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Messaggio del Santo Padre Francesco in occasione del Vertice del G20 ad Amburgo (Germania), 07.07.2017


 

Messaggio del Santo Padre

Traduzione in lingua italiana

Traduzione in lingua inglese

Pubblichiamo di seguito il testo del Messaggio del Santo Padre Francesco alla Sig.ra Angela Merkel, Cancelliere della Repubblica Federale di Germania, in occasione dell’apertura dei lavori del Vertice del G20 ad Amburgo, Germania, sul tema "Dare forma a un mondo interconnesso" (7-8 luglio 2017):

Messaggio del Santo Padre

Ihrer Exzellenz Frau
Dr. Angela Merkel
Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Im Anschluss an unsere kürzlich stattgefundene Begegnung im Vatikan und als Antwort auf Ihre freundliche Anfrage möchte ich Ihnen einige Überlegungen übermitteln, die ich, gemeinsam mit allen Hirten der katholischen Kirche, für wichtig erachte im Hinblick auf das nächste Treffen der Staats- und Regierungschefs der Gruppe der führenden Wirtschaftsnationen in der Welt und der höchsten Autoritäten der Europäischen Union (G20). Ich folge so auch einer Tradition, die von Papst Benedikt XVI. im April 2009 anlässlich des G20-Gipfeltreffens in London begonnen wurde. Mein Vorgänger schrieb auch Eurer Exzellenz im Jahr 2006, als Deutschland die Präsidentschaft der Europäischen Union und der G8 innehatte.

Zunächst möchte ich Ihnen und den in Hamburg zusammengekommenen Verantwortungsträgern meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen für die umgesetzten Bemühungen zur Gewährleistung der Regierungsführung und der Stabilität der Weltwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der Finanzmärkte, des Handels, der steuerlichen Probleme und allgemeiner eines Weltwirtschaftswachstums, das inklusiv und nachhaltig ist (vgl. Kommuniqué des G20-Treffens in Hangzhou, 5. September 2016). Wie aus dem Arbeitsprogramm des Gipfels ersichtlich wird, sind diese Bemühungen untrennbar mit der Aufmerksamkeit verbunden, die den gegenwärtigen Konflikten und dem weltweiten Migrationsproblem gewidmet wird.

Im Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium, der Programmschrift meines Pontifikats an die katholischen Gläubigen, habe ich vier Handlungsprinzipien für den Aufbau brüderlicher, gerechter und friedlicher Gesellschaften vorgeschlagen: die Zeit ist mehr wert als der Raum; die Einheit wiegt mehr als der Konflikt; die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee und das Ganze ist dem Teil übergeordnet. Diese Handlungslinien gehören freilich der jahrhundertealten Weisheit der ganzen Menschheit an, und deshalb glaube ich, dass sie auch als Beitrag zu den Überlegungen für das Treffen in Hamburg und ebenso zur Bewertung seiner Ergebnisse nützlich sein können.

Die Zeit ist mehr wert als der Raum. Der Ernst, die Vielschichtigkeit und die wechselseitige Verbindung der weltweiten Probleme sind solcher Art, dass es für sie keine unmittelbaren und vollkommen zufriedenstellenden Lösungen gibt. Leider ist die Flüchtlingskrise, die vom Problem der Armut nicht zu trennen ist und durch bewaffnete Konflikte verschärft wird, ein Beweis dafür. Es ist hingegen möglich, Prozesse in Bewegung zu setzen, welche fortschreitende und nicht traumatisierende Lösungen bieten, die in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einem freien Durchzug und zur Ansiedelung von Personen führen, was für alle von Vorteil ist. Diese Spannung zwischen Raum und Zeit, zwischen Begrenzung und Fülle erfordert jedoch eine genau gegensätzliche Bewegung im Denken der Regierenden und der Mächtigen. Eine wirksame Lösung, die sich notwendigerweise über einen Zeitraum erstreckt, wird nur möglich sein, wenn das Endziel des Prozesses bei seiner Planung klar vorgegeben ist. Es ist daher notwendig, dass im Verstand und im Herzen der Regierenden wie auch in jeder Phase der Umsetzung politischer Maßnahmen den Armen, den Flüchtlingen, den Leidenden, den Vertriebenen und den Ausgeschlossenen – ohne Unterschied von Nation, Volkszugehörigkeit, Religion oder Kultur – absoluter Vorrang eingeräumt wird und ebenso bewaffnete Konflikte abgelehnt werden.

