kommenden 4. Oktober, dem Tag, an dem wir den 800. Jahrestag des <i>Transitus </i>des heiligen Franz von Assisi begehen werden. Papst Franziskus hat sich insbesondere von ihm inspirieren lassen, als er seine Enzyklika <i>Laudato si’</i> verfasste und als er dieses Dorf ins Leben rief, in dem wir uns nun befinden.</p> 
<p>Verbinden wir uns also im Geiste mit dem „Poverello“ von Assisi und machen wir uns seinen Lobgesang zu eigen:</p> 
<p>&raquo;Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Gesch&ouml;pfen,<br /> besonders dem Herrn Bruder Sonne, […].<br /> Gelobt seist du, mein Herr, f&uuml;r Schwester Mond und die Sterne. […].<br /> Gelobt seist du, mein Herr, f&uuml;r Bruder Wind, […].<br /> Gelobt seist du, mein Herr, f&uuml;r Schwester Wasser. […].<br /> Gelobt seist du, mein Herr, f&uuml;r Bruder Feuer, […].<br /> Gelobt seist du, mein Herr, f&uuml;r unsere Schwester Mutter Erde, die uns erh&auml;lt und lenkt.&laquo;</p> 
<p>Lasst uns zusammen mit dem heiligen Franz von Assisi unser Engagement erneuern, jene universale Geschwisterlichkeit zu leben und zu f&ouml;rdern, die mit der Aufgabe, die Sch&ouml;pfung zu bewahren, untrennbar verbunden ist.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Videobotschaft - „Bete mit dem Papst“ - September 2026: Für Sorgfalt beim Umgang mit Wasser]]></title><pubDate>Mon, 31 Aug 2026 15:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/prayers/documents/20260901-popesprayer-settembre.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/prayers/documents/20260901-popesprayer-settembre.html</guid><description><![CDATA[<!-- Tue, 01 Sep 2026 14:53:41 +0200 --> <p style="text-align: center;"><b>SEPTEMBER: F&uuml;r Sorgfalt beim Umgang mit Wasser</b></p> 
<p>&nbsp;</p> 
<p>Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.</p> 
<p>Herr des Lebens,<br /> du hast uns das Wasser geschenkt,<br /> Quelle der Fruchtbarkeit, der Erfrischung und der Hoffnung.<br /> Es stillt den Durst, macht die Erde fruchtbar und heilt die Wunden.</p> 
<p>Wir danken dir,<br /> denn das Wasser ist auch ein Sinnbild f&uuml;r deine Gnade und deine Liebe,<br /> die uns durch die Taufe erneuern.<br /> Heute bitten wir dich: lehre uns, es mit Dankbarkeit, Gerechtigkeit und<br /> Verantwortung zu h&uuml;ten.</p> 
<p>Vergib uns, dass wir es zu einer Ware gemacht haben – darauf vergessend,<br /> dass ein universelles Geschenk ist,<br /> ein Recht ohne Grenzen, das allen deinen Kindern zusteht.<br /> Mit Schmerz blicken wir auf die vielen Br&uuml;der und Schwestern, <br /> die kein Trinkwasser haben,<br /> die kilometerweit laufen m&uuml;ssen, um welches zu finden,<br /> und die wegen des Mangels an Wasser krank werden.</p> 
<p>Gib, dass uns dein Geist zu Pilgern des Wesentlichen macht;<br /> f&auml;hig, gen&uuml;gsam zu leben,<br /> Verschwendung und Umweltverschmutzung anzuprangern<br /> und das Recht eines jeden Menschen zu verteidigen,<br /> ohne Angst und ohne Ungleichheit trinken zu k&ouml;nnen.</p> 
<p>M&ouml;ge unser Umgang mit dem Wasser<br /> ein Zeichen sein f&uuml;r die Liebe zum Sch&ouml;pfer <br /> und unseren Einsatz f&uuml;r das Leben der &Auml;rmsten,<br /> indem wir die kommenden Generationen dazu erziehen,<br /> die Ressourcen der Erde zu sch&auml;tzen und zu sch&uuml;tzen.</p> 
<p>Amen.</p> 
<p style="text-align: center;"><br /> &nbsp;__________________________</p> 
<p style="text-align: center;"><a href="https://www.popesprayer.va/">Pope's Wordwide Prayer Network</a></p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Angelus, 30. August 2026]]></title><pubDate>Sun, 30 Aug 2026 12:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260830-angelus.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260830-angelus.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sun, 30 Aug 2026 12:58:20 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern, guten Tag und einen sch&ouml;nen Sonntag!</i></p> 
<p>Das heutige Evangelium berichtet uns, wie Jesus seinen J&uuml;ngern das Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung offenbart, die bevorstehen: Der Messias, so sagt er, &raquo;m&uuml;sse nach Jerusalem gehen und von den &Auml;ltesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, er m&uuml;sse get&ouml;tet und am dritten Tag auferweckt werden&laquo; (<i>Mt</i> 16,21).</p> 
<p>Was er ihnen sagt, ist sehr weit von den Erwartungen entfernt, die sie an einen siegreichen und m&auml;chtigen Messias haben, mit dessen Hilfe sie die Feinde besiegen und mit F&uuml;&szlig;en treten k&ouml;nnen (vgl. <i>Ps</i> 108,14). W&auml;hrend der Zeit, die sie mit ihm verbracht hatten, hatten sie bereits Gelegenheit gehabt, &uuml;ber viele seiner Taten und Worte zu staunen. Diese letzte Botschaft geht jedoch wirklich &uuml;ber alle Erwartungen hinaus. Besonders Petrus bringt sein Missfallen zum Ausdruck und weist Jesus zurecht, indem er zu ihm sagt: &raquo;Das soll Gott verh&uuml;ten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!&laquo; (V. 22).</p> 
<p>Kurz zuvor hatte er in ihm &raquo;de[n] Christus, de[n] Sohn des lebendigen Gottes&laquo; (V. 16) erkannt. Jetzt aber macht er ihm Vorw&uuml;rfe, &uuml;berrascht und vielleicht entt&auml;uscht von dem, was er h&ouml;rt – ganz im Gegensatz zu dem wunderbaren Glaubensbekenntnis, das er kurz zuvor abgelegt hatte. Petrus scheint ihm zu sagen: „Ja, ich glaube, dass du der Messias bist, aber so rettet man die Welt nicht.“ Sein Verhalten entspringt seinem Eifer und ist sicherlich von aufrichtiger Liebe beseelt, doch es gibt uns dennoch Anlass zum Nachdenken.</p> 
<p>Denn es ist auch f&uuml;r uns nicht immer leicht, Gottes Wege zu verstehen und anzunehmen, insbesondere wenn sie von unseren eigenen sehr weit entfernt sind. Dann geraten wir in die Versuchung, entgegen jeder Logik des Glaubens zu denken, dass es der Herr sei, der sich irrt, oder schlimmer noch, dass er uns nicht zuh&ouml;rt oder sich nicht f&uuml;r uns interessiert. Im Hinblick auf diese Unklarheit lehrt uns Petrus, trotz seiner Impulsivit&auml;t, zwei wichtige Dinge.</p> 
<p>Das Erste ist, den Dialog mit dem Herrn nie zu unterbrechen, selbst in derartigen Augenblicken, sondern ihm auch unsere Schwierigkeiten mitzuteilen, das zu verstehen, was er von uns m&ouml;chte.</p> 
<p>Das Zweite ist hingegen, dass wir Gottes Wirken nie beurteilen, sondern im Gebet mit Demut auf das h&ouml;ren, was er uns durch sein Handeln offenbart, auch wenn es nicht unseren Erwartungen entspricht.</p> 
<p>Und auch darin zeigt sich die Gr&ouml;&szlig;e des Ersten unter den Aposteln.</p> 
<p>Jesus antwortet ihm: &raquo;Tritt hinter mich, du Satan!&laquo; (V. 23) und er erkl&auml;rt ihm und den anderen J&uuml;ngern, dass sie sich selbst verleugnen, ihr Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen m&uuml;ssen, um in seine Fu&szlig;stapfen treten zu k&ouml;nnen (vgl. V. 24). Petrus wird dies tun: Nachdem er ihm zugeh&ouml;rt hat, wird er diese Herausforderung annehmen und den Worten des Christus treu bleiben, den er als seinen Erl&ouml;ser erkannt hat – sein ganzes Leben lang, bis zum Martyrium.</p> 
<p>Bitten wir den Herrn also darum, dass auch wir in unserem Glaubensleben und in unserem Gebet dieselbe Aufrichtigkeit wie Petrus haben, indem wir ihm dem&uuml;tig sagen, was wir wirklich empfinden, auch wenn unser Herz verwirrt ist, und dass wir zugleich dieselbe Verf&uuml;gbarkeit wie Petrus hegen, indem wir das annehmen, was der Herr von uns verlangt, auch wenn es &uuml;ber unsere Erwartungen hinausgeht.</p> 
<p>M&ouml;ge uns Maria dabei helfen, die den Pl&auml;nen Gottes bis unter das Kreuz ihres Sohnes Jesus gehorsam war.</p> 
<p>___________________________</p> 
<p><b>Nach dem Angelusgebet</b></p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,</p> 
<p>aus Haiti erreichen uns tragische Nachrichten &uuml;ber ein schweres Massaker in Kenscoff, bei dem viele Menschen get&ouml;tet und andere als Geiseln genommen wurden. Ich versichere den Opfern und ihren Angeh&ouml;rigen meine Verbundenheit im Gebet und fordere die unverz&uuml;gliche Freilassung aller Geiseln. Ich richte einen eindringlichen Appell an alle Verantwortlichen, sich entschlossen f&uuml;r die Sicherheit der Bev&ouml;lkerung einzusetzen und allen Formen von Gewalt ein Ende zu setzen.</p> 
<p>Ich versichere die Betroffenen der schrecklichen &Uuml;berschwemmung in Nepal und Tibet meiner Gebete. Lasst uns f&uuml;r die Verstorbenen, f&uuml;r die Verletzten und Vermissten, f&uuml;r die Familien und f&uuml;r die Rettungskr&auml;fte beten. M&ouml;ge die Hilfsbereitschaft aller dazu beitragen, das Leid zu lindern und der Bev&ouml;lkerung die notwendige Unterst&uuml;tzung zukommen zu lassen.</p> 
<p>Beten wir auch weiterhin f&uuml;r den Frieden. Der heilige Augustinus, dessen Gedenktag wir in diesen Tagen gefeiert haben, sagte, dass &raquo;der Friede […] dem Brot des Wunders &auml;hnelt, das sich in den H&auml;nden der J&uuml;nger vermehrte, w&auml;hrend sie es brachen und austeilten&laquo; (<i>Sermo</i> <i>357</i>, 2). M&ouml;gen diejenigen in der Welt zahlreicher werden, die mutig das Brot des Friedens brechen und austeilen, indem sie Spaltungen &uuml;berwinden, Gerechtigkeit f&ouml;rdern und Vergebung &uuml;ben – zum Wohle aller.</p> 
<p>Am Dienstag begehen wir den Weltgebetstag f&uuml;r die Bewahrung der Sch&ouml;pfung. Damit beginnt die – von Christen verschiedener Konfessionen begangene – Sch&ouml;pfungzeit, deren Thema in diesem Jahr „Lebendiges Wasser“ lautet. Wie ich in der <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/messages/creation/documents/20260815-messaggio-giornata-curacreato.html">Botschaft zu diesem Tag</a> in Erinnerung gerufen habe, erfordert die Sorge f&uuml;r unser gemeinsames Haus eine Bekehrung des Herzens, damit das, was bislang zur Zerst&ouml;rung eingesetzt wurde, k&uuml;nftig vielmehr dem Leben zugutekommt. Ich lade alle ein, sich im Gebet und im Handeln einzubringen, damit wir zu Kan&auml;len f&uuml;r das lebendige Wasser von Gottes Frieden werden und unsere verwundete Welt erquicken.</p> 
<p>Ich gr&uuml;&szlig;e euch alle, die Gl&auml;ubigen aus Castel Gandolfo und die Pilger aus verschiedenen L&auml;ndern! Besonders willkommen hei&szlig;e ich die Teilnehmer der Wohlt&auml;tigkeitsveranstaltung <i>Run to Rome</i>, die Jugendlichen, die sich auf den Pilgerweg der <i>Via Lucis</i> begeben haben, die Gruppe von Verehrern der <i>Madonna dei Miracoli</i> aus Corbetta sowie die Motorradfahrer, die zu ihrem j&auml;hrlich stattfindenden Treffen hier sind.</p> 
<p>Ich danke den Ordnungskr&auml;ften und all jenen, die zu meinem Sommeraufenthalt hier in Castel Gandolfo sowie zu den Sicherheitsvorkehrungen w&auml;hrend der Begegnungen mit den Pilgern beigetragen haben. Vielen Dank!</p> 
<p>Und ich gr&uuml;&szlig;e die Gl&auml;ubigen herzlich, die den Angelus auf dem Petersplatz verfolgen.</p> 
<p>Ich w&uuml;nsche allen einen sch&ouml;nen Sonntag!</p> 
<p>&nbsp;</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Heilige Messe und Bootsprozession zum Fest der "Madonna vom See" in Castel Gandolfo (29. August 2026)]]></title><pubDate>Sat, 29 Aug 2026 18:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260829-processione-castelgandolfo.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260829-processione-castelgandolfo.html</guid><description><![CDATA[<!-- Fri, 04 Sep 2026 16:12:11 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,</i></p> 
<p>ich freue mich, mit euch das Fest der &raquo;Muttergottes vom See&laquo; zu feiern, wie es in der Vergangenheit bereits einige meiner Vorg&auml;nger getan haben: der heilige Paul VI., der den Bau dieser Maria geweihten Kirche gew&uuml;nscht und unterst&uuml;tzt und sie geweiht hat, sowie der heilige Johannes Paul II., der hier ihre Verehrung in Erinnerung rufen und ihre Botschaft erneuern wollte.</p> 
<p>Der Wortgottesdienst bietet uns Texte, die gut zu diesem traditionellen Fest passen.</p> 
<p>In der ersten Lesung spricht der Prophet Jeremia von seinem unwiderstehlichen Bed&uuml;rfnis, dem Ruf zu folgen, den er empfangen hat: &raquo;Du hast mich bet&ouml;rt, o Herr&laquo;, sagt er, &raquo;und ich lie&szlig; mich bet&ouml;ren […]. So brannte in meinem Herzen ein Feuer […]. Ich m&uuml;hte mich, es auszuhalten, vermochte es aber nicht&laquo; (<i>Jer</i>&nbsp; 20,7.9). Gott hat ihm offenbart, dass er ihn schon im Mutterleib erkannt und auserw&auml;hlt hat (vgl. <i>ebd</i> . 1,5) und dass er sein Volk mit ewiger Liebe liebt (vgl. <i>ebd</i> . 31,3). Er hat zu ihm &uuml;ber seinen Heilsplan gesprochen, und Jeremia kann nicht l&auml;nger schweigen. Er versp&uuml;rt einen unb&auml;ndigen Drang, allen seine Botschaft zu verk&uuml;nden, auch wenn er wei&szlig;, dass dies bedeutet, Dinge sagen und tun zu m&uuml;ssen, die vielen nicht gefallen werden, und dass er Leid und Unverst&auml;ndnis erfahren wird, bis dahin, dass er &raquo;den ganzen Tag nur Hohn und Spott&laquo; erf&auml;hrt (V. 7). Doch die Liebe treibt ihn an, zum Wohl seines Volkes zu handeln, ohne Kompromisse, bis zum Ende.</p> 
<p>Das lehrt uns auch Jesus im Evangelium. Kurz zuvor hat er f&uuml;nftausend Menschen mit f&uuml;nf Broten und zwei Fischen gespeist (vgl. <i>Mt</i>&nbsp; 14,15-21) und danach weitere viertausend mit sieben Broten und ein paar kleinen Fischen (vgl. <i>Mt</i>&nbsp; 15,32-38). Nun erkl&auml;rt er seinen J&uuml;ngern, jenseits des Erfolgs, den diese Taten hatten, die messianische Bedeutung dessen, was er vollbracht hat: Er offenbart ihnen, dass er &raquo;nach Jerusalem gehen und von den &Auml;ltesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden [werde], er m&uuml;sse get&ouml;tet und am dritten Tag auferweckt werden&laquo; (<i>Mt</i>&nbsp; 16,21).</p> 
<p>Jesus erkl&auml;rt, wie er nach den vielen vollbrachten Wundern seine Herrlichkeit endg&uuml;ltig offenbaren wird: indem er sein Leben freiwillig opfert (vgl. <i>Joh</i>&nbsp; 10,17-18) und sich selbst am Kreuz als gebrochenes Brot darbringt. Und er betont, dass jeder, der seine Mission fortsetzen will, dasselbe tun muss: &raquo;Wenn einer hinter mir hergehen will&laquo;, so sagt er uns, &raquo;verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach&laquo; (<i>Mt</i>&nbsp; 16,24).</p> 
<p>So offenbart Jesus, dass nur die Liebe rettet. Die Liebe, die Gott uns gezeigt hat, indem er Mensch wurde, f&uuml;r uns starb und auferstand, und als Antwort darauf die Liebe, mit der auch wir uns dem&uuml;tig ihm und unseren Br&uuml;dern und Schwestern hingeben:&nbsp; in der treuen Best&auml;ndigkeit der t&auml;glichen N&auml;chs-tenliebe ebenso wie in den au&szlig;ergew&ouml;hnlichsten Gesten, bis hin zum Martyrium, wie es leider auch heute noch vielen Christen in verschiedenen Teilen der Welt widerf&auml;hrt.</p> 
<p>Der heilige Augustinus sagte, dass &raquo;die Freude des Erntearbeiters […] die Absicht des S&auml;manns offenbart&laquo; (<i>Sermo</i>&nbsp; 330, 2), und wir m&ouml;chten uns seine Haltung zu eigen machen: Mit Gottes Hilfe wollen wir &uuml;berall auf der Welt die Samen seiner unendlichen Liebe ausstreuen, unerm&uuml;dlich, ohne Ma&szlig;, damit heute und immer sich jemand freuen kann, wenn er die Fr&uuml;chte erntet.</p> 
<p>Leider verstehen nicht alle die Sch&ouml;nheit, die G&uuml;te und die Konkretheit dieses Traums des Sch&ouml;pfers; ja, viele halten ihn sogar f&uuml;r eine Utopie. Die andere Wange hinzuhalten (vgl. <i>Mt</i>&nbsp; 5,39), so sagen sie, sei etwas f&uuml;r Verlierer, angesichts von Ablehnung dennoch zu geben sei naiv, grenzenlos zu vergeben (vgl. <i>Mt</i>&nbsp; 18,21-22) sei etwas f&uuml;r Schwache. Das ist nicht verwunderlich. Selbst f&uuml;r Petrus war es schwierig, diese neue und andersartige Denkweise zu akzeptieren (vgl. <i>Mt</i>&nbsp; 16,22). Doch Jesus bleibt unnachgiebig: Nur der Weg der Liebe ist der Weg des Lebens.</p> 
<p>Machen wir uns nichts vor. Hass und Gewalt bringen nichts Gutes, sondern nur Zerst&ouml;rung und Tod, immer, auch wenn sie eine Antwort auf erlittene Ungerechtigkeiten sein m&ouml;gen. Wir sehen es jeden Tag, vom Kleinen unseres h&auml;uslichen Lebens bis zur gro&szlig;en Weltb&uuml;hne. Alles best&auml;tigt, was Jesus uns gelehrt hat: &raquo;Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden&laquo; (<i>Mt</i>&nbsp; 16,25).</p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwes-tern, wir brauchen so sehr Leben, Hoffnung, Zuversicht und Frieden, und dies in uns selbst, in unseren St&auml;dten, unter den V&ouml;lkern und Nationen. Deshalb d&uuml;rfen wir, ganz gleich, wie schwer die Wunde, wie gro&szlig; die Kr&auml;nkung auch sein mag, nicht zulassen, dass das B&ouml;se unsere Menschlichkeit entstellt und unser Herz verdirbt! Passen wir uns nicht der Mentalit&auml;t der Welt an (vgl. <i>R&ouml;m</i>&nbsp; 12,2). Wir wollen weiterhin lieben, geben und vergeben und uns selbst &raquo;als lebendiges, heiliges und Gott wohlgef&auml;lliges Opfer&laquo; (<i>Mt</i>&nbsp; 16,1) darbringen, um in uns und in anderen die unendliche W&uuml;rde des g&ouml;ttlichen Ebenbildes, das wir in unserer Seele tragen, zu bewahren und wachsen zu lassen. Und lassen wir uns nicht entmutigen, wenn es schwer ist: Unsere Kraft liegt im Herrn, und mit seiner Hilfe ist alles m&ouml;glich (vgl.<i> Phil</i>&nbsp; 4,13).</p> 
<p>Daran erinnert uns auch die Prozession auf dem See, die wir gleich abhalten werden. Sie verweist auf ein weiteres Wunder Jesu, das kurz vor den Ereignissen geschah, von denen wir geh&ouml;rt haben, als n&auml;mlich der Meister auf dem See von Tiberias die ver&auml;ngs-tigten J&uuml;nger erreichte, indem er auf dem Wasser ging, und sie an Land f&uuml;hrte, indem er den Sturm stillte (vgl. <i>Mt</i>&nbsp; 8,23-27). Gerade als sie am meisten Angst hatten und den Gegenwinden ausgeliefert waren, ermahnte er sie, Vertrauen zu haben und zu beten, um wieder Frieden zu finden und gemeinsam mit ihm weiter auf das ersehnte Ziel zuzusteuern.</p> 
<p>Mit diesem Glauben nehmen wir heute Abend an der Eucharistie teil. Auf dem Altar bringen wir uns selbst dar, zusammen mit Brot und Wein. Und der Herr vereint unsere Gaben mit den seinen, weiht sie und schenkt sie uns wieder, verwandelt in seinen Leib und sein Blut, damit wir sie miteinander teilen als Nahrung f&uuml;r den Weg. Dann werden wir, wie die J&uuml;nger, gemeinsam das Ufer verlassen und das Bild Mariens, unseres Vorbilds und unserer F&uuml;hrerin, mit uns tragen, um den Segen, den wir empfangen haben, an die Ufer des Sees zu bringen.</p> 
<p>Es sind einfache Gesten, mit denen wir unser Vertrauen auf Gott und unsere kindliche Verehrung seiner heiligsten Mutter erneuern. Und sie sind umso bewegender, da sie – wie der heilige Paul VI. gerne in Erinnerung rief – durch die F&uuml;rsorge erm&ouml;glicht werden, mit der die kleine Gemeinschaft, die hier lebt, diesen Ort des Friedens das ganze Jahr &uuml;ber bewahrt, damit sich in feierlichen Momenten das ganze Volk Gottes dort versammeln kann, genau wie Maria, die in ihrem Scho&szlig; und im Haus von Nazaret den menschgewordenen Sohn Gottes aufgenommen hat, damit sein Heil alle erreichen m&ouml;ge.</p> 
<p>So wird dieser Ort der Marienverehrung auch zu einem Zeichen daf&uuml;r, wie sich die Kirche Tag f&uuml;r Tag bem&uuml;ht, dass uns allen ein einziger Leib wird – im Gebet, in der Gesinnung, in den Vors&auml;tzen, in der geordneten und einm&uuml;tigen Entfaltung unseres Zusammenseins –, und&nbsp; ein Symbol der Liebe, mit der der Herr durch seine allerseligste Mutter zu uns kommen wollte als einer von uns, indem er sich unter die gro&szlig;e Schar unserer Menschheit gemischt hat (vgl. <i>Predigt von Paul VI. zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel</i> , 15. August 1977).</p> 
<p>Suchen wir heute Abend die N&auml;he Jesu und Mariens, des Sohnes und der Mutter, um vereint – nicht nur auf dem See, sondern in allen N&auml;chten der Welt – ein tr&ouml;stlicher Widerschein der Gegenwart Gottes und ein unwiderstehliches Echo seiner Liebe zu sein, die zum Lieben einl&auml;dt.</p> 
<p style="text-align: center;">* * *</p> 
<p><i>Nach der Prozession sprach der Papst vor dem Marienbild das folgende Gebet:</i></p> 
<p><br /> O Maria, allerseligste Jungfrau,</p> 
<p>Frau des H&ouml;rens und des Dienens, an dich wenden wir uns mit kindlichem Herzen.</p> 
<p>Deiner m&uuml;tterlichen F&uuml;rsprache vertrauen wir die Kirche an, damit sie stets dem Evangelium treu sei, mutig in der Verk&uuml;ndigung, dem&uuml;tig im Dienst und beharrlich in der N&auml;chstenliebe.</p> 
<p>Deinem liebevollen Schutz vertrauen wir alle V&ouml;lker der Erde an: Schau wohlwollend auf deine vom Krieg verwundeten Kinder und st&auml;rke in allen den Wunsch nach Frieden. Wo Hass w&auml;chst, lehre uns Vergebung; wo Angst herrscht, schenke uns wieder Hoffnung.</p> 
<p>Richte deinen f&uuml;rsorglichen Blick auf die Kinder, die Alten, die Kranken, die Familien, die Jugendlichen und alle, die in Einsamkeit leben.</p> 
<p>St&auml;rke all jene, die Verantwortung im &ouml;ffentlichen Leben tragen, damit sie stets Gerechtigkeit, Freiheit, die W&uuml;rde jedes Menschen und das Gemeinwohl f&ouml;rdern.</p> 
<p>Besch&uuml;tze alle, die in dieser Gegend leben, alle, die auf diesem See arbeiten, die Pilger und alle, die hier Frieden und Erholung suchen.</p> 
<p>Lass jeden, der auf dich schaut, den Weg wiederfinden, der zu Christus f&uuml;hrt, dem einzigen Retter der Welt.</p> 
<p>Der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.</p> 
<p>&nbsp;</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Generalaudienz 26. August 2026]]></title><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 10:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/audiences/2026/documents/20260826-udienza-generale.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/audiences/2026/documents/20260826-udienza-generale.html</guid><description><![CDATA[<!-- Fri, 04 Sep 2026 16:17:53 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern!</i></p> 
<p>In dieser letzten Katechese &uuml;ber die Konstitution <i>Sacrosanctum Concilium </i>&nbsp;m&ouml;chte ich heute &uuml;ber die Gr&uuml;nde sprechen, aus denen heraus die Konzilsv&auml;ter eine Reform der Liturgie voranbringen wollten. In diesem Zusammenhang ist der dritte <i>Brief vom Konzil</i>, den Kardinal Giovanni Battista Montini, damals Erzbischof von Mailand, am 28. Oktober 1962 an die Gl&auml;ubigen seiner Kirche sandte, sehr aufschlussreich. Die Liturgie, so schrieb er, &raquo;bringt sowohl das G&ouml;ttliche als auch das Menschliche aufrichtig zum Ausdruck. Sie ist eine Sprache. Sie ist einerseits Tr&auml;ger g&ouml;ttlicher Lehre, sie ist die Stimme des Gespr&auml;chs mit Gott. Gewiss kann sie auf die didaktische Funktion nicht verzichten, und sie muss dem Glauben und der Fr&ouml;mmigkeit die M&ouml;glichkeit geben, sich unmittelbar verst&auml;ndlich auszudr&uuml;cken&laquo;<sup>1</sup> . Von diesen &Uuml;berzeugungen bewegt sagte der sp&auml;tere heilige Papst Paul VI., dass die Gl&auml;ubigen &raquo;nicht stumm und passiv bleiben k&ouml;nnen und d&uuml;rfen. Ihre physische Anwesenheit ist mit ihrer geistigen Abwesenheit unvereinbar&laquo;<sup>2</sup> .<br /> <br /> Diese Aussagen stehen ganz offensichtlich im Einklang mit denen, die sp&auml;ter unter der Nr. 48 der Konzilskonstitution erscheinen: &raquo;So richtet die Kirche ihre ganze Sorge darauf, dass die Christen diesem Geheimnis des Glaubens nicht wie Au&szlig;enstehende und stumme Zuschauer beiwohnen; sie sollen vielmehr durch die Riten und Gebete dieses Mysterium wohl verstehen lernen und so die heilige Handlung bewusst, fromm und t&auml;tig mitfeiern, sich durch das Wort Gottes formen lassen, am Tisch des Herrenleibes St&auml;rkung finden. Sie sollen Gott danksagen und die unbefleckte Opfergabe darbringen nicht nur durch die H&auml;nde des Priesters, sondern auch gemeinsam mit ihm und dadurch sich selber darbringen lernen. So sollen sie durch Chris-tus, den Mittler, von Tag zu Tag zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander gelangen.&laquo; Diesen Worten ist ein erneuertes Bewusstsein f&uuml;r die Bedeutung der Liturgie zu entnehmen. Durch die rituellen Handlungen der Kirche wird das Heilswirken vergegenw&auml;rtigt und die M&ouml;glichkeit geboten, eine wahre Beziehung zu Gott zu leben und mit dem Heilsgeschehen in Ber&uuml;hrung zu kommen. Da die Gesten, die Worte der heiligen Liturgie entscheidend sind, um diese Erfahrung umzusetzen, kann die Teilnahme der Gl&auml;ubigen nicht passiv sein.</p> 
<p>Indem die Konzilsreform das in den Mittelpunkt gestellt hat, was das Herz der kirchlichen Erfahrung ausmacht, wollte sie die Liturgie erstrahlen lassen als &raquo;die erste Quelle jener Verbindung mit Gott […], in der das g&ouml;ttliche Leben uns selbst mitgeteilt wird&laquo;<sup>3</sup> . Aus dieser &Uuml;berzeugung heraus entstand die Notwendigkeit, allen Gl&auml;ubigen den Reichtum der biblischen Texte und der Gebete besser zug&auml;nglich zu machen und die Feierordnung gegen&uuml;ber der in den damals geltenden liturgischen B&uuml;chern vorgesehenen geradliniger zu machen.</p> 
<p>Denn als lebendige Wirklichkeit war die Liturgie im Laufe der Jahrhunderte stets Entwicklungen und Ver&auml;nderungen unterworfen. Das Lehramt hat ihre Formen an die Erfordernisse der verschiedenen Zeiten angepasst. Es &uuml;berrascht daher nicht, dass auch das Zweite Vatikanische Konzil, mit Hochachtung gegen&uuml;ber dem Schatz der &Uuml;berlieferung und gerade damit die Gl&auml;ubigen ihn sich zunutze machen k&ouml;nnen, eine Revision der liturgischen B&uuml;cher f&uuml;r notwendig hielt.</p> 
<p>Das Ziel, das den Konzilsv&auml;tern am Herzen lag, wird unter der Nr. 21 der Konstitution <i>Sacrosanctum Concilium</i> zum Ausdruck gebracht: &raquo;Damit das christliche Volk in der heiligen Liturgie die F&uuml;lle der Gnaden mit gr&ouml;&szlig;erer Sicherheit erlange, ist es der Wunsch der heiligen Mutter Kirche, eine allgemeine Erneuerung der Liturgie sorgf&auml;ltig in die Wege zu leiten. Denn die Liturgie enth&auml;lt einen kraft g&ouml;ttlicher Einsetzung unver&auml;nderlichen Teil und Teile, die dem Wandel unterworfen sind. Diese Teile k&ouml;nnen sich im Laufe der Zeit &auml;ndern, oder sie m&uuml;ssen es sogar, wenn sich etwas in sie eingeschlichen haben sollte, was der inneren Wesensart der Liturgie weniger entspricht oder wenn sie sich als weniger geeignet herausgestellt haben. Bei dieser Erneuerung sollen Texte und Riten so geordnet werden, dass sie das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, dass das christliche Volk sie m&ouml;glichst leicht erfassen und in vol-ler, t&auml;tiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann.&laquo; Auf die Enzyklika <i>Mediator Dei</i> von Papst Pius XII. geht die Unterscheidung in der Liturgie zwischen g&ouml;ttlichen Bestandteilen, die unver&auml;nderlich sind, und menschlichen Bestandteilen zur&uuml;ck. Diese &raquo;k&ouml;nnen, den Forderungen der Zeiten, Umst&auml;nde und Seelen entsprechend, mannigfache Umgestaltungen erfahren, so wie sie die kirchliche Hierarchie unter dem Beistand des Heiligen Geistes guthei&szlig;t&laquo; (<i>Acta Apostolicae Sedis</i> 39, 1947, 541-542).<br /> <br /> Im &Uuml;brigen kam der Wunsch nach einer &raquo;allgemeinen Reform&laquo; nicht unvermittelt auf, sondern war bereits im Handeln der P&auml;pste zum Ausdruck gekommen, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts aufeinander folgten, in &Uuml;bereinstimmung mit den Anliegen der Liturgischen Bewegung. Die Aussage, dass die Gl&auml;ubigen den Feiern nicht &raquo;wie Au&szlig;enstehende und stumme Zuschauer&laquo; beiwohnen sollen, war bereits in der Apostolischen Konstitution <i>Divini Cultus</i>&nbsp; von Papst Pius XI. zu finden. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen die Ma&szlig;nahmen von Pius XII. zur Ordnung der Riten der Karwoche erw&auml;hnt werden: Er legte sie wieder auf die Stunden zur&uuml;ck, die den &ouml;sterlichen Ereignissen entsprachen, nachdem sie &uuml;ber Jahrhunderte auf die Morgenstunden vorverlegt worden waren. Au&szlig;erdem darf nicht vergessen werden, dass Johannes XXIII. eine Vereinfachung der Rubriken des Breviers und des Messbuchs f&uuml;r notwendig hielt, die er mit dem Motu proprio <i>Rubricarum instructum</i>&nbsp; vom 25. Juli 1960 approbierte, in dem er es gleichzeitig dem angek&uuml;ndigten &Ouml;kumenischen Konzil &uuml;berlie&szlig;, die grundlegenden Prinzipien f&uuml;r eine Liturgie-reform vorzuschlagen.</p> 
<p>Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil beschlossene Liturgiereform steht somit in einer Linie mit der lebendigen Tradition der Kirche. Ihr rechtes Verst&auml;ndnis gestattet es auch, die Missbr&auml;uche abzulehnen, die in der nachkonziliaren Zeit in einigen Bereichen der Kirche aufgetreten sind – und leider manchmal auch heute noch auftreten –, wenn einige Prinzipien, die der Reform selbst zugrunde lagen, verabsolutiert oder falsch verstanden werden.</p> 
<p>In diesem Zusammenhang lohnt es sich, in Erinnerung zu rufen, dass es in der Konzilskonstitution hei&szlig;t: &raquo;Die liturgischen Handlungen sind nicht privater Natur, sondern Feiern der Kirche, die das ›Sakrament der Einheit‹ ist; sie ist n&auml;mlich das heilige Volk, geeint und geordnet unter den Bisch&ouml;fen. Daher gehen diese Feiern den ganzen mystischen Leib der Kirche an, machen ihn sichtbar und wirken auf ihn ein&laquo; (<i>Sacrosantum Concilium</i>, 26).</p> 
<p>Daher ist es eine wesentliche Verantwortung der Hirten, der Bisch&ouml;fe, aber auch jedes einzelnen Priesters, eine Liturgie zu bewahren und zu f&ouml;rdern, die unter Achtung der liturgischen Normen den Glanz edler Einfachheit in sich tr&auml;gt (vgl. Nr. 34) und so die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche zum Ausdruck bringt. Eine solche Liturgie wird auch ein grundlegendes Mittel der Evangelisierung sein, das Werkzeug der Gnade, durch das wir, wie das Konzil lehrt, lernen k&ouml;nnen, uns selbst darzubringen, auf dass wir durch Christus, den Mittler, zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander gelangen (vgl. Nr. 48).</p> 
<p><b>Fu&szlig;noten</b></p> 
<p>(1) G. B. Montini, &raquo;Terza lettera dal Concilio&laquo;, <i>Rivista Diocesana Milanese&nbsp;</i> 51 (1962) 921-923: 922.</p> 
<p>(2)&nbsp;<i>Ebd.</i></p> 
<p>(3 )<i>Ansprache von Papst Paul VI. zum feierlichen Abschluss der zweiten Sitzungsperiode des Konzils</i> (4. Dezember 1963).</p> 
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;* * *</p> 
<p>Liebe Pilger deutscher Sprache, ich lade euch an, an der heiligen Liturgie im Bewusstsein teilzunehmen, dass sie H&ouml;hepunkt des Tuns der Kirche ist und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft str&ouml;mt. Auf diese Weise richten wir unser Leben auf das immerw&auml;hrende Lob Gottes aus und machen uns bereit, die Gnaden zu empfangen, die zu unserer Heiligung notwendig sind.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[An eine Delegation des Militärordinariats für Portugal und Vertreter von Streitkräften und Polizei (24. August 2026)]]></title><pubDate>Mon, 24 Aug 2026 11:30:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/august/documents/20260824-ordinariato-militare-portogallo.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/august/documents/20260824-ordinariato-militare-portogallo.html</guid><description><![CDATA[<!-- Fri, 04 Sep 2026 16:22:01 +0200 --> <p><i>Exzellenz,<br /> sehr geehrte Vertreter des &ouml;ffentlichen Lebens,<br /> hochw&uuml;rdige Milit&auml;rseelsorger,<br /> liebe Br&uuml;der und Schwestern!</i></p> 
<p>Sie sind nach Rom gekommen, und mit Ihnen zusammen sind in gewisser Weise auch die &uuml;brigen Mitglieder Ihrer Einheiten gekommen. In meine Begr&uuml;&szlig;ung schlie&szlig;e ich alle Angeh&ouml;rigen – Christen und Nichtchristen – der Armee, der Luftwaffe, der Marine, der Republikanischen Nationalgarde und der Polizei in Portugal ein. Im Licht des auferstandenen Christus m&ouml;chte ich insbesondere der beiden jungen Soldaten der Armee gedenken, die am vergangenen Freitag ihr Leben verloren haben, als sie gro&szlig;z&uuml;gig wie der barmherzige Samariter auf der Stra&szlig;e anhielten, um Hilfe zu leisten: Ich vertraue sie und ihre Familien dem Herrn an.</p> 