An dieser Stelle kann ich nicht umhin, an die Staats- und Regierungschefs der G20 und an die ganze Weltgemeinschaft einen eindringlichen Appell zu richten hinsichtlich der tragischen Situation des Südsudans, des Tschadseebeckens, des Horns von Afrika und des Jemen, wo es dreißig Millionen Menschen gibt, die keine Nahrung und kein Wasser zum Überleben haben. Die dringende Aufgabe, sich diesen Situationen zu stellen und jenen Völkern unmittelbare Unterstützung zu geben, stellt ein Zeichen der Ernsthaftigkeit und der Aufrichtigkeit der Verpflichtung dar, mittelfristig die Weltwirtschaft zu reformieren. Zugleich ist es eine Gewähr für ihre gesunde Entwicklung.

Die Einheit wiegt mehr als der Konflikt. Die Geschichte der Menschheit stellt uns auch in unseren Tagen ein breites Panorama von aktuellen oder potentiellen Konflikten vor Augen. Der Krieg ist hingegen nie eine Lösung. In zeitlicher Nähe zum hundertsten Jahrestag der Friedensnote Benedikts XV. an die Oberhäupter der kriegführenden Völker liegt es mir am Herzen, die Welt zu bitten, so vielen „unnützen Blutbädern“ ein Ende zu setzen. Das Ziel des G20-Gipfels und anderer ähnlicher jährlicher Treffen besteht darin, die wirtschaftlichen Differenzen friedlich zu lösen und gemeinsame Finanz- und Handelsregeln zu finden, die die integrale Entwicklung aller erlauben, um die Agenda 2030 und die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung zu erfüllen (vgl. Kommuniqué des G20-Treffens in Hangzhou). Dies wird jedoch nicht möglich sein, solange sich nicht alle Seiten dafür einsetzen, die Konfliktebenen wesentlich zu vermindern, den gegenwärtigen Rüstungswettstreit zu stoppen und auf eine unmittelbare oder mittelbare Beteiligung an den Konflikten zu verzichten als auch sich zu einigen, auf ehrliche und transparente Weise über alle Meinungsverschiedenheiten zu diskutieren. Es besteht ein tragischer Widerspruch und eine Inkonsequenz zwischen der scheinbaren Einheit in gemeinsamen Foren zu wirtschaftlichen oder sozialen Themen einerseits und der aktiven oder passiven Zustimmung zu kriegerischen Auseinandersetzungen andererseits.

Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee. Die verhängnisvollen Ideologien der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind durch neue Ideologien der absoluten Autonomie der Märkte und der Finanzspekulation ersetzt worden (vgl. Evangelii gaudium, 56). Diese hinterlassen eine schmerzliche Spur des Ausschlusses, des Wegwerfens und sogar des Todes. Die bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Erfolge des letzten Jahrhunderts waren hingegen immer von einem gesunden und klugen Pragmatismus geprägt. Dieser war von der Vorrangstellung des Menschen geleitet wie auch vom Bestreben, auf der Grundlage der Achtung des einzelnen und aller Bürger verschiedene und zuweilen gegensätzliche Wirklichkeiten zu integrieren und aufeinander abzustimmen. So bitte ich Gott, dass der Hamburger Gipfel durch das Beispiel jener Verantwortungsträger in Europa und der Welt inspiriert werde, die dem Dialog und der Suche nach gemeinsamen Lösungen durchweg den Vorzug gegeben haben: Schuman, De Gasperi, Adenauer, Monnet und viele andere.