<p>Im Hinblick auf das Wohl der gesamten Streitkr&auml;fte und der Sicherheitskr&auml;fte – der Mitglieder sowie ihrer Familien – wurde vor 60 Jahren das Vikariat gegr&uuml;ndet, das 1981 in Milit&auml;rordinariat umbenannt wurde und vor 25 Jahren seinen ersten eigenen Bischof erhielt. Um eben diese Jahrestage zu begehen, wollten Sie nach Rom kommen. M&ouml;ge das Ordinariat durch seinen unsch&auml;tzbaren Beitrag zum geistlichen Wohl und zur Vermittlung christlicher Werte auch weiterhin ein Ort konstruktiver Zusammenarbeit mit den Staats-, Regierungs- und Milit&auml;rbeh&ouml;rden sein.</p> 
<p>F&uuml;r den, der an Christus glaubt, ist die Pilgerfahrt in diese Stadt eine einzigartige Gelegenheit zur Erneuerung, indem er die Zentralit&auml;t Gottes im eigenen Leben anerkennt und den Glauben durch das Gebet am Grab des Apostels Petrus st&auml;rkt. Tag f&uuml;r Tag ist einem jeden von Ihnen die edle Mission anvertraut, die Souver&auml;nit&auml;t der Heimat und den Rechtsstaat zu verteidigen, indem Sie die Sicherheit Ihrer Mitb&uuml;rger gew&auml;hrleisten und sie vor Unrecht sch&uuml;tzen.</p> 
<p>Daher m&ouml;chte ich hier die Mahnung des heiligen Paulus an Sie richten: &raquo;Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn. […] Steht also da, eure H&uuml;ften umg&uuml;rtet mit Wahrheit, angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, die F&uuml;&szlig;e beschuht mit der Bereitschaft f&uuml;r das Evangelium des Friedens&laquo; (<i>Eph</i> 6,10.14-15).</p> 
<p>Seien Sie stark wie der Hauptmann, der sich in Kafarnaum an Jesus wandte. Er kannte die Werte, die auch Ihr Leben leiten, sehr gut: Gehorsam, Disziplin, Verzicht, Loyalit&auml;t, Kameradschaft, Hingabe, Verantwortungsbewusstsein und Mut. Zugleich sp&uuml;rte dieser Soldat, dass er Gott brauchte, weil er wusste, dass der Mensch sich nicht selbst gen&uuml;gt, sondern nach Mehr strebt, nach etwas, das ihn &uuml;bersteigt. Weil er einen Diener hatte, der schrecklich litt, wandte er sich an Jesus, der ihm versicherte, dass er hingehen und ihn heilen w&uuml;rde. Da antwortete der Hauptmann: &raquo;Herr, ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach einkehrst; aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund! Denn auch ich muss Befehlen gehorchen und ich habe selbst Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es&laquo; (<i>Mt</i> 8,8-9).</p> 
<p>An dieser Haltung l&auml;sst sich erkennen, f&uuml;r wie wichtig der Hauptmann die Hierarchie hielt und wie diese Dimension seines Alltagslebens ihn dazu brachte, die Beziehung zu Jesus von Nazaret zu deuten, den er als seinen Herrn und Gott bekennt. Jesus staunte &uuml;ber diese Worte und sagte: &raquo;Amen, ich sage euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemandem gefunden&laquo; (V. 10). Einerseits war sich dieser Soldat seiner Autorit&auml;t bewusst, andererseits zeigte er vor dem Sohn Gottes die Kraft des Glaubens und den Mut der Demut. Denn der Mensch, wie gro&szlig; seine Verantwortung auch sein mag, wie viel Macht er auch aus&uuml;bt, wie untadelig er auch sein mag, hungert immer nach Unendlichkeit und d&uuml;rstet nach Ewigkeit. Nun liegen in Jesus Christus das Unendliche und die Ewigkeit in unserer Reichweite: Sie sind ein Geschenk des Herrn.</p> 
<p>Exzellenz, liebe Seelsorger, euch vertraut die Kirche das geistliche Wachstum der Angeh&ouml;rigen des Milit&auml;rs und der Polizei eures Landes an. Nehmt alle auf, h&ouml;rt ihnen zu, erleuchtet sie mit der Weisheit des Wortes Gottes, bleibt an ihrer Seite, indem ihr bei der Feier der Sakramente im Namen Christi handelt, begleitet jeden Einzelnen, ohne dabei ihre Familien zu vergessen. Euer besonderes Amt wird Frucht tragen im pers&ouml;nlichen Wachstum in der Praxis des christlichen Lebens und in der St&auml;rkung des &raquo;Esprit de Corps&laquo; der Streitkr&auml;fte und Sicherheitskr&auml;fte, denen ihr dient. Danke f&uuml;r die N&auml;he, die ihr als gute Hirten all jenen schenkt, die einen so wichtigen, besonderen und anspruchsvollen Dienst zum Wohl Portugals und dar&uuml;ber hinaus leisten. Euer Zeugnis der Liebe zur Kirche und zum Land ist Balsam, der Trost und Hoffnung bringt.</p> 
<p>Und schlie&szlig;lich m&ouml;chte ich mich bei allen, die hierher gekommen sind, f&uuml;r die Wertsch&auml;tzung, die Anerkennung und die W&uuml;rdigung der im Ordinariat geleisteten Arbeit bedanken. M&ouml;ge die Muttergottes von Fatima Sie bei Ihren verschiedenen Missionen begleiten, sowohl in Portugal als auch im Ausland. Die Freude des Herrn sei eure Kraft. Gott segne euch! Danke!</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[An die Bischöfe der evangelisch-lutherischen Kirche in Norwegen (26. August 2026)]]></title><pubDate>Mon, 24 Aug 2026 08:30:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/august/documents/20260826-chiesa-luterana-norvegia.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/august/documents/20260826-chiesa-luterana-norvegia.html</guid><description><![CDATA[<!-- Fri, 04 Sep 2026 16:23:08 +0200 --> <p><i>Liebe Freunde!</i></p> 
<p>Ich freue mich, Sie heute Vormittag in Rom und hier im Vatikan willkommen zu hei&szlig;en, und ich hoffe, sie werden Zeit haben, oder hatten Zeit, die verschiedenen heiligen St&auml;tten zu besuchen, die mit den fr&uuml;hen Christen und M&auml;rtyrern in Verbindung stehen. Ihr Zeugnis f&uuml;r den Glauben an unseren Herrn ist eine bleibende Quelle der Inspiration und ermutigt auch uns, unser Leben zur Ehre Gottes und f&uuml;r das Wohl unserer Br&uuml;der und Schwestern hinzugeben.</p> 
<p>Zweifelsohne stehen wir in unseren Tagen, in der die Welt durch besonders turbulente Zeiten geht, vor schwierigen Herausforderungen. Es scheint eine zunehmende Feindseligkeit zwischen den V&ouml;lkern zu geben, die sich nicht nur in den von Ihnen erw&auml;hnten internationalen Konflikten und Auseinandersetzungen zeigt, sondern auch innerhalb der einzelnen L&auml;nder, wie aus der Verbitterung zu erkennen ist, die h&auml;ufig den politischen und gesellschaftlichen Diskurs pr&auml;gt.</p> 
<p>Angesichts unserer gefallenen Menschennatur ist es nur allzu leicht, eine feindselige Haltung gegen&uuml;ber denjenigen anzunehmen, mit denen wir nicht einer Meinung sind. Aus diesem Grund bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung, um konkrete Wege der Vers&ouml;hnung und der Geschwisterlichkeit zu suchen. In dieser Hinsicht zeigt uns Jesus einen anderen Weg und offenbart, dass G&uuml;te und N&auml;chstenliebe eine entwaffnende Kraft haben. Ich bin daher aufrichtig dankbar f&uuml;r Ihre Anwesenheit hier und f&uuml;r Ihren gemeinsamen Wunsch, Wege zum Aufbau der Gemeinschaft zu suchen. Denn schon kleine Gesten k&ouml;nnen uns inspirieren und auf dem Weg der Vers&ouml;hnung leiten.</p> 
<p>Wie wir wissen, hat unser Herr f&uuml;r die Einheit seiner J&uuml;nger zum himmlischen Vater gebetet: &raquo;So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast&laquo; (<i>Joh</i> 17,23). Auf der Grundlage unserer gemeinsamen Taufe und unserer gemeinsamen Sendung in der Welt bete ich darum, dass wir stets gemeinsam wachsen m&ouml;gen in unserem Dienst zur F&ouml;rderung von Frieden und Gerechtigkeit.</p> 
<p>Auf diesem Weg k&ouml;nnen wir uns am Beispiel der fr&uuml;hen M&auml;rtyrer und Heiligen orientieren, unter ihnen der heilige Olaf und die heilige Sunniva: Ihr Gott und dem N&auml;chsten gewidmetes Leben trug dazu bei, V&ouml;lker zu vereinen und ein bleibendes Zeugnis f&uuml;r die verwandelnde Kraft der N&auml;chstenliebe zu geben.</p> 
<p>Meine lieben Freunde, meine lieben Br&uuml;der und Schwestern, ich danke Ihnen nochmals f&uuml;r Ihr Kommen an diesem Vormittag und f&uuml;r Ihre enge Verbundenheit. Lassen Sie uns Gott um seinen Segen bitten, damit er in seiner unendlichen G&uuml;te und Weisheit uns helfen m&ouml;ge, immer wahrhaftiger als Br&uuml;der und Schwestern zu leben und so gemeinsam Zeugnis zu geben f&uuml;r unseren Erl&ouml;ser, unseren Herrn Jesus Christus.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Angelus, 23. August 2026]]></title><pubDate>Sun, 23 Aug 2026 12:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260823-angelus.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260823-angelus.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sun, 23 Aug 2026 12:42:21 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern, einen sch&ouml;nen Sonntag!</i></p> 
<p>Das Evangelium des heutigen Sonntags (<i>Mt</i> 16,13-20) stellt uns vor eine Frage, die jeden von uns auf unserem Glaubensweg betrifft: Wer ist Jesus wirklich f&uuml;r mich?</p> 
<p>Aus der Erz&auml;hlung des Evangeliums wird deutlich, wie entscheidend diese Frage f&uuml;r die Erfahrung der J&uuml;ngerschaft ist. Denn obwohl die zw&ouml;lf Apostel bereits viel vom Leben und Wirken des Meisters miterlebt hatten, wollte Jesus es nicht als selbstverst&auml;ndlich voraussetzen, dass sie ihn wirklich kannten und das Geheimnis des Reiches Gottes verstanden hatten. Nachdem er also gefragt hatte, was die Menschen &uuml;ber ihn dachten, wandte er sich direkt an sie: „Ihr aber, f&uuml;r wen haltet ihr mich?“ (<i>Mt</i> 16,15).</p> 
<p>Br&uuml;der und Schwestern, dies ist eine grundlegende Stelle f&uuml;r die J&uuml;nger aller Zeiten, f&uuml;r jeden von uns. Der Glaube wird uns n&auml;mlich nicht ein f&uuml;r alle Mal geschenkt; im Gegenteil, wir m&uuml;ssen stets das Antlitz Christi und sein Evangelium neu entdecken, seine Botschaft vertiefen und die Entscheidungen unseres Lebens erneuern, damit sie mit dem &uuml;bereinstimmen, was wir bekennen, und dabei die Versuchung &uuml;berwinden, bereits alles zu wissen und den Glauben zu einer Gewohnheit zu machen.</p> 
<p>Die Frage, die uns jeden Tag gestellt wird – wer Jesus f&uuml;r mich ist und welche Bedeutung seine Gegenwart in meinem Leben hat –, kommt insbesondere im Gebet und in der Betrachtung des Evangeliums zum Vorschein; aber auch, wenn wir mit den Wunden und N&ouml;ten unserer Br&uuml;der und Schwestern konfrontiert sind oder in Beziehungen und Situationen, die unser Gewissen am st&auml;rksten in Anspruch nehmen. Kurz gesagt: Im Alltag unseres Lebens k&ouml;nnen wir pr&uuml;fen, ob der Jesus, der Herr, f&uuml;r uns lediglich eine gro&szlig;e Pers&ouml;nlichkeit der Geschichte ist, die wichtige Dinge gesagt und getan hat, oder ob er der Christus Gottes ist, der gesandt wurde, um uns in die Liebe des Vaters einzuf&uuml;hren und unser Leben sowie die Welt, in der wir sind, zu verwandeln.</p> 
<p>Meine Lieben, lernen wir, uns nicht in unseren &Uuml;berzeugungen und religi&ouml;sen Gewissheiten zu verschlie&szlig;en, damit wir offen bleiben f&uuml;r eine authentische Beziehung zu Christus. Manchmal begn&uuml;gt man sich beim christlichen Glauben mit „H&ouml;rensagen“, mit Gemeinpl&auml;tzen, mit dem, was uns vielleicht sogar in guter Absicht weitergegeben wurde; doch Jesus ruft uns zu einer pers&ouml;nlichen Antwort auf, dazu, ihn aus n&auml;chster N&auml;he kennenzulernen, uns von der Freundschaft mit ihm tiefgreifend pr&auml;gen zu lassen – in einer immer neuen Begegnung, die von uns auch verlangen kann, neue Wege zu beschreiten und andere Entscheidungen zu treffen als die, die wir uns vorgestellt haben. Dies gilt sowohl f&uuml;r unseren pers&ouml;nlichen Weg als auch f&uuml;r den Weg der Kirche und f&uuml;r pastorale Entscheidungen, wo wir manchmal meinen, es reiche aus, so weiterzumachen wie bisher. Es ist jedoch wichtig, uns oft zu fragen: Wer ist der Herr f&uuml;r mich? Kenne ich ihn wirklich? Was fordert sein Evangelium heute von mir? Welche Schritte sollte ich gehen und welche Entscheidungen sollte ich treffen?</p> 
<p>Rufen wir die Jungfrau Maria an, die in ihrem Herzen durch ihren Sohn den Willen Gottes suchte, damit sie uns stets auf dem Weg des Glaubens f&uuml;hre.</p> 
<p><b>__________________________</b></p> 
<p><b>Nach dem Angelus&nbsp;</b></p> 
<p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern</i>,</p> 
<p>in meinen Gebeten gedenke ich oft der Demokratischen Republik Kongo, insbesondere angesichts der sich ausbreitenden Ebola-Epidemie, die leider zahlreiche Opfer fordert. Ich rufe die internationale Gemeinschaft dazu auf, Ma&szlig;nahmen zu ergreifen, bei denen auch die lokalen Gemeinschaften in die Pr&auml;ventionsarbeit einbezogen werden, um viele Menschenleben zu retten.</p> 
<p>Meine Gedanken sind auch bei der Bev&ouml;lkerung der Zentralafrikanischen Republik, die um die Opfer des Einsturzes in einem Bergwerk in Zamboy&eacute; trauert. Der Herr m&ouml;ge all jene, die ihr Leben verloren haben, in sein Reich aufnehmen und die Bem&uuml;hungen unterst&uuml;tzen, damit die Sicherheit und die Einhaltung der Rechtsvorschriften an den Bergbaustandorten gew&auml;hrleistet werden.</p> 
<p>Morgen j&auml;hrt sich zum zehnten Mal das Erdbeben, das Mittelitalien zwischen Latium, Umbrien und den Marken heimgesucht hat. Ich bete f&uuml;r die Verstorbenen und ihre Familien sowie f&uuml;r alle betroffenen Gemeinden. M&ouml;gen Glaube und Solidarit&auml;t die Wiederaufbauarbeiten weiterhin st&auml;rken.</p> 
<p>Ich gr&uuml;&szlig;e euch alle herzlich, R&ouml;mer und Pilger aus verschiedenen L&auml;ndern.</p> 
<p>Insbesondere hei&szlig;e ich den Primatialchor der Kathedrale von Gnesen in Polen willkommen; ebenso die Seminaristen und Oberen des <i>Pontifical North American College</i> sowie die Jugendlichen aus Bormio und Valfurva.</p> 
<p>Ich w&uuml;nsche euch allen einen sch&ouml;nen Sonntag!</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Pastoralbesuch in Rimini: Heilige Messe am Hafen von Rimini (22. August 2026)]]></title><pubDate>Sat, 22 Aug 2026 18:30:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260822-visita-rimini-messa.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260822-visita-rimini-messa.html</guid><description><![CDATA[<!-- Fri, 04 Sep 2026 16:27:17 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,</i></p> 
<p>es erf&uuml;llt mich mit gro&szlig;er Freude, dieser Eucharistiefeier vorzustehen, mit euch und f&uuml;r euch, die Kirche in Rimini. Ich tue dies am Ende eines ereignisreichen Tages, an dem ich die Republik San Marino und das &raquo;Meeting f&uuml;r die Freundschaft unter den V&ouml;lkern&laquo; besucht habe. Nun, da wir in den Tag des Herrn eintreten, ist der Augenblick gekommen, das Geheimnis zu feiern, das allem seinen tiefsten Sinn gibt und zugleich H&ouml;hepunkt und Quelle unseres gesamten pastoralen Wirkens ist.</p> 
<p>Im Evangelium, das wir gerade geh&ouml;rt haben (vgl. <i>Mt </i>&nbsp;16,13-20), fragt Jesus seine J&uuml;nger: &raquo;Ihr aber, f&uuml;r wen haltet ihr mich?&laquo; (V. 15). Petrus antwortet im Namen aller: &raquo;Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!&laquo; (V. 16). Auch wir sind nach zwei Jahrtausenden gerufen, dieses Glaubensbekenntnis zu bekr&auml;ftigen: Wir sind hier, weil wir glauben, dass Jesus der Messias ist, der ewige Sohn des Vaters, geheiligt und in die Welt gesandt, &raquo;um zu dienen und sein Leben hinzugeben als L&ouml;segeld f&uuml;r viele&laquo; (<i>Mt</i>&nbsp; 20,28).</p> 
<p>Ja, liebe Freunde, in den Worten des Petrus erkennen wir die Wahrheit, die uns mit Freude und Hoffnung erf&uuml;llt, und so finden wir auch den Weg, der zum Leben f&uuml;hrt: den Weg Gottes, der sich in den Dienst des Menschen stellt (vgl. <i>Phil</i> 2,5-8); den Weg des Meisters, der sich niederbeugt, um den J&uuml;ngern die F&uuml;&szlig;e zu waschen (vgl. <i>Joh</i> 13,12-15); den Weg des Hirten, der sich hingibt f&uuml;r seine Herde (vgl.<i> Joh</i> 10,11). In diesem Licht wollen wir die Geste Jesu betrachten, der Petrus die Schl&uuml;ssel &uuml;bergibt (vgl. <i>Mt </i>16,19-20). Denn in der Kirche ist Autorit&auml;t auf allen Ebenen Dienst.</p> 
<p>Der Papst, die Bisch&ouml;fe, die Priester und die Diakone sind als Erste dazu berufen, dies zu leben. Ihnen soll sich das ganze Volk Gottes anschlie&szlig;en – jeder entsprechend seiner Berufung. Der Diener Gottes Don Oreste Benzi hat dies in eurer Mitte auf eindrucksvolle Weise bezeugt. &raquo;Unsere Berufung besteht darin, uns Christus, dem Armen, Christus, dem Diener,&nbsp; dem Christus, der die S&uuml;nden der Welt s&uuml;hnt, gleichgestalten zu lassen&laquo;, hat er gesagt. &raquo;Christus, dem menschgewordenen Gott, der lebt in unserer Mitte, in einer unmittelbaren Form der Teilhabe, ausgehend von den Letzten&laquo; (<i>Con que-ta tonaca lisa</i>, hg. von Valerio Lessi, Bologna 1991, S. 42.)</p> 