Das Ganze ist dem Teil übergeordnet. Die Probleme werden im Konkreten und mit der ihren Besonderheiten geschuldeten Aufmerksamkeit gelöst. Solche Lösungen dürfen aber, um von Dauer zu sein, niemals die Gesamtsicht außer Acht lassen. Zugleich müssen sie mögliche Auswirkungen auf alle Länder und deren Bürger abwägen wie auch deren Ansichten und Meinungen respektieren. Hier möchte ich die Mahnung aufgreifen, die Benedikt XVI. an den Londoner G20-Gipfel im Jahr 2009 richtete. Auch wenn es vernünftig ist, dass die G20-Gipfel sich auf die geringe Zahl der Länder beschränken, die 90% der Produktion von Gütern und Dienstleistungen weltweit stellen, so muss genau diese Situation die Teilnehmer zu einer vertieften Reflexion bewegen. Die Staaten und Menschen, deren Stimme auf der weltpolitischen Bühne am wenigsten Gewicht zukommt, sind gerade diejenigen, die am meisten unter den unheilvollen Folgen der Wirtschaftskrisen leiden, für die sie kaum oder keine Verantwortung tragen. Zugleich ist jene große Mehrheit, die wirtschaftlich betrachtet nur 10% des Ganzen ausmacht, jener Teil der Menschheit, der das höchste Potential hätte, um zum Fortschritt aller beizutragen. Somit ist es nötig, immer auf die Vereinten Nationen, auf ihre Programme und Agenturen wie auch auf die regionalen Organisationen Bezug zu nehmen; es ist nötig, internationale Verträge zu achten und einzuhalten sowie die multilateralen Beziehungen weiter zu fördern, damit die Lösungen wirklich universal und dauerhaft zum Wohl aller sein können (vgl. Benedikt XVI., Schreiben an den Britischen Premierminister Gordon Brown, 30. März 2009).

Ich lege diese Überlegungen als Beitrag zu den Arbeiten des G20-Gipfels vor im Vertrauen auf den Geist verantwortungsbewusster Solidarität, der alle Teilnehmer leitet. Ich erbitte dem Hamburger Gipfeltreffen Gottes Segen wie auch allen Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, eine neue Ära einer innovativen, wechselseitig verbundenen, nachhaltigen, umweltfreundlichen und alle Völker und Menschen einschließenden Entwicklung zu gestalten (vgl. Kommuniqué des G20-Treffens in Hangzhou, 5. September 2016).

Gerne nehme ich die Gelegenheit wahr und versichere Eurer Exzellenz meine Hochachtung und Wertschätzung.

Aus dem Vatikan, am 29. Juni 2017

FRANZISKUS

[01058-DE.01] [Originalsprache: Deutsch]

Traduzione in lingua italiana

A Sua Eccellenza
Dottoressa Angela Merkel
Cancelliere della Repubblica Federale di Germania

In seguito al nostro recente incontro in Vaticano e rispondendo alla Sua opportuna richiesta, desidero trasmetterLe alcune considerazioni che stanno a cuore a me e a tutti i Pastori della Chiesa Cattolica, in vista del prossimo incontro del G20, nel quale sono presenti i Capi di Stato e di Governo del Gruppo delle maggiori economie mondiali e le massime autorità dell’Unione Europea. Seguo così anche una tradizione iniziata da Papa Benedetto XVI, nell’aprile 2009, in occasione del G20 di Londra. Il mio Predecessore scrisse all’Eccellenza Vostra anche nel 2006 nella circostanza della Presidenza tedesca dell’Unione Europea e del G8.

Vorrei innanzitutto manifestare a Lei e ai leader che si incontreranno ad Amburgo il mio apprezzamento per gli sforzi compiuti per assicurare la governabilità e la stabilità dell’economia mondiale, con particolare attenzione ai mercati finanziari, al commercio, ai problemi fiscali e, più in generale, ad una crescita economica mondiale che sia inclusiva e sostenibile (cfr. Comunicato del G20 di Hangzhou, 5 settembre 2016). Tali sforzi, come ben prevede il programma di lavoro del Vertice, sono inseparabili dall’attenzione rivolta ai conflitti in atto e al problema mondiale delle migrazioni.

Nel Documento programmatico del mio Pontificato rivolto ai fedeli cattolici, l’Esortazione Apostolica Evangelii Gaudium, ho proposto quattro principi di azione per la costruzione di società fraterne, giuste e pacifiche: il tempo è superiore allo spazio; l’unità prevale sul conflitto; la realtà è più importante dell’idea; e il tutto è superiore alle parti. E’ evidente che queste linee di azione appartengano alla sapienza multisecolare di tutta l’umanità e perciò ritengo che possano anche servire come contributo alla riflessione per l’incontro di Amburgo e anche per valutare i suoi risultati.