<p>In der Kirche betrifft der Auftrag, zu &raquo;binden&laquo; und zu &raquo;l&ouml;sen&laquo;, n&auml;mlich all jene, die im Namen des Herrn gerufen sind, Verantwortung und Autorit&auml;t auszu&uuml;ben. Aber er beschreibt auch einen Lebensstil und eine Aufgabe, die jeden Getauften betreffen: die Menschen anzunehmen, zusammenzuf&uuml;hren, willkommen zu hei&szlig;en, zu befreien, zu vergeben – und jedem, der in der S&uuml;nde und ihren Folgen gefangen ist, dabei zu helfen, frei zu werden. So sollen wir gerechte und weise Verwalter der Gaben sein, die uns Gott anvertraut hat, damit alles in der Liebe zum Wohl aller beitragen kann.</p> 
<p>In der ersten Lesung (vgl. <i>Jes</i> 22,19-23) hat uns der Prophet Jesaja von Schebna berichtet: einem Verwalter, dem K&ouml;nig Hiskija ein gro&szlig;es Projekt zur religi&ouml;sen, moralischen und sozialen Erneuerung Jerusalems und des K&ouml;nigreichs Juda anvertraut hat. Aus Ehrgeiz und Habgier hat dieser m&auml;chtige Mann jedoch begonnen, die ihm &uuml;bertragene Autorit&auml;t zu missbrauchen, Reicht&uuml;mer f&uuml;r sich selbst und seinen Kreis aus Freunden und Verwandten anzuh&auml;ufen und sich als Herr &uuml;ber die Menschen aufzuspielen. Er hatte vergessen, dass das Wichtigste an dem Vorhaben, in das ihn sein Herr einbezogen hatte, nicht die finanziellen Mittel und die Macht waren, sondern die M&ouml;glichkeit, durch sie einen Plan der Erneuerung zum Wohl der gesamten Gemeinschaft voranzutreiben. Deshalb wurde er seines Amtes enthoben und man vertraute seine Mission Eljakim an, einem ehrlichen Mann, frei von Beeinflussungen, nach den Worten des Propheten (vgl. V. 23): rechtschaffen wie ein an fester Stelle in die Wand eingeschlagener Pflock.</p> 
<p>Die Botschaft ist klar: Alles, was wir sind und haben, ist ein Geschenk Gottes, das uns anvertraut wird, damit wir in seinen H&auml;nden f&uuml;reinander da sein k&ouml;nnen: Werkzeuge des Heils in der Gerechtigkeit, angefangen bei den Orten und Menschen, mit denen wir jeden Tag leben und arbeiten, um uns mit einem gro&szlig;en und offenen Herzen der ganzen Welt zuzuwenden.</p> 
<p>Der heilige Paulus spricht in der zweiten Lesung von den Ratschl&uuml;ssen Gottes und sagt, dass diese unergr&uuml;ndlich sind, und zwar nicht wegen der Komplexit&auml;t seiner Gedanken, sondern wegen der entwaffnenden Gr&ouml;&szlig;e seiner Liebe, die all unser Verm&ouml;gen und all unsere Erwartungen &uuml;bersteigt: &raquo;Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Sch&ouml;pfung&laquo;, sagt der Apostel&nbsp; (<i>R&ouml;m</i> 11,36). Gott ist einfach, weil er reine Liebe ist. Und er ruft auch uns dazu, mit einem Herzen zu lieben, das dem seinen &auml;hnlich ist, indem wir unsere Wege an seine Wege und unsere Gedanken an seine Gedanken angleichen (vgl. V. 33).</p> 
<p>Diese Werte – Aufrichtigkeit, Uneigenn&uuml;tzigkeit und Wohlwollen – liegen den Menschen in der Romagna bekanntlich besonders am Herzen. Sie sind geradlinig und von heiterem Wesen, aber auch flei&szlig;ig und solidarisch. Davon zeugen die zahlreichen Beispiele von Heiligen und Seligen, die hier geboren wurden, t&auml;tige N&auml;chstenliebe ge&uuml;bt und das Evangelium gelebt haben, manche sogar bis zum Martyrium. Zeugnis davon gibt auch das vielf&auml;ltige Engagement, das bis heute in den verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften lebendig ist: in den Pfarreien, in den Familien, in der Katholischen Aktion, in den unterschiedlichen Bewegungen und Verb&auml;nden und in den Werken der F&uuml;rsorge und der christlichen Bildung. Auch wegen dieses Reichtums – neben der nat&uuml;rlichen und k&uuml;nstlerischen Sch&ouml;nheit der Adriak&uuml;ste und des Hinterlandes – kommen jedes Jahr unz&auml;hlige Menschen aus vielen Teilen Italiens und der ganzen Welt in diese Region, um hier ihren Urlaub zu verbringen.</p> 
<p>In diesem Zusammenhang m&ouml;chte ich euch ermutigen, mit eurem Einsatz weiterhin daf&uuml;r zu sorgen, dass diese Gegend nicht nur f&uuml;r Erholung und Vergn&uuml;gen einladend ist, sondern auch f&uuml;r den Geist. Als Johannes Paul II. vor vielen Jahren hier zu Besuch war, hat er im Zusammenhang mit dieser Berufung gesagt: &raquo;Sich erholen kann nicht hei&szlig;en, sich von sich selbst zu trennen. Ja, erholen hei&szlig;t, sich selbst begegnen und sich mit seinem Innern vers&ouml;hnen&laquo; (<i>Predigt bei der heiligen Messe in Rimini</i>, 29. August 1982).</p> 
<p>Die Welt, in der wir leben, bietet viele Formen der Unterhaltung und Zerstreuung. Manche davon f&uuml;hren jedoch eher dazu, dass man sich selbst verliert und sich schadet, als zu einer wahren &raquo;R&uuml;ckkehr zu sich selbst&laquo;, und sie hinterlassen nur eine Leere im Herzen. Manche nennen sie &raquo;Flucht&laquo;, als w&auml;re das gew&ouml;hnliche Leben ein Gef&auml;ngnis, dem man entkommen m&uuml;sste. Wir aber wissen, dass der wahre Ort, an dem wir Erholung finden und Gott begegnen k&ouml;nnen – um so auch wirklich einander zu begegnen –, nicht drau&szlig;en im Chaos liegt, sondern in uns selbst, in der Tiefe unserer Seele. Als christliche Gemeinschaft sind wir daher in besonderer Weise gerufen, diese Erfahrung zu pflegen und weiterzugeben: durch Offenheit und Gastfreundschaft – sowohl pers&ouml;nlich als auch in unseren Einrichtungen –, durch die Sorge um unsere Kirchen und ihre Atmosph&auml;re der Sammlung und des Gebets, durch unsere Bereitschaft zu helfen und N&auml;chstenliebe zu &uuml;ben. Und dies sowohl&nbsp;&nbsp; gegen&uuml;ber denjenigen, die nach einem Jahr harter Arbeit eine wohlverdiente Zeit der Erholung suchen, als auch jenen gegen&uuml;ber, die an Leib und Seele verwundet sind und fern ihrer Heimat Zuflucht, Nahrung und Unterst&uuml;tzung erflehen.</p> 
<p>Euer Bischof hat in einem Brief an die Di&ouml;zese geschrieben: &raquo;Gebet, Einheit, Zuh&ouml;ren, Mut, Einfachheit, Dankbarkeit, Sch&ouml;nheit […] benennen Haltungen, die in jedem Augenblick des Lebens gegenw&auml;rtig sein sollen&laquo; (Bischof Nicol&ograve; Anselmi, Hirtenbrief <i>Amerai, sarai felice e godrai di ogni bene, ora e nei secoli eterni</i>, 14. Oktober 2024).</p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern, ich lege euch allen diese wichtige Einladung noch einmal ans Herz – als Anregung f&uuml;r eure pers&ouml;nliche Besinnung und euer Engagement –, und danke&nbsp; euch herzlich f&uuml;r eure Gastfreundschaft und f&uuml;r eure gl&auml;ubige und freudige Teilnahme. Ich vertraue euch der F&uuml;rsprache der allerseligsten Jungfrau Maria, des heiligen Gaudentius und eurer heiligen Schutzpatrone an.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Pastoralbesuch in Rimini: Begegnung mit den Teilnehmern des 47. Meetings für die Freundschaft unter den Völkern (22. August 2026)]]></title><pubDate>Sat, 22 Aug 2026 15:30:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/august/documents/20260822-visita-meeting-rimini.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/august/documents/20260822-visita-meeting-rimini.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sun, 23 Aug 2026 11:51:23 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern!</i></p> 
<p>Ich freue mich, euch in Rimini zu treffen – an einem Ort, der euch aufgrund eures Engagements, eurer Kreativit&auml;t und des Dialogs, den eure Veranstaltung Ende August seit Jahren anregt, so sehr ans Herz gewachsen ist. Pr&auml;sident Scholz und Professor Prosperi danke ich f&uuml;r ihre Begr&uuml;&szlig;ungsworte.</p> 
<p>In diesem Augenblick der Geschichte verstehen wir die prophetischen Worte besser, die vor fast einem halben Jahrhundert mit dem Namen dieser Tage zum Ausdruck kam: „<i>Treffen f&uuml;r die Freundschaft unter den V&ouml;lkern</i>“. Wie der heilige Johannes Paul II. euch sagte: &raquo;Allein schon das Aussprechen dieser Worte erfreut das Herz: „Begegnung“! „Freundschaftliche Begegnung“! „Freundschaft unter den V&ouml;lkern“! Worte, die in diesen oft dramatischen Stunden der Weltgeschichte eine besondere Bedeutung erhalten&laquo; (<i>Ansprache beim 3. Meeting f&uuml;r die Freundschaft unter den V&ouml;lkern</i>, Rimini, 29. August 1982).</p> 
<p>Auch heute wird der Friede von Menschen bewahrt und verbreitet, die gern zusammenkommen und keine Scheu haben, sich auseinanderzusetzen. Papst Franziskus hat uns mit der Enzyklika <i><a href="https://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html">Fratelli tutti</a></i> gelehrt, die soziale Freundschaft zu pflegen, die das &ouml;ffentliche, dynamische und konkrete Gesicht der Geschwisterlichkeit darstellt. Indem wir uns n&auml;mlich in der W&uuml;rde von Kindern Gottes wiedererkennen, kommen wir mit dem in Ber&uuml;hrung, was die Menschen urspr&uuml;nglich verbindet, jenseits aller Unterschiede, Trennungen oder Konflikte. Wir k&ouml;nnen uns ineinander hineinversetzen, einander zuh&ouml;ren und Freunde werden – als Menschen und damit auch als V&ouml;lker. Die Menschen kommen immer vor den Grenzen, Definitionen und Institutionen. Diese Erkenntnis steht im Zentrum des Christentums: Ihr wisst das, weil ihr gelernt habt, das Evangelium als Offenbarung Gottes zu lesen, der sich in der Begegnung, in Ereignissen, in Blicken und Erlebnissen zeigt und in jedem den Wunsch weckt, geliebt zu werden und zu lieben. Auf diese Weise habt ihr das „Meeting“ nicht zu einer Art Enklave gemacht: Ganz im Gegenteil, es ist zu einem Knotenpunkt f&uuml;r die Kirche und f&uuml;r die Gesellschaft geworden, zu einer Begegnung, die zu weiteren Begegnungen f&uuml;hrt und zu neuen Wegen anregt.</p> 
<p>Danken wir dem Herrn f&uuml;r dieses lebendige Erbe, das euch eine gro&szlig;e geschichtliche Verantwortung in der gr&ouml;&szlig;eren Gemeinschaft der Kirche auferlegt, im Dienst an einer Menschheit, die nach Gerechtigkeit hungert und d&uuml;rstet. Wie uns das Zweite Vatikanische Konzil gelehrt hat, sind n&auml;mlich: &raquo;Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedr&auml;ngten aller Art, […] auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der J&uuml;nger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall f&auml;nde&laquo; (Pastoralkonstitution <i><a href="https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html">Gaudium et spes</a></i>, 1). Ja, liebe Freunde, dies ist die Stunde der Verantwortung, insbesondere f&uuml;r diejenigen, die aus einer tausendj&auml;hrigen Glaubenstradition, die eine Kultur geworden ist, so viel empfangen haben. Die verschiedenen Auflagen des „Treffens“ haben es in der Tat verstanden, aus dem gro&szlig;en Erbe der Vergangenheit jene Beweggr&uuml;nde aufzunehmen, die euch heute im Umgang mit Kunst, Musik, Literatur, Wissenschaft, Wirtschaft und jedem Ausdruck des menschlichen Geistes besch&auml;ftigen. Auch der f&uuml;r dieses Jahr gew&auml;hlte Titel, der aus dem letzten Vers der <i>G&ouml;ttlichen Kom&ouml;die</i> stammt, treibt uns in Richtung jener Geschichte, deren Herr Gott ist. &raquo;Die Liebe, die die Sonne und die anderen Sterne bewegt&laquo;, ist nicht verschwunden, sie hat weder an Kraft noch an Intensit&auml;t verloren, auch wenn es eine Liebe ist, die gern still bleibt, im Gegensatz zu den l&auml;rmenden Kr&auml;ften, die die Erde, den Himmel und alle Gesch&ouml;pfe ersch&uuml;ttern.</p> 
<p>Ja, die Liebe bewegt! &raquo;Er l&auml;sst seine Sonne aufgehen &uuml;ber B&ouml;sen und Guten und er l&auml;sst regnen &uuml;ber Gerechte und Ungerechte&laquo; (<i>Mt</i> 5,45). So beschreibt Jesus die Vollkommenheit Gottes und macht dabei den Unterschied zwischen der Gro&szlig;z&uuml;gigkeit seines Handelns und der Enge menschlicher Gedanken deutlich. Die Wirklichkeit erstickt in unseren Berechnungen und atmet in der Selbstlosigkeit Gottes. Es ist kein Zufall, dass meine Vorg&auml;nger – der heilige <a href="https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de.html">Johannes Paul II.</a>,&nbsp;<a href="https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de.html">Benedikt XVI.</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://www.vatican.va/content/francesco/de.html">Franziskus</a> – alle die g&ouml;ttliche Barmherzigkeit als Schnittpunkt zwischen dem Evangelium und den „neuen Dingen“ dieser dramatischen und wunderbaren Zeit bezeichnet haben. Jesus Christus nach den Trag&ouml;dien und Neuanf&auml;ngen des 20. Jahrhunderts zu folgen, setzt n&auml;mlich ein klares Bewusstsein voraus: Das B&ouml;se kann man nicht mit dem B&ouml;sen bek&auml;mpfen. Wie im Himmel, so ist auch auf Erden die Liebe das Gesetz des Lebens, der Weg der Erl&ouml;sung des gekreuzigten Messias. Dem falschen Realismus, der die Gedanken, die Worte und die Nationen wiederbewaffnet, muss die katholische Kultur heute den Realismus der Barmherzigkeit entgegenstellen, f&uuml;r den es keine Feinde geben kann und f&uuml;r den alle – auch die Gegner – Br&uuml;der und Schwestern sind, denen wir in die Augen schauen und in der Wahrheit begegnen m&uuml;ssen. Die S&uuml;nde existiert, gewiss, aber st&auml;rker ist die erl&ouml;sende Liebe Christi, die uns dazu verpflichtet, Gedanken, Interessen, Gewohnheiten, Bekanntschaften, Pl&auml;ne, Investitionen – jeden Aspekt des Lebens – von allem zu reinigen, was die Kultur der Macht verdorben hat.</p> 
<p>Unter euch mangelt es nicht an Kompetenzen, Verantwortung und Ressourcen, die in den Dienst einer echten Volksbekehrung gestellt werden k&ouml;nnen. &raquo;Die Besessenheit, die eigene Herrlichkeit, die eigene „W&uuml;rde“, den eigenen Einfluss zu wahren, darf nicht zu unserer Gesinnung geh&ouml;ren. Wir m&uuml;ssen nach der Herrlichkeit Gottes streben, und diese entspricht nicht unserer eigenen Herrlichkeit. Die Herrlichkeit Gottes, die in der Demut der Grotte von Betlehem oder in der Schmach des Kreuzes Christi aufstrahlt, &uuml;berrascht uns immer&laquo; (Franziskus, <i><a href="https://www.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2015/november/documents/papa-francesco_20151110_firenze-convegno-chiesa-italiana.html">Ansprache beim 5. Nationalen Kongress der Kirche in Italien</a></i>, Florenz, 10. November 2015). Befreien wir also das Zusammenleben vom Misstrauen, die Kultur von der &Uuml;berheblichkeit, die Bildung von der Ideologie, die Arbeit vom G&ouml;tzendienst des Profits, die Technologie und die Finanzwelt von den Gesch&auml;ften des Todes. Entlarven wir die ungerechten Machtverh&auml;ltnisse, die die Wurzel von Armut und Ungleichheit, von Krieg und Umweltkatastrophen sind – und beginnen wir dabei bei den Organisationen, die wir geschaffen haben und in denen wir t&auml;tig sind. Entwaffnen wir den technologischen Fortschritt, wenn er &uuml;berhandnimmt und zerst&ouml;rerisch wird. Es bedarf mutiger Vorreiter, die mit ihrer eigenen Kehrtwende beginnen, um die von allen geforderte Umkehr &uuml;berzeugend und glaubw&uuml;rdig werden zu lassen.</p> 
<p>Es darf nicht nur solche geben, die das Feuer der Ersch&ouml;pfung und Verzweiflung sch&uuml;ren; sondern es muss auch jene geben, die Tr&auml;ume und Visionen neu entfachen! Diese beiden Wege sind miteinander unvereinbar, denn der eine nutzt Spaltung, Entfremdung und Verzweiflung aus, der andere dient dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit. &raquo;In einer Welt, die voll ist von Machenschaften, die darauf abzielen, M&auml;rkte zu erobern und Einflussbereiche zu vergr&ouml;&szlig;ern – oft verschleiert durch beschwichtigende Rhetorik und verf&uuml;hrerische ideologische Konstrukte –, versp&uuml;rt unser Herz die Notwendigkeit, eine andersartige, weise und g&uuml;tige Bestimmung zu entdecken, &auml;hnlich der, die Maria im Magnifikat besingt: Gott erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht aller, die ihn f&uuml;rchten. Dieser barmherzige Plan setzt sich durch die Geschichte hindurch bis in die Gegenwart mit all den rasanten und unruhigen Entwicklungen, die von Algorithmen und globalen Netzwerken gepr&auml;gt sind, fort und wird zum Kompass f&uuml;r ein dem Evangelium entsprechendes Leben im digitalen Zeitalter. Im Zentrum steht das Geheimnis der Menschwerdung&laquo; (Enzyklika <i><a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html">Magnifica humanitas</a></i>, 230–231).</p> 
<p>Liebe Freunde, die unbewaffnete Sch&ouml;nheit dieses Geheimnisses fordert uns auf, „das erzieherische Risiko“ einzugehen, von dem Don Giussani euch erz&auml;hlt hat. Er hatte erkannt, dass &raquo;die erzieherisch wirksamste Methode nicht diejenige ist, die eine Flucht vor der Wirklichkeit vorsieht, um das Gute abgesondert zu bekr&auml;ftigen, sondern diejenige, die von der F&ouml;rderung des Guten in der Welt lebt&laquo;. <a name="_ftnref1" href="#_ftn1" class=" cleaner">[1]</a> Und er betonte: &raquo;In der Welt bedeutet in der Auseinandersetzung mit der ganzen Wirklichkeit, einer riskanten Auseinandersetzung, wenn man es so nennen will; besser w&auml;re es jedoch, sie als herausfordernd zu bezeichnen.&laquo; <a name="_ftnref2" href="#_ftn2" class=" cleaner">[2]</a> Br&uuml;der und Schwestern, nehmen wir diese Verantwortung jetzt auf uns, die ein Engagement gegen&uuml;ber Christus und ein Engagement gegen&uuml;ber unserer Welt ist!</p> 
<p>Liebe junge Menschen, ihr seid zahlreich hier, viele von euch als freiwillige Helfer. Ihr seid ein Zeichen daf&uuml;r, dass die Zukunft eine Verhei&szlig;ung ist und keine Bedrohung! Viele der Erwachsenen, aber auch eurer Altersgenossen glauben dies nicht mehr. Doch still und leise gibt &raquo;die Liebe, die die Sonne und die anderen Sterne bewegt&laquo; weiterhin Grund zur Hoffnung. Ich habe das intensiv bei euren Altersgenossen im Libanon, in Afrika und in Spanien gesp&uuml;rt. Die Liebe bewegt, dr&auml;ngt, erweckt aus der Tr&auml;gheit, entfacht neue Berufungen und ruft dazu auf, etwas zu riskieren. Bringt euch ein! &Ouml;ffnet euch f&uuml;r eine wahre Katholizit&auml;t und erweitert eure Bindungen &uuml;ber jede zu enge Angeh&ouml;rigkeit hinaus. Eure Bewegung, eure Gruppen und Gemeinschaften sollen ein Sprungbrett sein, von dem aus ihr in die ganze Wirklichkeit eintaucht. Widersetzt euch dem, was euch von Br&uuml;dern und Schwestern anderer Kulturen, Empfindungen und Herkunft entfremden m&ouml;chte, insbesondere von den &Auml;rmsten. Geht stattdessen hinaus und geht auf alle zu!</p> 
<p>In allen Bereichen, insbesondere an den R&auml;ndern und unter denjenigen, die leiden, werdet ihr Personen finden, die schon bereit sind, die Zivilisation der Liebe aufzubauen. Lasst nicht zu, dass jemand dieses Wort herabw&uuml;rdigt, das ja der Name Gottes ist: &raquo;Gott ist Liebe&laquo; (<i>1Joh</i> 4,16). In der Liebe gibt es niemals Zwang, Indoktrination; niemals Verf&uuml;hrung, T&auml;uschung, Rekrutierung. Liebe gibt es nur in der Freiheit, in der lebendigen Begegnung, in der gro&szlig;z&uuml;gigen Selbsthingabe.</p> 
<p>Liebe junge Menschen, die Welt scheint sich heute dar&uuml;ber zu wundern, dass ihr Christus folgt, dass ihr euch zu ihm und seinem Wort hingezogen f&uuml;hlt, dass ihr zur Kirche geh&ouml;rt. F&uuml;r viele ist es heute eine &Uuml;berraschung, dass ihr Christen seid! Und doch, ohne gro&szlig;es Aufsehen, „ist das Wort des Herrn von euch aus vorgedrungen“ (vgl. <i>1 Thess</i> 1,8). Das schrieb der heilige Paulus an die ganz junge Gemeinde in Thessaloniki. Und er fuhr fort: &raquo;&Uuml;berall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, sodass wir dar&uuml;ber nichts zu sagen brauchen&laquo; (<i>ebd</i>.). Es geht nicht um Zahlen, obwohl es beeindruckend ist, dass Tausende eurer Gleichaltrigen in Gesellschaften um die Taufe bitten, die zu den s&auml;kularisiertesten der Welt z&auml;hlen. Es geht um Freiheit: Der Wahrheit begegnen wir nur in der Freiheit.</p> 
<p>Wir beginnen dies inmitten historischer Umst&auml;nde immer besser zu verstehen, die die wichtigsten menschlichen Fragen und ein unabl&auml;ssiges Verlangen nach Sinn, Gerechtigkeit und Frieden wiederaufleben lassen. So sollte uns ein gewisser Einflussverlust, den wir Erwachsenen vielleicht bef&uuml;rchtet und bek&auml;mpft haben, vor Augen f&uuml;hren, dass wir die Kraft des Evangeliums st&auml;rker sch&auml;tzen k&ouml;nnen: der Bindungen, die es schafft, der Logik, die es entfacht, des Lebens, das es entstehen l&auml;sst. Wie meine Vorg&auml;nger mehrfach betont haben, betreibt die Kirche &raquo;keinen Proselytismus. Sie entwickelt sich vielmehr durch „Anziehung“.&laquo; <a name="_ftnref3" href="#_ftn3" class=" cleaner">[3]</a> Es ist die Attraktivit&auml;t einer bestimmten Art und Weise, in der Welt zu leben, die Don Giussani einmal provokativ fragen lie&szlig;: &raquo;Kann man so leben?&laquo; <a name="_ftnref4" href="#_ftn4" class=" cleaner">[4]</a></p> 
<p>Allerdings hat bereits im 2. Jahrhundert der anonyme Verfasser des <i>Briefes an Diognet</i> anerkannt, dass die Christen &raquo;eine wunderbare und zweifellos paradoxe Lebensweise anstreben&laquo; (V. 4). Gewiss m&uuml;ssen wir zugeben, dass wir diesen Schatz &raquo;in zerbrechlichen Gef&auml;&szlig;en&laquo; tragen (<i>2 Kor</i> 4,7) und dass die Glaubw&uuml;rdigkeit unseres pers&ouml;nlichen und gemeinschaftlichen Zeugnisses oft von Begrenztheit und S&uuml;nde gezeichnet ist. Doch es ist der Herr, der uns immer wieder aufrichtet, als Einzelne und als Gemeinschaft!</p> 
<p>Liebe Freunde, liebt stets die Kirche! Liebt und bewahrt die Einheit der „Gemeinschaft“, durch die Christus zu euch gelangt ist und durch die er euch an sich zieht. Es ist so, wie Papst Franziskus es euch anl&auml;sslich des hundertsten Geburtstags eures Gr&uuml;nders gesagt hat: &raquo;Auch schwierige Momente k&ouml;nnen Gnadenmomente sein, und sie k&ouml;nnen Momente der Wiedergeburt sein. „Comunione e Liberazione“ entstand gerade in der Krisenzeit der 68er. Und auch sp&auml;ter hat Don Giussani die Phasen des &Uuml;bergangs und des Wachstums der Fraternit&auml;t nicht gef&uuml;rchtet, sondern hat sich ihnen mit evangeliumsgem&auml;&szlig;en Mut, im Vertrauen auf Christus und in der Gemeinschaft mit der Mutter Kirche gestellt&laquo; (Franziskus, <i><a href="https://www.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2022/october/documents/20221015-comunioneeliberazione.html">Ansprache an die Mitglieder von „Comunione e Liberazione“</a></i>, 15. Oktober 2022).</p> 
<p>Nun denn, meine Lieben, gerade inmitten dieses epochalen Wandels, in dieser von vielf&auml;ltigen Krisen zerrissenen Welt, k&ouml;nnen wir, „aus allen St&auml;mmen, Sprachen, V&ouml;lkern und Nationen vereint und in unterschiedlichen Kontexten und Kulturen lebend, ‚den geistlichen Geschmack‘“ wiederentdecken, „was es bedeutet, das Volk Gottes zu sein, das noch auf einer Pilgerreise durch die Zeit und bereits in Gemeinschaft mit der Kirche im Himmel ist“ (vgl. XVI. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode, <i>Schlussdokument</i>, Nr. 17). In den vergangenen Jahren haben wir die synodale und missionarische Dimension unseres Kircheseins wiederentdeckt, die uns vor allem dazu aufruft, einander zuzuh&ouml;ren. &raquo;Die Gabe des Zuh&ouml;rens ist etwas, das wir alle, so scheint mir, anerkennen, das aber in so manchen Bereichen der Kirche verloren gegangen ist. Wir m&uuml;ssen weiterhin entdecken, wie wertvoll dies ist, angefangen beim H&ouml;ren auf das Wort Gottes, beim gegenseitigen Zuh&ouml;ren, beim H&ouml;ren auf die Weisheit, die wir in M&auml;nnern und Frauen, in Angeh&ouml;rigen der Kirche und in all jenen finden, die auf der Suche nach der Wahrheit sind, aber noch nicht und vielleicht auch nie zur Kirche geh&ouml;ren werden&laquo; (<i>Ansprache an die Teilnehmer der Heilig-Jahr-Feier der Synodenteams und der Mitwirkungsgremien</i>, 24. Oktober 2025).</p> 
<p>Dies ist ein Weg, der auch die Erneuerung einer jeden Vereinigung und kirchlichen Bewegung erfordert. Ich lade euch ein, sowohl im Rahmen der Bewegung „Comunione e liberazione“ als auch in den Teilkirchen, denen ihr angeh&ouml;rt, die Erfahrung eines gemeinsam unternommenen Weges zu machen: ein jeder h&ouml;rt zu, l&auml;sst sich vom Glauben der anderen verwandeln, und gemeinsam – unter der F&uuml;hrung der Hirten – werden neue Einsichten gewonnen, weitere Schritte unternommen und mutiger Gehorsam im Heiligen Geist entwickelt. Synodalit&auml;t ist nicht der Name eines Prozesses, sondern das Wesen eines Volkes, das in der Freundschaft und in der Begegnung mit den anderen erkennt, dass es einzig und allein Gott geh&ouml;rt. Dann verwandelt sich Autorit&auml;t in einen Dienst, der die Unterschiede ehrt und deren Harmonie f&ouml;rdert. Dieser Stil ist in dieser unruhigen Epoche ein wahres Zeichen der Zeit. Bezeugen wir, dass jedes Charisma dem gemeinsamen Wohl dient, dass sich jeder Reichtum vervielfacht, wenn er geteilt wird, dass jede Angst &uuml;berwunden werden kann: Wir m&uuml;ssen dies greifbar, glaubw&uuml;rdig und erstrebenswert werden lassen. Ihr werdet dies auf den Spuren eures Gr&uuml;nders tun k&ouml;nnen, liebe Freunde, indem ihr die Einheit untereinander pflegt, mit denen, die berufen sind, die Bewegung zu leiten, mit dem Apostolischen Stuhl, der euch anerkannt hat, und mit dem Nachfolger Petri. Der Heilige Geist unterweise uns in der Praxis der Gemeinschaft. Er schenke uns die Freude daran, die Wertsch&auml;tzung daf&uuml;r und die Hoffnung darauf. M&ouml;ge uns, liebe Br&uuml;der und Schwestern, weiterhin jene Liebe leiten, &raquo;die die Sonne und die anderen Sterne bewegt&laquo;. Danke!</p> 
<p>__________________________________________________________</p> 
<p></p>
<p>&nbsp;</p> 
<p><a name="_ftn1" href="#_ftnref1" class=" cleaner">[1]</a> L. Giussani, <i>Il rischio educativo</i>, Mailand 2014, 106.</p>
<p><a name="_ftn2" href="#_ftnref2" class=" cleaner">[2]</a> <i>&nbsp;Ebd.</i></p> 
<p><a name="_ftn3" href="#_ftnref3" class=" cleaner">[3]</a>&nbsp;Benedikt XVI., <i><a href="https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/homilies/2007/documents/hf_ben-xvi_hom_20070513_conference-brazil.html">Homilie bei der Eucharistiefeier zur Er&ouml;ffnung der V. Generalversammlung der Bisch&ouml;fe von Lateinamerika und der Karibik</a></i>, Aparecida (13. Mai 2007). Franziskus,&nbsp; <i><a href="https://www.vatican.va/content/francesco/de/audiences/2023/documents/20230111-udienza-generale.html">Katechese</a></i>&nbsp;(11. Januar 2023).</p> 
<p><a name="_ftn4" href="#_ftnref4" class=" cleaner">[4]</a>&nbsp;Vgl L. Giussani, <i>Si pu&ograve; vivere cos&igrave;?</i>, Mailand 2007.</p> 
<p></p> 
<p></p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Pastoralbesuch von Papst Leo XIV. in der Republik San Marino und in der Adria-Stadt Rimini aus Anlass des „Meetings für die Freundschaft unter den Völkern“ (22. August 2026)]]></title><pubDate>Sat, 22 Aug 2026 08:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/travels/2026/documents/repubblica-sanmarino-rimini-22agosto2026.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/travels/2026/documents/repubblica-sanmarino-rimini-22agosto2026.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sat, 22 Aug 2026 15:35:39 +0200 --> <div>
 <b>Multimedia: <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/8/22/visita-repubblica-san-marino.html">Republik San Marino</a>&nbsp;- <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/8/22/visita-rimini.html">Rimini</a></b>
</div> 
<div>
 <b><br /> Fotogalerie:&nbsp;<a href="https://www.vatican.va/content/photogallery/de/eventi/san-marino2026.html">Republik San Marino</a>&nbsp;- <a href="https://www.vatican.va/content/photogallery/de/eventi/rimini2026.html">Rimini</a></b>
</div> 
<p style="text-align: center;">&nbsp;</p> 
<table border="0" width="100%" cellspacing="5"> 
 <tbody>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">&nbsp;</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p style="text-align: center;">REPUBLIK SAN MARINO</p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">8.00 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top">Abflug vom vatikanischen Heliport</td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">9.00 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p>Landung auf dem Flugplatz „Aviosuperficie Torraccia“ (Republik San Marino)</p> <p>Weiterfahrt zur „Piazza della Libert&agrave;“</p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">9.45 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><b>Piazza della Libert&agrave;: Milit&auml;rische Ehren mit der Darbietung der Nationalhymnen<br /> <br /> Der Papst und die „Capitani Reggenti“ betreten das Regierungsgeb&auml;ude des Kleinstaats, den „Palazzo Pubblico“</b></td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">10.00 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p><b>Im Atrium werden dem Heiligen Vater die Staatssekret&auml;re vorgestellt</b></p> <p><b>Der Heilige Vater und die „Capitani Reggenti“ begeben sich in die „Sala Consiglio dei XII“ zu einem pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch und zur Eintragung ins Goldene Buch der Ehreng&auml;ste</b></p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">10.40 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><b><a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/8/22/visita-repubblica-sanmarino.html">Begegnung in der „Sala del Consiglio Grande e Generale“, dem Saal des Gro&szlig;en und Allgemeinen Rats“</a></b></td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">11.15 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p><b>Anschlie&szlig;end treten der Heilige Vater und die „Capitani Reggenti“ auf den Mittelbalkon des „Palazzo Pubblico“; von dort wird der Papst die Gl&auml;ubigen gr&uuml;&szlig;en und ihnen seinen Segen spenden</b></p> <p><b>Weiterfahrt zur Basilika von San Marino</b></p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">11.45 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p><b>Am Eingang der Basilika wird der Heilige Vater von Bischof Domenico Beneventi, Bischof von San Marino-Montefeltro, und von Don Marco Mazzanti, dem Rektor der Basilika, empfangen.</b></p> <p><b>Anbetung des Allerheiligsten Sakraments und Verehrung der Reliquien des heiligen Marinus von Rimini mit Priestern, Ordensleuten und Vertretern des kirchlichen Lebens der Di&ouml;zese.</b></p> <p><a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/8/22/visita-repubblica-sanmarino-ecclesiale.html">Ansprache an die kirchliche Gemeinschaft</a></p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">12.15 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p><b>Der Heilige Vater verl&auml;sst die Basilika und gr&uuml;&szlig;t die auf dem Platz versammelten Gl&auml;ubigen</b></p> <p>Weiterfahrt zum Flugplatz „Aviosuperficie Torraccia“</p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">12.45 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p><b>Der Papst verabschiedet sich von den „Capitani Reggenti“ und den Vertretern der staatlichen Institutionen.</b></p> <p>Abflug aus der Republik San Marino.</p> </td> 
  </tr>
 </tbody>
</table> 
<table border="0" width="100%" cellspacing="5"> 
 <tbody>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">&nbsp;</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p class="MsoNormal" style="text-align: center;">* * *</p> <p class="MsoNormal"><b>In streng privater Form besucht der Heilige Vater die Gemeinschaft des Klosters <i>Sant’Antonio da Padova</i> der Augustinerinnen in Pennabilli.</b></p> <p style="text-align: center;">* * *</p> </td> 
  </tr>
 </tbody>
</table> 
<p>&nbsp;</p> 
<table border="0" width="100%" cellspacing="5"> 
 <tbody>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">&nbsp;</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p style="text-align: center;"><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif;">MEETING F&Uuml;R DIE FREUNDSCHAFT UNTER DEN V&Ouml;LKERN</span></p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">14.45 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top">Landung auf dem Hubschrauberlandeplatz des Messegel&auml;ndes von Rimini</td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">15.00 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><b>Besuch der Ausstellung &uuml;ber den heiligen Augustinus</b></td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">15.15 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><b>Besuch der Ausstellung &uuml;ber L&eacute;on Harmel</b></td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">15.30 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><b><a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/8/22/visita-meeting-rimini.html">Villaggio Ragazzi: Der Heilige Vater begr&uuml;&szlig;t die jungen Menschen, die am Meeting in Rimini teilnehmen</a></b></td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">16.00 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p><b>Gro&szlig;es Auditorium: Begegnung mit Teilnehmern am Meeting</b></p> <p>Weiterfahrt in die Kathedrale von Rimini</p> </td> 