Il tempo è superiore allo spazio. La gravità, la complessità e l’interconnessione delle problematiche mondiali sono tali che non esistono soluzioni immediate e del tutto soddisfacenti. Purtroppo, il dramma delle migrazioni, inseparabile dalla povertà ed esacerbato dalle guerre, ne è una prova. E’ possibile invece mettere in moto processi che siano capaci di offrire soluzioni progressive e non traumatiche e di condurre, in tempi relativamente brevi, ad una libera circolazione e alla stabilità delle persone che siano vantaggiosi per tutti. Tuttavia, questa tensione tra spazio e tempo, tra limite e pienezza, richiede un movimento esattamente contrario nella coscienza dei governanti e dei potenti. Una efficace soluzione distesa necessariamente nel tempo sarà possibile solo se l’obiettivo finale del processo è chiaramente presente nella sua progettualità. Nei cuori e nelle menti dei governanti e in ognuna delle fasi d’attuazione delle misure politiche c’è bisogno di dare priorità assoluta ai poveri, ai profughi, ai sofferenti, agli sfollati e agli esclusi, senza distinzione di nazione, razza, religione o cultura, e di rigettare i conflitti armati.

A questo punto, non posso mancare di rivolgere ai Capi di Stato e di Governo del G20 e a tutta la comunità mondiale un accorato appello per la tragica situazione del Sud Sudan, del bacino del Lago Ciad, del Corno d’Africa e dello Yemen, dove ci sono 30 milioni di persone che non hanno cibo e acqua per sopravvivere. L’impegno per venire urgentemente incontro a queste situazioni e dare un immediato sostegno a quelle popolazioni sarà un segno della serietà e sincerità dell’impegno a medio termine per riformare l’economia mondiale ed una garanzia del suo efficace sviluppo.

L’unità prevale sul conflitto. La storia dell’umanità, anche oggi, ci presenta un vasto panorama di conflitti attuali o potenziali. La guerra, tuttavia, non è mai una soluzione. Nella prossimità del centenario della Lettera di Benedetto XV Ai Capi dei Popoli Belligeranti, mi sento obbligato a chiedere al mondo di porre fine a tutte queste inutili stragi. Lo scopo del G20 e di altri simili incontri annuali è quello di risolvere in pace le differenze economiche e di trovare regole finanziarie e commerciali comuni che consentano lo sviluppo integrale di tutti, per raggiungere l’Agenda 2030 e gli Obiettivi di sviluppo sostenibile (cfr. Comunicato del G20 di Hangzhou). Tuttavia, ciò non sarà possibile se tutte le parti non si impegnano a ridurre sostanzialmente i livelli di conflittualità, a fermare l’attuale corsa agli armamenti e a rinunciare a coinvolgersi direttamente o indirettamente nei conflitti, come pure se non si accetta di discutere in modo sincero e trasparente tutte le divergenze. È una tragica contraddizione e incoerenza l’apparente unità in fori comuni a scopo economico o sociale e la voluta o accettata persistenza di confronti bellici.

La realtà è più importante dell’idea. Le tragiche ideologie della prima metà del secolo XX sono state sostituite dalle nuove ideologie dell’autonomia assoluta dei mercati e della speculazione finanziaria (cfr. EG, 56). Esse lasciano una scia dolorosa di esclusione e di scarto, e anche di morte. Nei successi politici ed economici, invece, che pure non sono mancati nel secolo scorso, si riscontra sempre un sano e prudente pragmatismo, guidato dal primato dell’essere umano e dalla ricerca di integrare e di coordinare realtà diverse e a volte contrastanti, a partire dal rispetto di ogni singolo cittadino. In tale senso, prego Dio che il Vertice di Amburgo sia illuminato dall’esempio di leader europei e mondiali che hanno privilegiato sempre il dialogo e la ricerca di soluzioni comuni: Schuman, De Gasperi, Adenauer, Monnet e tanti altri.