  </tr>
 </tbody>
</table> 
<p>&nbsp;</p> 
<p>&nbsp;</p> 
<table border="0" width="100%" cellspacing="5"> 
 <tbody>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">&nbsp;</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p style="text-align: center;">RIMINI</p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">17.30 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p><b><a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/8/22/visita-rimini-caritas.html">In der Kathedrale: Begegnung mit Kranken, Menschen mit Behinderung und von der Caritas betreuten Armen</a></b></p> <p>Weiterfahrt zur „Piazzale del Porto“</p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">18.30 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><b><a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/8/22/visita-rimini-messa.html">Hafen von Rimini: Eucharistiefeier</a></b></td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">20.00 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top"><p><b>Der Heilige Vater verabschiedet sich von den staatlichen Beh&ouml;rdenvertretern</b></p> <p>Abflug vom Hafen von Rimini</p> </td> 
  </tr>
  <tr>
   <td width="8%" valign="top">21.00 Uhr</td> 
   <td width="91%" valign="top">Landung auf dem vatikanischen Heliport</td> 
  </tr>
 </tbody>
</table> 
<p>&nbsp; ________________________________</p> 
<p><i><a href="https://press.vatican.va/content/salastampa/en/bollettino/pubblico/2026/02/19/260219d.html">Verlautbarungen des Presseamtes des Heiligen Stuhls</a></i>, 19. Februar 2026</p> 
<p><a href="https://press.vatican.va/content/salastampa/en/bollettino/pubblico/2026/08/12/260812b.html"><i>Verlautbarungen des Presseamtes des Heiligen Stuhls</i></a>, 12. August 2026</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[An die Teilnehmer am Treffen des "International Catholic Legislators Network" (21. August 2026)]]></title><pubDate>Fri, 21 Aug 2026 10:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/august/documents/20260821-meeting-icln.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/august/documents/20260821-meeting-icln.html</guid><description><![CDATA[<!-- Fri, 04 Sep 2026 16:20:06 +0200 --> <p><i>Eminenzen,<br /> verehrte Damen und Herren,<br /> liebe Br&uuml;der und Schwestern in Christus!</i></p> 
<p>Es ist mir eine Freude, Sie, die Mitglieder des &raquo;International Catholic Legislators Network&laquo; zu begr&uuml;&szlig;en, insbesondere Kardinal Sch&ouml;nborn und Kardinal Bo, Schirmherren dieses Netzwerks.</p> 
<p>Das Thema ihres Jahrestreffens &raquo;Menschenw&uuml;rde und k&uuml;nstliche Intelligenz: Herausforderungen, Chancen und Kontrolle&laquo; gibt Ihnen die M&ouml;glichkeit, &uuml;ber eine der entscheidenden Fragen unserer Zeit nachzudenken. Der au&szlig;erordentliche Fortschritt der k&uuml;nstlichen Intelligenz &ouml;ffnet Horizonte, die sich vorherige Generationen kaum vorstellen konnten. Doch jede technische Errungenschaft stellt die Menschheit auch vor eine moralische Frage. Nicht blo&szlig;: Was <i>k&ouml;nnen</i> wir tun? Sondern: Was <i>sollen</i> wir tun? In der Tat steht unsere Menschheitsfamilie heute vor einer entscheidenden Wahl. Wie ich in der Enzyklika <i>Magnifica humanitas</i> geschrieben habe, k&ouml;nnten wir versucht sein, einen neuen Turm von Babel zu bauen, wo Macht, Effizienz und Kontrolle das Antlitz des Menschen verdunkeln. Oder wir k&ouml;nnen eine Zivilisation schaffen, in der die Technik der ganzheitlichen Entwicklung jedes Menschen dient (vgl. Nr. 7-10). Die entscheidende Frage bleibt dieselbe: Hilft die Technik den Menschen, geschwisterlicher und verantwortungsvoller gegen&uuml;ber sich selbst und gegen-&uuml;ber den anderen zu werden? Diesbez&uuml;glich bilden die Prinzipien der kirchlichen Soziallehre – die unantastbare W&uuml;rde jedes Menschen, das Gemeinwohl, die universale Bestimmung der G&uuml;ter, Subsidiarit&auml;t und Solidarit&auml;t – sichere Kriterien f&uuml;r die Unterscheidung.</p> 
<p>Liebe Parlamentarier, Ihre Berufung stellt Sie in das Zentrum dieser Herausforderung. Sie sind daf&uuml;r verantwortlich, politische Strategien zum Einsatz der Technik f&uuml;r das Gemeinwohl zu entwerfen, und Ihre Aufgabe besteht nicht darin, Innovation aufzuhalten, sondern diese klug zu steuern (vgl. Franziskus, <i>Ansprache an die Teilnehmer am Treffen des &raquo;International Catholic Legislators Network&laquo;</i>, 27. August 2021).</p> 
<p>Eine tragf&auml;hige Gesetzgebung sollte wissenschaftliche und technologische Kreativit&auml;t f&ouml;rdern, bei gleichzeitigem Schutz der Grundrechte und Freiheiten des Menschen. Sie sollte Nutzer vor Ausbeutung sch&uuml;tzen, die Privatsph&auml;re wahren, Transparenz beim Einsatz von neuen Technologien sicherstellen und garantieren, dass sie demokratische Institutionen st&auml;rkt. Hierzu &raquo;bedarf es angemessener rechtlicher Rahmenbedingungen, unabh&auml;ngiger Aufsicht, Aufkl&auml;rung der Nutzer und einer Politik, die sich nicht ihrer Aufgabe entzieht&laquo; (<i>Magnifica humanitas</i> , 106). Eine solche Kontrolle kann auf verschiedenen Ebenen agieren – lokal, national und international –, indem sie eine offene Diskussion des &raquo;anzuwendenden Ethikkodexes&laquo; f&ouml;rdert, ihn &raquo;mit Kriterien sozialer Gerechtigkeit [abgleicht], die wir teilen&laquo; und sicherstellt, dass keine Einheitsideologie oder Eigeninteressen die in die Systeme k&uuml;nstlicher Intelligenz eingeschriebenen Werte diktieren.</p> 
<p>Gleichzeitig birgt die rasante Entwicklung der k&uuml;nstlichen Intelligenz die Gefahr, dass neue Formen technologischer Abh&auml;ngigkeit entstehen, wobei &auml;rmere Nationen zunehmend von reicheren abh&auml;ngig werden. Wir m&uuml;ssen in dieser Hinsicht wachsam bleiben, damit Innovation nicht zu einem weiteren Instrument des ideologischen oder wirtschaftlichen Kolonialismus wird (vgl. Nr. 178-179). Leider sehen wir uns mit einer subtilen Form der Herrschaft konfrontiert, wenn Algorithmen entscheiden, wer sichtbar ist, wer unsichtbar bleibt; wenn digitale Plattformen den &ouml;ffentlichen Diskurs ohne Rechenschaftspflicht pr&auml;gen und wenn die W&uuml;rde der Arbeitnehmer der Optimierung von Systemen untergeordnet wird (vgl. Nr. 95, 150, 171). Solche Entwicklungen offenbaren ein neues Gesicht der uralten Versuchung zu Macht und Herrschaft ohne Dienst am N&auml;chsten.</p> 
<p>Dieser Kultur der Macht stellt die Kirche &raquo;die Zivilisation der Liebe&laquo; entgegen (Papst Paul VI.,<i> Regina Caeli</i>, 17. Mai 1970; vgl. <i>Magnifica humanitas</i>, 186), eine Zivilisation, die k&uuml;nstliche Intelligenz weise regelt, indem sie Herzen kultiviert, die zu N&auml;chstenliebe, Mitgef&uuml;hl und Verantwortung f&auml;hig sind. In einer solchen Gesellschaft w&auml;re die Familie die erste Schule der Menschlichkeit. Denn in der Familie lernen wir zuerst Vertrauen statt Kalk&uuml;l, Gro&szlig;z&uuml;gigkeit statt Konkurrenz, Dialog statt Spaltung und Liebe statt Macht. Es darf niemals zugelassen werden, dass k&uuml;nstliche Intelligenz diese Keimzelle der Gesellschaft untergr&auml;bt – sei es indem sie Menschen und Beziehungen auf Daten und Simulationen reduziert, indem sie junge K&ouml;pfe mit Inhalten &uuml;berflutet, die die eigenen W&uuml;nsche in die Irre leiten, oder durch Wirtschaftsmodelle, die das Familienleben wirtschaftlich prek&auml;r machen. Aus diesem Grund ermutige ich Sie, politische Ma&szlig;nahmen zu f&ouml;rdern, die Ehe und Familie st&auml;rken, Eltern bei ihrer Erziehungsaufgabe unterst&uuml;tzen und jungen Menschen erm&ouml;glichen, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken.</p> 
<p>Liebe Freunde, die Welt braucht keine k&uuml;nstliche Intelligenz, die die Menschlichkeit verringert, vielmehr braucht sie eine von Weisheit erleuchtete menschliche Intelligenz, eine vom Gewissen geleitete politische Autorit&auml;t und eine an der Liebe orientierte technische Innovation. Nur dann wird die k&uuml;nstliche Intelligenz kein Rivale des Menschen, sondern Dienst am Gemeinwohl sein.</p> 
<p>In diesem Sinne bete ich daf&uuml;r, dass Ihre Beratungen reichlich Frucht f&uuml;r Ihre Nationen und f&uuml;r die gesamte Menschheitsfamilie tragen m&ouml;gen. M&ouml;ge die selige Jungfrau Maria, Mutter des guten Rates, Sie stets begleiten. Auf Sie, Ihre Familien und alle, die Ihrem Dienst anvertraut sind, rufe ich von ganzem Herzen Gottes reichen Segen herab. Danke.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Generalaudienz 19. August 2026]]></title><pubDate>Wed, 19 Aug 2026 10:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/audiences/2026/documents/20260819-udienza-generale.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/audiences/2026/documents/20260819-udienza-generale.html</guid><description><![CDATA[<!-- Thu, 03 Sep 2026 16:13:14 +0200 --> <p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern!</p> 
<p>Das sechste Kapitel der Konstitution <i>Sacrosanctum Concilium </i>&nbsp;(<i>SC</i> ) des Zweiten Vatikanischen Konzils ist der Kirchenmusik gewidmet. Darin hei&szlig;t es: &raquo;Die &uuml;berlieferte Musik der Gesamtkirche stellt einen Reichtum von unsch&auml;tzbarem Wert dar, ausgezeichnet unter allen &uuml;brigen k&uuml;nstlerischen Ausdrucksformen vor allem deshalb, weil sie als der mit dem Wort verbundene gottesdienstliche Gesang einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie ausmacht&laquo; (<i>SC</i>&nbsp; 112). Und es erl&auml;utert: &raquo;So wird denn die Kirchenmusik um so heiliger sein, je enger sie mit der liturgischen Handlung verbunden ist, sei es, dass sie das Gebet inniger zum Ausdruck bringt oder die Einm&uuml;tigkeit f&ouml;rdert, sei es, dass sie die heiligen Riten mit gr&ouml;&szlig;erer Feierlichkeit umgibt&laquo; (<i>ebd.</i> ).<br /> <br /> Wir finden hier den Kern der Konzilslehre, die die dienende Funktion der Musik in der Liturgie best&auml;tigt und vertieft, die bereits vom heiligen Pius X. im Motu proprio <i>Inter sollicitudines</i>&nbsp; (22. November 1903) hervorgehoben worden war. Denn die Musik ist Teil des liturgischen Handelns und keine blo&szlig;e Ausschm&uuml;ckung der Feier. Singen und Musizieren bedeutet in der Liturgie zu beten, indem man das eigene Herz mit dem der Schwestern und der Br&uuml;der und mit Gott in Einklang bringt, in der t&auml;tigen Teilnahme am gefeierten Geheimnis. Insbesondere die Musik bringt die gef&uuml;hlsm&auml;&szlig;ige Dimension des Gebets zum Ausdruck, wie der heilige Augustinus sagt: &raquo;Cantare amantis est&laquo;, also &raquo;das Lied ist der Liebe Gesetz&laquo; (<i>Sermo</i> 336,1). Das ist sehr wichtig, weil es uns hilft, das Herz zu &ouml;ffnen f&uuml;r Gottes Gnadenwirken und sich davon formen zu lassen.</p> 
<p>Au&szlig;erdem f&ouml;rdert der Gesang die Gemeinschaft. Durch die Symphonie der Stimmen tr&auml;gt er zur Vereinigung der Herzen bei, &uuml;berwindet die Unterschiede zwischen den Menschen und vereint alle im Lob Gottes. So wird er zur Epiphanie der Kirche, zum sp&uuml;rbaren Ausdruck der Gemeinschaft, die zu ihrem ureigenen Wesen geh&ouml;rt.</p> 
<p>Aus der hohen theologischen Bedeutung des Kirchengesangs als fester Bestandteil des liturgischen Handelns ergeben sich einige Erfordernisse. Zun&auml;chst muss er jenseits aller Modeerscheinungen und besonderen Sensibilit&auml;ten der Urheber auf allen Ebenen der Feier angemessen sein. Au&szlig;erdem muss die Form, besonders in ihrem melodischen Aspekt, gleichzeitig edel und einfach, von hoher musikalischer Qualit&auml;t und leicht auszuf&uuml;hren sein, vor allem dann, wenn er von der ganzen Gemeinde gesungen werden soll (vgl. <i>SC</i>&nbsp; 121).</p> 
<p>Aus demselben Grund sagt das Konzil, dass auch die Texte angemessen, tiefgehend und gleichzeitig leicht verst&auml;ndlich sowie in erster Linie von der Heiligen Schrift, den liturgischen B&uuml;chern und&nbsp; der geistlichen &Uuml;berlieferung der Kirche inspiriert sein sollen. Darauf muss geachtet werden, damit die Dynamik, die in dem alten Prinzip &raquo;lex orandi lex credendi&laquo; – also das Gesetz des Gebets ist auch Gesetz des Glaubens – zum Ausdruck kommt, lebendig bleibt und wachsen kann.</p> 
<p><i>Sacrosanctum Concilium</i> widmet dem Thema der t&auml;tigen Teilnahme der Gl&auml;ubigen gro&szlig;en Raum (vgl. Nr. 114). Sie ist &raquo;angefangen von einer tieferen Bewusstheit des Mysteriums, das gefeiert wird, und seiner Beziehung zum t&auml;glichen Leben&laquo; zu verstehen (Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben <i>Sacramentum caritatis</i> , 52), in einem &raquo;Geist fortw&auml;hrender innerer Umkehr, der das Leben aller Gl&auml;ubigen kennzeichnen muss&laquo; (<i>ebd.</i>, 55). Was die konkrete Weise betrifft, in der sie durch die besondere Rolle der Kirchenmusik verwirklicht werden kann, bietet die Konstitution eine deutliche Antwort: So &raquo;soll man den Akklamationen des Volkes, den Antworten, dem Psalmengesang, den Antiphonen, den Liedern&laquo; ebenso wie dem &raquo;heiligen Schweigen&laquo; Sorge zuwenden (<i>SC</i> 30). Und sie fordert einen jeden, sei er Liturge oder Gl&auml;ubiger, auf, &raquo;in der Aus&uuml;bung seiner Aufgabe nur das und all das tun, was ihm aus der Natur der Sache und gem&auml;&szlig; den liturgischen Regeln zukommt&laquo; (<i>SC</i> 28), im harmonischen Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Diensten, den einzelnen Beitr&auml;gen und den Augenblicken der Stille.</p> 
<p>Au&szlig;erdem erkennt das Konzil dem Gregorianischen Gesang gro&szlig;en Wert zu, auch wenn es andere Arten von Kirchenmusik nicht von der Feier ausschlie&szlig;t. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Orgel gewidmet (vgl. <i>SC</i> 120), w&auml;hrend der Einsatz anderer Instrumente gestattet ist, &raquo;sofern sie sich f&uuml;r den heiligen Gebrauch eignen oder f&uuml;r ihn geeignet gemacht werden k&ouml;nnen, der W&uuml;rde des Gotteshauses angemessen sind und die Erbauung der Gl&auml;ubigen wirklich f&ouml;rdern&laquo; (<i>SC</i> 120).</p> 
<p>Ein Thema, das der Konzilsreform am Herzen lag, war die Inkulturation, auch im Bereich der Kirchenmusik. Insbesondere wird in Bezug auf die Musik&uuml;berlieferung der verschiedenen Kulturen hervorgehoben, wie wichtig es ist, ihr geb&uuml;hrende Wertsch&auml;tzung entgegenzubringen, als Teil des religi&ouml;sen und sozialen Lebens der Menschen. Daher wird empfohlen, einerseits allen eine angemessene &raquo;Formung des religi&ouml;sen Sinnes&laquo; (<i>SC</i> 119) zukommen zu lassen, und andererseits &raquo;im Rahmen des M&ouml;glichen […] die &uuml;berlieferte Musik der betreffenden V&ouml;lker sowohl in den Schulen als auch im Gottesdienst zu f&ouml;rdern&laquo; (<i>ebd.</i> ).<br /> <br /> Eine besondere Aufgabe wird im liturgischen Kontext der &raquo;schola cantorum&laquo; zuerkannt, einem pastoralen Mittel, dessen F&ouml;rderung empfohlen wird. Der Chor muss &raquo;auf die exakte Ausf&uuml;hrung der ihm eigenen Teile achten, entsprechend den verschiedenen Arten von Ges&auml;ngen, und muss die aktive Teilnahme der Gl&auml;ubigen beim Gesang beg&uuml;nstigen&laquo; (Heilige Ritenkongregation, Instruktion <i>Musicam sacram</i>, 19).</p> 
<p>Zu diesem Ziel ist der Komponist von Kirchenmusik aufgerufen, das musikalische Erbe der Kirche zu kennen und zu bewahren, indem er sich von ihm inspirieren l&auml;sst, um neue Kompositionen im Dienst der Liturgie ins Leben zu rufen, unter Achtung der gegenw&auml;rtigen Sensibilit&auml;t und der verschiedenen kulturellen &Uuml;berlieferungen, um so &raquo;den Gottesdienst von Missst&auml;nden des Stils, von nachl&auml;ssigen Ausdrucksformen, von banalen Musikst&uuml;cken und Texten zu reinigen, die der Gr&ouml;&szlig;e des Aktes, der gefeiert wird, wenig entsprechen, um f&uuml;r die Kirchenmusik W&uuml;rde und die G&uuml;te der Form zu gew&auml;hrleisten&laquo; (Hl. Johannes Paul II., <i>Chirograph zum 100. Jahrestag der Ver&ouml;ffentlichung des Motu proprio </i>&nbsp;Tra le sollecitudini<i> &uuml;ber die Kirchenmusik</i> , 22. November 2003, 3).</p> 
<p>Aus all diesen Gr&uuml;nden empfehlen die Konzilsv&auml;ter, die Ausbildung und die Praxis der Kirchenmusik &raquo;in den Seminarien, in den Noviziaten und Studienh&auml;usern der Ordensleute beiderlei Geschlechts sowie auch in den &uuml;brigen katholischen Instituten und Schulen&laquo; zu f&ouml;rdern (<i>SC</i>&nbsp;115) und den Musikern und S&auml;ngern eine gediegene Ausbildung zu gew&auml;hrleisten (vgl. <i>ebd.</i>).</p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern, die Kirchenv&auml;ter haben dem liturgischen Gesang gro&szlig;e Bedeutung zuerkannt, als Symbol der kirchlichen Gemeinschaft. Wir k&ouml;nnen daher schlie&szlig;en mit diesem sch&ouml;nen Wort des heiligen Ignatius von Antiochien: &raquo;Aber auch die einzelnen sollen einen Chor bilden, damit ihr in Eintracht zusammenstimmet, in Einigkeit die Melodie Christi auffasset und mit einer Stimme durch Jesus Christus dem Vater lobsinget, auf dass er euch h&ouml;re und aus euren guten Werken erkenne, dass ihr Glieder seid seines Sohnes&laquo; (<i>Brief an die Epheser</i> 4,2).</p> 
<p>&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<b>* * *</b></p> 
<p>Liebe Gl&auml;ubige deutscher Sprache, es ist sch&ouml;n, sich bewusst zu machen, dass wir durch die Teilnahme an der Liturgie stets auch in unsichtbarer Gemeinschaft mit allen Engeln und Heiligen stehen und einstimmen d&uuml;rfen in ihren Lobgesang auf den Herrn. Ihm sei Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Angelus, 16. August 2026]]></title><pubDate>Sun, 16 Aug 2026 12:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260816-angelus.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260816-angelus.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sun, 16 Aug 2026 12:31:01 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern, einen sch&ouml;nen Sonntag!</i></p> 
<p><a href="https://www.vatican.va/content/liturgy/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/8/15/messa-castelgandolfo.html">gestern haben wir die Jungfrau Maria</a> in ihrer unaufl&ouml;slichen Beziehung zu ihrem Sohn betrachtet: Nicht einmal der Tod konnte jene Gemeinschaft von Leib und Seele unterbrechen, die ewiges Leben ist. Jeder Sonntag erinnert uns daran, dass dieselbe F&uuml;lle jenen vorbehalten ist, die Jesus nachfolgen: Seine Auferstehung ist kein vergangenes Ereignis, sondern neues Leben, in das auch wir mithineingenommen sind.</p> 
<p>Das sehen wir heute an der kanaan&auml;ischen Frau, die im Evangelium im Mittelpunkt steht, das in der Liturgie verk&uuml;ndet worden ist (<i>Mt</i> 15,21-28). Obwohl sie nicht zu seinem Volk geh&ouml;rt und in einer fremden Gegend lebt, versucht sie beharrlich, mit Jesus zu sprechen, indem sie ihm wie eine J&uuml;ngerin folgt, die bereits eine Bindung zu ihm hat. Sie w&auml;ren einander eigentlich nie begegnet, doch der Glaube war auf geheimnisvolle Weise bereits in ihr erwacht. Sie m&ouml;chte nichts f&uuml;r sich selbst, sondern Frieden f&uuml;r ihre leidende Tochter, und sie vertraut auf Jesus, in welchem sie den Messias erkennt, den Nachkommen Davids (vgl. V. 22).</p> 
<p>Der Evangelist verschweigt nicht die Hindernisse, denen sich diese Frau gegen&uuml;bersieht. Die J&uuml;nger betrachten sie als eine l&auml;stige Person, und Jesus selbst widersetzt sich ihrem Bitten. Tats&auml;chlich hatte sich der Meister in jene Gegend zur&uuml;ckgezogen (vgl. V. 21), und wir k&ouml;nnen uns vorstellen, dass er, wie schon andere Male, einen abgelegenen Ort suchte, an dem er beten und seine J&uuml;nger unterweisen konnte. In jenem Augenblick geschieht allerdings etwas Unerwartetes. Indem wir dies betrachten, k&ouml;nnen wir den Gehorsam Jesu verstehen, der seine Mission vollbringt, indem er sich von dem, was er sieht und h&ouml;rt, ber&uuml;hren l&auml;sst. Schlie&szlig;lich sagt er zu ihr: &raquo;Frau, dein Glaube ist gro&szlig;. Es soll dir geschehen, wie du willst&laquo; (V. 28).</p> 
<p>Auch heute kann sich die Kirche vom Wirken Gottes &uuml;berraschen lassen und den Frieden Christi &uuml;ber die bereits gezogenen Grenzen hinaus weitergeben. Ihre Mission wird durch die g&ouml;ttliche Gnade vorweggenommen, die im Verborgenen der Gewissen wirkt, sodass wir bei jeder Begegnung – selbst bei jenen, die unsere Pl&auml;ne durcheinanderbringen – die Ohren spitzen, die Augen &ouml;ffnen und das Herz f&uuml;r das &ouml;ffnen m&uuml;ssen, was Gott uns sagen will.</p> 
<p>Von der kanaan&auml;ischen Frau lernen wir Demut und Entschlossenheit. Dank ihres Glaubens lernen wir, dass Gottes Tisch f&uuml;r alle gedeckt ist und dass niemand nur mit den Kr&uuml;meln vorliebnehmen muss (vgl. VV. 26-27), weil alle beim Vater einen eigenen Platz haben. Im Lichte dieses Glaubens werden jene Ungleichheiten, Diskriminierungen und Barrieren unertr&auml;glich, die die W&uuml;rde allzu vieler S&ouml;hne und T&ouml;chter Gottes mit F&uuml;&szlig;en treten.</p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern: Wir sind die Kirche Jesu Christi in einer von Unfrieden geplagten Welt, einer Welt, die nach Frieden sucht. Bitten wir Maria, unsere Mutter, sie m&ouml;ge f&uuml;r uns F&uuml;rsprache einlegen. &raquo;Aus ihrem Munde kommt die kraftvollste und wegweisendste Hymne, die je gesungen wurde: das Magnifikat&laquo; (<i><a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html">Magnifica humanitas</a></i>, 244): Es ist der Lobgesang derer, die die Wirklichkeit bereits mit den Augen Gottes sehen und deshalb nicht die Hoffnung verlieren und mit Liebe handeln.</p> 
<p></p>
<p>___________________________</p> 
<p></p> 
<p><b>Nach dem Angelusgebet</b></p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,</p> 
<p>ich erneuere meinen Appell, die anhaltende Gewalt gegen die pal&auml;stinensische Zivilbev&ouml;lkerung im Westjordanland zu beenden, und fordere die internationale Gemeinschaft dringend auf, sich daf&uuml;r einzusetzen, dass eine Zwei-Staaten-L&ouml;sung zugunsten eines gerechten und dauerhaften Friedens vorankomme.</p> 
<p>In dieser Woche werden die Mittelmeerspiele beginnen, die in Taranto stattfinden. Daran nehmen verschiedene L&auml;nder aus Afrika, Asien und Europa teil, die zum Mittelmeerraum geh&ouml;ren. Ich w&uuml;nsche mir, dass dieses Sportereignis ein Vorzeichen f&uuml;r Frieden und Geschwisterlichkeit unter den V&ouml;lkern dieser Region und der ganzen Welt sein m&ouml;ge.</p> 
<p>Und nun hei&szlig;e ich euch alle willkommen, die ihr euch hier in Castel Gandolfo zum sonnt&auml;glichen <i>Angelus</i> versammelt habt.</p> 
<p>Von Herzen begr&uuml;&szlig;e ich die Pilger aus verschiedenen L&auml;ndern. Und zusammen mit einem Gru&szlig; an die Polen erteile ich den zahlreichen Teilnehmerinnen der traditionellen Wallfahrt zum Heiligtum von Piekary Śląskie in Oberschlesien meinen Segen.</p> 
<p>Und euch allen w&uuml;nsche ich einen sch&ouml;nen Sonntag.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Botschaft des Heiligen Vaters zum 11. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung [1. September 2026] (15. August 2026)]]></title><pubDate>Sat, 15 Aug 2026 12:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/messages/creation/documents/20260815-messaggio-giornata-curacreato.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/messages/creation/documents/20260815-messaggio-giornata-curacreato.html</guid><description><![CDATA[<!-- Thu, 20 Aug 2026 12:05:56 +0200 --> <p style="text-align: center;"><b>&raquo;<i>Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden <br /> und ihre Lanzen zu Winzermessern.</i>&laquo;<i> (Jesaja 2,4)</i></b></p> 
<p>&nbsp;</p> 
<p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,</i></p> 
<p>unser Herr Jesus Christus ist gekommen, damit wir das Leben haben und es in F&uuml;lle haben (vgl. <i>Joh</i> 10,10). Dieses Geschenk des Lebens ist der Kern unseres Auftrags als J&uuml;nger und unserer gemeinsamen Berufung, eine Zivilisation der Liebe aufzubauen. An diesem Weltgebetstag f&uuml;r die Bewahrung der Sch&ouml;pfung sind wir erneut eingeladen, &uuml;ber das Geschenk des Lebens nachzudenken und die Erde zu lieben, die es erh&auml;lt, denn dies sind konkrete Wege, um unseren Sch&ouml;pfer zu preisen.</p> 
<p>Heute erleben wir viele Krisen und gro&szlig;es menschliches Leid. Zugleich scheint sich die Zerst&ouml;rung des harmonischen Gleichgewichts der Sch&ouml;pfung zu beschleunigen. Diese Ph&auml;nomene sind nicht ohne Zusammenhang; sie sind ein einziger Ruf nach Heilung und Frieden, der von einer verwundeten Welt ausgeht.</p> 
<p>Der Gott des Lebens, der sich in Jesus Christus offenbart hat, schenkt einen Frieden, den die Welt nicht geben kann: &raquo;Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch&laquo; (<i>Joh</i> 14,27). Dieser Friede ist weder oberfl&auml;chlich noch verg&auml;nglich; er entspringt der best&auml;ndigen Liebe Christi und seiner Sorge f&uuml;r jeden Menschen.</p> 
<p>Doch dieses Friedensversprechen steht in scharfem Kontrast zu den realen Verh&auml;ltnissen, die wir in vielen Teilen der Welt beobachten. Der Prophet Jesaja sprach von einer Zeit, in der die V&ouml;lker &raquo;ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden&laquo; (<i>Jes</i> 2,4) sollten, um das, was Leben zerst&ouml;rt, in etwas Lebenserhaltendes zu verwandeln. Doch heute erleben wir allzu oft genau das Gegenteil, dass man n&auml;mlich weiterhin auf Gewalt und Krieg aus ist.</p> 
<p>Krieg hinterl&auml;sst Wunden, die weit &uuml;ber das Schlachtfeld hinausreichen. Er fordert Menschenleben, zerrei&szlig;t Familien und zwingt Millionen Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat, wodurch Angst, Ungerechtigkeit und Spaltung verst&auml;rkt werden (vgl. <i><a href="https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html">Gaudium et Spes</a></i>, 77–82). Krieg hinterl&auml;sst zudem soziale und &ouml;kologische Zerst&ouml;rungen, die mehrere Generationen lang anhalten. &Uuml;berdies f&uuml;hrt das Zusammenspiel von bewaffneten Konflikten und Umweltzerst&ouml;rung oft zu einem Teufelskreis, der &Ouml;kosysteme zerst&ouml;rt, lebenswichtige Ressourcen wie Luft und Wasser verschmutzt und die Lebensmittelversorgung gef&auml;hrdet. Dies verschlimmert Armut, Ungleichheit und neue soziale Spannungen, die zur Entstehung weiterer Konflikte beitragen k&ouml;nnen.</p> 
<p>Au&szlig;erdem verursacht Krieg Wunden, die das gesamte Gef&uuml;ge des Lebens sch&auml;digen und nicht nur einzelne Menschen und Gemeinschaften beeintr&auml;chtigen, sondern auch deren umfassenderen Beziehungszusammenhang mit der gesamten Menschheitsfamilie und ihr Im-Einklang-Sein mit der Sch&ouml;pfung. Krieg offenbart ein tiefergehendes Unverm&ouml;gen, nach Gottes Bild und Gleichnis zu leben, das Leben zu achten und f&uuml;r die uns anvertraute Erde zu sorgen. Dies ist nicht nur ein politisches Versagen, sondern auch ein moralisches und geistliches. Der Krieg, der in fehlgeleiteten Begierden und im Missbrauch menschlicher Freiheit und Macht wurzelt, ist ein Gegenzeugnis zum Evangelium des Friedens.</p> 
<p>Die oben genannten Krisen rufen nicht blo&szlig; nach Verantwortung, sondern auch nach einer Bekehrung des Herzens, die Fr&uuml;chte in Form einer tieferen Treue zu Gott, gegenseitiger Liebe und der Achtung vor dem Geschenk der Sch&ouml;pfung tragen wird. Tats&auml;chlich ist die Zwietracht, die wir in der Welt sehen – wie Gewalt, Ungerechtigkeit und Umweltzerst&ouml;rung –, nicht einfach das Ergebnis mangelhafter Systeme oder Strukturen; sie h&auml;ngt mit der &raquo;tiefer liegenden St&ouml;rung des Gleichgewichts zusammen, die im Herzen des Menschen ihren Ursprung hat&laquo; (<i><a href="https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html">Gaudium et Spes</a></i>, 10). Das menschliche Herz ist in der Tat der Ort, an dem sich die innersten K&auml;mpfe entfalten und sich unser gefallener Zustand offenbart. Es ist nicht blo&szlig; der Sitz der Gef&uuml;hle, sondern die Mitte der Person – der Ort, an dem Vernunft, Begehren, Wille und Bewusstsein zusammenlaufen. Hier ringen wir mit unseren widerspr&uuml;chlichen Sehns&uuml;chten zwischen Liebe und Gleichg&uuml;ltigkeit, Wahrheit und Illusion, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit (vgl. <i>Jak</i> 1,14–15). Die Wunden des Krieges und die Sch&auml;digung der Erde sind also zutiefst mit dem Zustand des menschlichen Herzens verbunden. Die Konflikte, die die Menschheit qu&auml;len, sind in vielerlei Hinsicht der &auml;u&szlig;ere Ausdruck von innerer Widerspr&uuml;chlichkeit und Spaltung. Wenn das Herz deformiert ist, leiden die Beziehungen darunter, und die Strukturen, die wir bilden, beginnen diese Unordnung zu spiegeln.</p> 
<p><a href="https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de.html">Papst Benedikt XVI.</a> erinnerte uns daran: &raquo;Die &auml;u&szlig;eren W&uuml;sten wachsen in der Welt, weil die inneren W&uuml;sten so gro&szlig; geworden sind&laquo; (<i><a href="https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/homilies/2005/documents/hf_ben-xvi_hom_20050424_inizio-pontificato.html">Homilie in der Messe zur Amtseinf&uuml;hrung</a></i>, 24. April 2005). So ist es erforderlich, dass wir anerkennen, dass das, was um uns herum zerbrochen ist, in gewisser Weise auch in uns zerbrochen ist. Um eine friedliche Gesellschaft zu schaffen, m&uuml;ssen wir daher nicht nur Strukturen reformieren, sondern auch unsere Herzen erneuern. Die tiefen Ursachen von Konflikten und der Ausbeutung der Sch&ouml;pfung liegen in einer ethischen und kulturellen Krise, insbesondere im Verlust jedes Sinns f&uuml;r Grenzen, im Herrschaftsstreben, im Verfolgen von kurzfristigem Profit und in der Unf&auml;higkeit, die von Gott gegebene W&uuml;rde jedes Menschen anzuerkennen.</p> 
<p>Der prophetische Aufruf, &raquo;Schwerter zu Pflugscharen umzuschmieden&laquo; (<i>Jes</i> 2,4), ist daher nicht blo&szlig; eine Vision f&uuml;r V&ouml;lker, sondern ein Aufruf an jeden Einzelnen. Er l&auml;dt uns ein, Leid in Leben zu verwandeln. Doch diese Verwandlung kann nicht allein durch &auml;u&szlig;ere Ver&auml;nderungen erreicht werden. Sie erfordert im Zusammenspiel mit Gottes Gnade eine tiefere pers&ouml;nliche und gemeinschaftliche Bekehrung – eine R&uuml;ckkehr zu Gott, der unsere Sehns&uuml;chte wieder richtig ordnet, unsere Wunden heilt und uns hilft, in Tugendhaftigkeit zu wachsen.</p> 
<p>Ohne diese innere Wandlung wird Friede nur br&uuml;chig und von kurzer Dauer sein. Doch wo Herzen erneuert werden, er&ouml;ffnen sich neue M&ouml;glichkeiten. Was zur Zerst&ouml;rung genutzt wurde, kann nun f&uuml;r das Leben eingesetzt werden, zur Sorge f&uuml;r die Armen, zur Ern&auml;hrung der Hungernden und zur Bewahrung der Sch&ouml;pfung. Dies ist der Weg einer echten &ouml;kologischen Umkehr, wo die Auswirkungen unserer Begegnung mit Jesus Christus in unserer Beziehung zur uns umgebenden Welt deutlich sichtbar werden (vgl. Franziskus, <i><a href="https://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html">Laudato Si’</a></i>, 217). Friede beginnt also im Herzen und str&ouml;mt von dort hinaus in unsere Beziehungen, Gemeinschaften und weiter in die Welt.</p> 
<p>Auch wenn die Herausforderungen, vor denen wir stehen, gewaltig sind, l&auml;sst Gott uns nicht ohne Mittel zur Heilung und Verwandlung zur&uuml;ck. Anstelle von Kriegswaffen schenkt uns der Gott des Friedens die Kraft, zu heilen, zu vers&ouml;hnen und eine Zivilisation der Liebe aufzubauen. Auf diese Weise sind wir gerufen, die vielen „&Ouml;kosysteme“ zu bewahren, die uns anvertraut sind: die &Ouml;kosysteme der Sch&ouml;pfung, der zwischenmenschlichen Beziehungen und des menschlichen Herzens selbst.</p> 
<p>Stellen wir uns eine Welt vor, in der die Energien, die derzeit in Kriege flie&szlig;en, f&uuml;r die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, f&uuml;r die &Uuml;berwindung der Armut, f&uuml;r den Schutz der Menschenw&uuml;rde und f&uuml;r die Vers&ouml;hnung zerstrittener V&ouml;lker aufgewendet werden. Eine solche Vision zeugt vom Glauben an das Kommen des Reiches Gottes.</p> 