Il tutto è superiore alle parti. I problemi vanno risolti in concreto e dando tutta la dovuta attenzione alle loro peculiarità, ma le soluzioni, per essere durature, non possono non avere una visione più ampia e devono considerare le ripercussioni su tutti i Paesi e tutti i loro cittadini, nonché rispettare i loro pareri e le loro opinioni. Vorrei ripetere l’avvertenza che Benedetto XVI indirizzava al G20 di Londra nel 2009. Sebbene sia ragionevole che i Vertici del G20 si limitino al ridotto numero di Paesi che rappresentano il 90% della produzione mondiale di beni e di servizi, questa stessa situazione deve muovere i partecipanti ad una profonda riflessione. Coloro – Stati e persone – la cui voce ha meno forza sulla scena politica mondiale sono precisamente quelli che soffrono di più gli effetti perniciosi delle crisi economiche per le quali hanno ben poca o nessuna responsabilità. Allo stesso tempo, questa grande maggioranza che in termini economici rappresenta solo il 10 % del totale, è quella parte dell’umanità che avrebbe il maggiore potenziale per contribuire al progresso di tutti. Occorre, pertanto, far sempre riferimento alle Nazioni Unite, ai programmi e alle agenzie associate e alle organizzazioni regionali, rispettare e onorare i trattati internazionali e continuare a promuovere il multilateralismo, affinché le soluzioni siano veramente universali e durature, a beneficio di tutti (cfr. Benedetto XVI, Lettera all’On. Gordon Brown, 30 marzo 2009).

Ho voluto offrire queste considerazioni come contribuito ai lavori del G20, fiducioso nello spirito di solidarietà responsabile che anima tutti i partecipanti. Invoco perciò la benedizione di Dio sull’incontro di Amburgo e su tutti gli sforzi della comunità internazionale per attivare una nuova era di sviluppo innovativa, interconnessa, sostenibile, rispettosa dell’ambiente e inclusiva di tutti i popoli e di tutte le persone (cfr. Comunicato del G20 di Hangzhou).

Gradisca, Eccellenza, le mie espressioni di alta considerazione e stima.

Vaticano, 29 giugno 2017

FRANCESCO

[01058-IT.01] [Testo originale: Tedesco]

Traduzione in lingua inglese

To Her Excellency
Mrs Angela Merkel
Chancellor of the Federal Republic of Germany

Following our recent meeting in the Vatican, and in response to your thoughtful request, I would like to offer some considerations that, together with all the Pastors of the Catholic Church, I consider important in view of the forthcoming meeting of the G20, which will gather Heads of State and of Government of the Group of major world economies and the highest authorities of the European Union. In doing so, I follow a tradition begun by Pope Benedict XVI in April 2009 on the occasion of the London G20. My Predecessor likewise wrote to Your Excellency in 2006, when Germany held the presidency of the European Union and the G8.

In the first place, I wish to express to you, and to the leaders assembled in Hamburg, my appreciation for the efforts being made to ensure the governability and stability of the world economy, especially with regard to financial markets, trade, fiscal problems and, more generally, a more inclusive and sustainable global economic growth (cf. G20 Leaders Communiqué, Hangzhou Summit, 5 September 2016). As is evident from the Summit’s programme, such efforts are inseparable from the need to address ongoing conflicts and the worldwide problem of migrations.

In my Apostolic Exhortation Evangelii Gaudium, the programmatic document of my Pontificate addressed to the Catholic faithful, I proposed four principles of action for the building of fraternal, just and peaceful societies: time is greater than space; unity prevails over conflict; realities are more important than ideas; and the whole is greater than the part. These lines of action are evidently part of the age-old wisdom of all humanity; I believe that they can also serve as an aid to reflection for the Hamburg meeting and for the assessment of its outcome.