<p>Die wahren Werkzeuge zur Schaffung von Frieden sind nicht Waffen der Zerst&ouml;rung, sondern Wahrheit, Dialog, Geduld, G&uuml;te, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Verst&auml;ndnis, F&uuml;rsorge und Liebe. Diese kommen aus Herzen, die vom Evangelium geformt und von Gottes Gnade getragen werden. Nur diese Qualit&auml;ten verf&uuml;gen &uuml;ber die Kraft, einzelne Menschen zu verwandeln, Gemeinschaften zu erneuern und die Wunden unserer Welt zu heilen.</p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern, der vor uns liegende Weg ist klar, auch wenn er nicht leicht ist. Wir sind dazu aufgerufen, unsere Herzen erneuern zu lassen, damit wir den Frieden suchen und f&uuml;r die Sch&ouml;pfung sorgen k&ouml;nnen. Die Heilige Schrift mahnt uns, unsere Herzen zu h&uuml;ten, weil alles, was wir tun, von ihnen ausgeht (vgl. <i>Spr</i> 4,23).</p> 
<p>Wenn wir diese Aufgabe in Demut und Glauben annehmen, dann werden wir zu Mitarbeitern an Gottes Werk der Erneuerung. Dann werden wir langsam, aber sicher von der W&uuml;ste zum Garten, von der Spaltung zur Gemeinschaft und von der Gewalt zum Frieden gelangen.</p> 
<p>M&ouml;ge der Herr uns den Mut schenken, diesen Weg zu beschreiten, damit in unserer Zeit Schwerter tats&auml;chlich zu Pflugscharen umgeschmiedet werden, sich die Verhei&szlig;ung des Evangeliums tiefer in unserer Welt verwurzle und der Friede Christi &uuml;ber die ganze Sch&ouml;pfung herrsche.</p> 
<p>&nbsp;</p> 
<p>Aus dem Vatikan, am 15. August 2026, dem Hochfest Mari&auml; Aufnahme in den Himmel.</p> 
<p>&nbsp;</p> 
<p style="text-align: center;">LEO XIV.</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Angelus, 15. August 2026, <i>Hochfest Mariä Himmelfahrt</i>]]></title><pubDate>Sat, 15 Aug 2026 12:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260815-angelus.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2026/documents/20260815-angelus.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sat, 15 Aug 2026 12:59:20 +0200 --> <p><i>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,</i></p> 
<p>heute feiern wir das <a href="https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/events/event.dir.html/content/vaticanevents/de/2026/8/15/messa-castelgandolfo.html">Hochfest Mari&auml; Aufnahme in den Himmel</a>. Dies ist ein Fest von gro&szlig;er Bedeutung, sowohl f&uuml;r die katholische Theologie als auch f&uuml;r die Volksfr&ouml;mmigkeit; es handelt sich n&auml;mlich um einen in vielen Gemeinden sehr beliebten Feiertag, insbesondere dort, wo die Kathedrale oder die Pfarrkirche der Himmelfahrt Mariens geweiht ist.</p> 
<p>Um &uuml;ber dieses Geheimnis des Glaubens nachzudenken, k&ouml;nnen wir uns auf die beiden ikonografischen Modelle beziehen, anhand derer K&uuml;nstler es im Laufe der Jahrhunderte dargestellt haben.</p> 
<p>Das erste, das &auml;ltere, das fast ein Jahrtausend lang das einzige war, ist das der „Entschlafung“ der Muttergottes: Sie wird auf einem Katafalk liegend dargestellt, im Tod entschlafen; um sie herum stehen die Apostel, die sie tief bewegt im Gebet verehren; in der Mitte steht der auferstandene Jesus, der die Seele Mariens wie ein neugeborenes Kind in seinen Armen h&auml;lt. Er ist gekommen, um sie zu holen und sie mit sich in die Herrlichkeit Gottes zu nehmen, „in den Himmel“, wie wir sinnbildlich sagen. Tats&auml;chlich hat der Herr f&uuml;r seine Mutter das Wirklichkeit werden lassen, was er allen seinen Freunden versprochen hat: &raquo;Wenn ich gegangen bin und einen Platz f&uuml;r euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin&laquo; (<i>Joh</i> 14,3).</p> 
<p>Dieses erste Modell betont die zentrale Wahrheit: Es ist der gestorbene und auferstandene Christus, der uns zu jenem Ziel f&uuml;hrt, f&uuml;r das wir seit jeher bestimmt sind, n&auml;mlich zum ewigen Leben. Dies ist es, was unz&auml;hlige Generationen von Gl&auml;ubigen beim Gebet vor den Ikonen der Entschlafung betrachtet haben und was wir in Rom im gro&szlig;en Apsismosaik der Basilika Santa Maria Maggiore bewundern k&ouml;nnen.</p> 
<p>Die j&uuml;ngere Ikonografie, die sich sp&auml;ter im Westen entwickelte, zeigt uns die Jungfrau Maria hingegen in voller Gr&ouml;&szlig;e, im Himmel, in Licht geh&uuml;llt und oft von Engeln und Heiligen umgeben. Hier steht der verherrlichte Leib der Muttergottes im Mittelpunkt, ganz im Einklang mit dem, was im Buch der Offenbarung des Johannes zu lesen ist: &raquo;Dann erschien ein gro&szlig;es Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren F&uuml;&szlig;en und ein Kranz von zw&ouml;lf Sternen auf ihrem Haupt&laquo; (<i>Offb</i> 12,1).</p> 
<p>Einige K&uuml;nstler haben diese beiden Motive miteinander verbunden, indem sie oben die verherrlichte Jungfrau und unten ihr leeres Grab, oft voll bunter Blumen, darstellten sowie die Apostel, die ihre Blicke auf sie im Himmel richten.</p> 
<p>Dieses zweite Modell betont die Wahrheit, dass Maria mit Leib und Seele, also mit ihrer ganzen Person, in den Himmel aufgenommen wurde. Jene Frau, die auf Erden dem fleischgewordenen Wort Leib und Blut geschenkt und ihm bis zur vollkommenen Einheit im Opfer der Liebe gefolgt ist, ist von ihm f&uuml;r immer in die Herrlichkeit aufgenommen worden.</p> 
<p>So erm&ouml;glicht uns auch diese Ikonographie, &uuml;ber unsere letzte Bestimmung nachzudenken. Die F&uuml;lle des Lebens, die wir heute voll Freude in Maria bewundern, erwartet auch uns am Ende der Zeiten, wenn, wie der heilige Paulus sagt, der auferstandene Christus &raquo;unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes&laquo; (<i>Phil</i> 3,21), indem er das Verwesliche mit Unverweslichkeit und das Sterbliche mit Unsterblichkeit bekleidet (vgl. <i>1 Kor</i> 15,54). Dann werden wir mit unserem durch die Liebe des Erl&ouml;sers verwandelten Leib in Ewigkeit leben und teilhaben an jenem Fest ohne Ende.</p> 
<p>Preisen wir den Herrn, der an seiner und unserer heiligsten Mutter Gro&szlig;es getan hat!</p> 
<p><b>____________________________</b></p> 
<p><b>Nach dem Angelusgebet</b></p> 
<p>Liebe Br&uuml;der und Schwestern,</p> 
<p>die heiligste Jungfrau Maria, die in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen wurde, ist f&uuml;r das ganze Volk Gottes ein Zeichen der Hoffnung und des Trostes. Deshalb m&ouml;chte ich ihre m&uuml;tterliche F&uuml;rsprache heute im Namen all jener Gemeinschaften erbitten, die es besonders n&ouml;tig haben, getr&ouml;stet zu werden und Hoffnung zu bewahren. Ich denke an die Br&uuml;der und Schwestern im Heiligen Land, das ja schlechthin auch das Land Mariens ist. Ich denke an das ukrainische und an das russische Volk, die beide der Heiligen Mutter Gottes in inniger Verehrung verbunden sind. Ich denke an die Christen, die unter Diskriminierung oder gar Verfolgung leiden.</p> 
<p>Ich bete in diesen Tagen weiterhin f&uuml;r die Menschen in Kolumbien, die aufgrund des Erdbebens leiden.</p> 
<p>Ich bin all diesen Gemeinschaften und all jenen, die unter schwierigen Bedingungen leben, verbunden und rufe zusammen mit ihnen: „Heilige Maria, bitte f&uuml;r uns!“</p> 
<p>Ich gr&uuml;&szlig;e euch alle, die Gl&auml;ubigen von Castel Gandolfo und die Pilger, die aus Italien und aus anderen L&auml;ndern gekommen sind. Danke f&uuml;r eure Anwesenheit und f&uuml;r eure Gebete!</p> 
<p>Ich w&uuml;nsche euch, dass ihr eine erholsame Zeit verbringen k&ouml;nnt, um K&ouml;rper und Geist zu st&auml;rken – auch mit ein paar guten B&uuml;chern und durch den Kontakt mit der Natur.</p> 
<p>Ich w&uuml;nsche euch heute einen sch&ouml;nen Feiertag und bis morgen!</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Heilige Messe am Hochfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August 2026)]]></title><pubDate>Sat, 15 Aug 2026 10:00:00 +0200</pubDate><link>https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260815-omelia-castelgandolfo.html</link><guid isPermaLink="true">https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2026/documents/20260815-omelia-castelgandolfo.html</guid><description><![CDATA[<!-- Sat, 15 Aug 2026 10:45:19 +0200 --> <p><i>Liebe Brüder und Schwestern,</i></p>
<p>auch dieses Jahr feiere ich mit großer Freude zusammen mit euch das Hochfest Mariä Himmelfahrt.</p>
<p>Das Lehramt der Kirche lehrt uns, dass »Maria, nach Vollendung des irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde« (Pius XII., Apostolische Konstitution <i><a href="https://www.vatican.va/content/pius-xii/la/apost_constitutions/documents/hf_p-xii_apc_19501101_munificentissimus-deus.html">Munificentissimus Deus</a></i>, 1. November 1950) und zeigt uns in diesem Geheimnis die Vollendung der Gnadenfülle, die Gott ihr bei ihrer Unbefleckten Empfängnis geschenkt hat (vgl. <i>ebd</i>.).</p>
<p>Aus diesem Grund wird sie in vielen Kunstwerken am Ende ihres irdischen Lebens als wunderschöne junge Frau dargestellt, die sich physisch vom Boden empor in den Himmel erhebt. Diese Werke sind von der Szene inspiriert, die in dem Abschnitt der Offenbarung des Johannes beschrieben wird, den wir in der ersten Lesung gehört haben: »Eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen« (vgl. <i>Offb</i> 12,1), was bedeutet, dass sich im Herzen Mariens der Himmel und die Erde, die Zeit und die Ewigkeit begegnen.</p>
<p>Dieses Bild steht scheinbar im Widerspruch zu der Erfahrung, die wir in fortgeschrittenen Jahren machen. Mit zunehmendem Alter wird unser Körper nämlich nicht beweglicher, sondern schwerer; die Haut wird nicht frischer, sondern zeigt die Zeichen des Alters; das Haar gewinnt nicht an Farbe und Glanz, sondern wird grau und schließlich weiß. Was haben wir also mit der wundervollen jungen Frau gemeinsam, die auf den Altarbildern unserer Kirchen abgebildet ist?</p>
<p>Um dies zu verstehen, müssen wir die beiden Zeichen miteinander verbinden, die wir bereits angesprochen haben: den integren Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz. Es ist nämlich die Reinheit der Seele, die in Maria – wie auch in uns – durch die Gnade Gottes die ganze Person erleuchtet und verklärt und sie zur Herrlichkeit des Himmels führt.</p>
<p>Die Verherrlichung Mariens in Seele und Leib lehrt uns, dass unsere wahre Schönheit nicht darin besteht, die Zeichen der Vergänglichkeit zu verstecken, sondern darin, die Zeichen jener Liebe, die niemals endet, auch in unserem Fleisch sichtbar sein zu lassen (vgl. <i>1 Kor</i> 13,8).</p>
<p>Dies lädt uns dazu ein, viele der ästhetischen Maßstäbe zu überdenken, die überwiegend hedonistischer und konsumorientierter Art sind, die uns die Welt auferlegt und die das Risiko mit sich bringen, uns in starke Abhängigkeiten zu verstricken, sodass wir wertvolle Energie für Dinge verschwenden, die nicht wirklich zählen und nicht für immer bleiben. Vielfach begegnet man Menschen, deren Gesicht von den Jahren und von Leid gezeichnet ist, und die dennoch in der Lage sind, Gelassenheit, Wohlwollen und Frieden auszustrahlen; ebenso können wir andere beobachten, die vielleicht äußerlich attraktiv sind, in ihrem Inneren jedoch hart und kalt. Und es ist leicht zu verstehen, wo wahre Schönheit ist und wo hingegen noch Umkehr, Vergebung und Heilung nötig sind.</p>
<p>Wenn wir die göttliche Schönheit, von der wir umgeben sind und für die wir geschaffen sind, wirklich entdecken, pflegen und um uns herum verbreiten wollen, dann müssen wir lernen, sie sowohl im niedlichen Gesicht eines Kindes als auch in den Falten eines alten Menschen, sowohl in der Lebhaftigkeit eines Jugendlichen als auch in der Gesetztheit eines Erwachsenen, sowohl in festlichem Schmuck als auch in der Arbeitskleidung und den Arbeitsgeräten zu erkennen. Wir müssen uns die einzigartigen Liebesgeschichten anhören, die uns eine jede dieser Wirklichkeiten erzählt, und dürfen in ihnen kleine Einblicke in den Himmel erkennen.</p>
<p>Die Liebe ist der schönste Schmuck des Menschen: die Liebe, die verklärt, verwandelt, veredelt, emporhebt; die uns unbeschwert, frei und Gott nahe sein lässt, auch inmitten der Wechselfälle des Lebens. Der <a href="https://www.vatican.va/content/vatican/de/holy-father/paolo-vi.html">heilige Paul VI.</a> sagte in seinen Betrachtungen über das Geheimnis der Himmelfahrt Mariens, dass wir, um deren Bedeutung zu verstehen, »die Begriffe, die wir in unserer irdischen Sprache verwenden, superlativ und absolut denken müssen […], um uns das Ewige in kleinem Maßstab vorstellen zu können« (<i>Homilie</i>, 15. August 1969). Und im Hinblick auf diese Begegnung zwischen dem Unendlichen und dem Endlichen in der Muttergottes schrieb <a href="https://www.vatican.va/content/vatican/de/holy-father/francesco.html">Papst Franziskus</a>: »Maria versteht es, mit ein paar ärmlichen Windeln und einer Fülle zärtlicher Liebe einen Tierstall in das Haus Jesu zu verwandeln« (Apostolisches Schreiben <i><a href="https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html#Ein_Geschenk_Jesu_an_sein_Volk">Evangelii gaudium</a></i>, 286).</p>
<p>Das Wunder, das Maria, das Mädchen aus Nazaret, in ihrem unschuldigen Herzen erlebt und das sie zur Herrlichkeit des Himmels geführt hat, besteht in der Begegnung von Gegensätzen, wie sie selbst in den inspirierten Worten des <i>Magnificat</i> bezeugt, das wir im Evangelium gehört haben (vgl. <i>Lk</i> 1,46–55). In diesem Lobgesang spricht die himmlische Mutter durch die demütigen Ausdrucksformen ihres Glaubens auf einfache Weise von großartigen Geheimnissen: Sie spricht von Gott, der in ihr Mensch wird, um die Menschen zu retten, vom Ewigen, der sich in ihr in der Zeit offenbart, um auch uns den Weg zur Ewigkeit zu öffnen, und sie zeigt uns zugleich in ihrer Haltung als „demütige Magd“ jenen „kleinen Maßstab“, in dem, wie der <a href="https://www.vatican.va/content/vatican/de/holy-father/paolo-vi.html">heilige Paul VI</a>. sagte, auch wir dem Herrn begegnen können.</p>
<p>Die Erhabenheit des Geheimnisses, das wir feiern, müssen wir also nicht in der Ferne suchen. Wir können ihr dort begegnen, wo es wahre Liebe gibt: in den Augen eines Papas und einer Mama, die am Ende eines Arbeitstags nach Hause kommen, müde, aber glücklich, bei ihren Kindern zu sein; in den Gesichtern von Großvätern und Großmüttern, die trotz der Beschwerden des Alters neue, unerwartete Kräfte entfalten, wenn sie sich um ihre Enkelkinder kümmern; oder auch im Engagement junger Menschen, die sich bemühen, rein und ehrlich aufzuwachsen und bereit sind, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen statt „das zu tun, was alle tun“; zu guter Letzt in der Arbeit so vieler Männer und Frauen, die täglich mit Glauben und Hingabe dazu beitragen, ein Stück Himmel auf die Erde zu bringen und die Erde dem Himmel näherzubringen.</p>
<p>Meine Lieben, das wunderschöne Antlitz der in den Himmel aufgefahrenen Maria ist einzigartig, es übersteigt jede mögliche Darstellung, und doch ist es uns zugleich bekannt: Es ist das Antlitz jener Menschen, die uns nahestehen, auch in diesem Augenblick, der Brüder und Schwestern, mit denen wir im Glauben die tägliche Hingabe unseres Lebens teilen. Deshalb erkennt die Gemeinschaft der Gläubigen in der Apokalyptischen Frau sich selbst wieder, und das <a href="https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/index_ge.htm">Zweite Vatikanische Konzil</a> beschreibt Maria als »Bild und Anfang der […] Kirche, […] als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes« (Dogmatische Konstitution <i><a href="https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html">Lumen gentium</a></i>, 68). In ihrem durch Gottes Gnade heiligen Menschsein ist auch unser Menschsein enthalten; auch wir sind darin eingeschlossen und dazu berufen, dieselbe Fülle des Lebens zu leben und an derselben Herrlichkeit teilzuhaben.</p>
<p>Der heilige Augustinus forderte die Christen seiner Zeit auf, die Auferstehung Christi zum Kompass und zum Bezugspunkt ihres Lebens zu machen. Er sagte: »Christus ist auferstanden, um nie mehr wieder zu sterben […]. Ändere deinen Kurs, folge dem Licht! Beginne, dich von derselben Stelle zu erheben, von der aus er auferstanden ist« (<i>Enarratio in Psalmos</i> 126, 7).</p>
<p>Nehmen wir seine Einladung an. Folgen wir dem Licht des Auferstandenen und ändern wir erforderlichenfalls unseren Kurs. Lasst uns dies heute insbesondere tun, indem wir auf Maria schauen, die Gott in Leib und Seele mit Herrlichkeit gekrönt hat und die er uns als Mutter, Führerin, Gefährtin und Beschützerin auf dem Weg zum Himmel geschenkt hat.</p>
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