Time is greater than space. The gravity, complexity and interconnection of world problems is such that there can be no immediate and completely satisfying solutions. Sadly, the migration crisis, which is inseparable from the issue of poverty and exacerbated by armed conflicts, is proof of this. It is possible, though, to set in motion processes that can offer solutions that are progressive and not traumatic, and which can lead in relatively short order to free circulation and to a settlement of persons that would be to the advantage of all. Nonetheless, this tension between space and time, between limit and fullness, requires an exactly contrary movement in the minds of government leaders and the powerful. An effective solution, necessarily spread over time, will be possible only if the final objective of the process is clearly present in its planning. In the minds and hearts of government leaders, and at every phase of the enactment of political measures, there is a need to give absolute priority to the poor, refugees, the suffering, evacuees and the excluded, without distinction of nation, race, religion or culture, and to reject armed conflicts.

At this point, I cannot fail to address to the Heads of State and of Government of the G20, and to the entire world community, a heartfelt appeal for the tragic situation in South Sudan, the Lake Chad basin, the Horn of Africa and Yemen, where thirty million people are lacking the food and water needed to survive. A commitment to meet these situations with urgency and to provide immediately support to those peoples will be a sign of the seriousness and sincerity of the mid-term commitment to reforming the world economy and a guarantee of its sound development.

Unity prevails over conflict. The history of humanity, in our own day too, presents us with a vast panorama of current and potential conflicts. War, however, is never a solution. As the hundredth anniversary of Pope Benedict XV’s Letter to the Leaders of the Warring Peoples draws near, I feel bound to ask that the world put an end to all these “useless slaughters”. The goal of the G20 and of other similar annual meetings is to resolve economic differences peacefully and to agree on common financial and trade rules to allow for the integral development of all, in order to implement the 2030 Agenda and the Sustainable Development Goals (cf. Communiqué of the G20 Hangzhou Summit). Yet that will not be possible unless all parties commit themselves to substantially reducing levels of conflict, halting the present arms race and renouncing direct or indirect involvement in conflicts, as well as agreeing to discuss sincerely and transparently all their differences. There is a tragic contradiction and inconsistency in the apparent unity expressed in common forums on economic or social issues, and the acceptance, active or passive, of armed conflicts.

Realities are more important than ideas. The fateful ideologies of the first half of the twentieth century have been replaced by new ideologies of absolute market autonomy and financial speculation (cf. Evangelii Gaudium, 56). In their tragic wake, these bring exclusion, waste and even death. The significant political and economic achievements of the past century, on the other hand, were always marked by a sound and prudent pragmatism, guided by the primacy of the human being and the attempt to integrate and coordinate diverse and at times opposed realities, on the basis of respect for each and every citizen. I pray to God that the Hamburg Summit may be illumined by the example of those European and world leaders who consistently gave pride of place to dialogue and the quest of common solutions: Schuman, De Gasperi, Adenauer, Monnet and so many others.

The whole is greater than the part. Problems need to be resolved concretely and with due attention to their specificity, but such solutions, to be lasting, cannot neglect a broader vision. They must likewise consider eventual repercussions on all countries and their citizens, while respecting the views and opinions of the latter. Here I would repeat the warning that Benedict XVI addressed to the G20 London Summit in 2009. While it is reasonable that G20 Summits should be limited to the small number of countries that represent 90% of the production of wealth and services worldwide, this very situation must prompt the participants to a profound reflection. Those states and individuals whose voice is weakest on the world political scene are precisely the ones who suffer most from the harmful effects of economic crises for which they bear little or no responsibility. This great majority, which in economic terms counts for only 10% of the whole, is the portion of humanity that has the greatest potential to contribute to the progress of everyone. Consequently, there is need to make constant reference to the United Nations, its programmes and associated agencies, and regional organizations, to respect and honour international treaties, and to continue promoting a multilateral approach, so that solutions can be truly universal and lasting, for the benefit of all (cf. Benedict XVI, Letter to the Honourable Gordon Brown, 30 March 2009).

I offer these considerations as a contribution to the work of the G20, with trust in the spirit of responsible solidarity that guides all those taking part. I ask God’s blessings upon the Hamburg meeting and on every effort of the international community to shape a new era of development that is innovative, interconnected, sustainable, environmentally respectful and inclusive of all peoples and all individuals (cf. Communiqué of the G20 Hangzhou Summit).

I take this occasion to assure Your Excellency of my high consideration and esteem.

From the Vatican, 29 June 2017

FRANCIS

[01058-EN.01] [Original text: German]

[B0475-XX.01]